Bad Kissingen

Und wo bleibt Güttler?

Es hat sich ja herumgesprochen: Der 31. Kissinger Sommer, der bereits vor den Toren der Stadt auf seinen Beginn wartet, ist der Letzte, den die Gründungsint...
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Es hat sich ja herumgesprochen: Der 31. Kissinger Sommer, der bereits vor den Toren der Stadt auf seinen Beginn wartet, ist der Letzte, den die Gründungsintendantin Kari Kahl-Wolfsjäger zu verantworten hat. Und das bedeutet Abschied von musikalischen Weggefährten. Nur: Wer das Programm durchblättert, vermisste einen Namen: Ludwig Güttler.
Irgendwie zu Recht. Denn der Trompeter aus dem Erzgebirge, der schon lange vor dem Mauerfall musizierend durch die Welt reisen durfte, weil er nicht nur ein hochrangiges Aushängeschild, sondern auch ein willkommener Devisenbringer für den Arbeiter- und Bauernstaat war, war wirklich schon lange vor dem offiziellen Beginn im Sommer 1986 dabei. Er hat im Landkreis Bad Kissingen Spielstätten gesucht und auf ihre akustische Tauglichkeit getestet, er hat Kontakte zu Künstlern aus dem "Osten" geknüpft, er hat mit seiner Schlitzohrigkeit die halbe Dresdner Staatskapelle in den Großen Saal geholt, die nicht zum Reisekader zählte, und er hat (fast) jedes Jahr ein ausverkauftes Konzert gegeben. Und dieses Jahr nicht?
Die Termine haben es wohl nicht hergegeben. "Ich bin irgendwie aus der Planung herausgefallen", sagt er. Dass er am 2. Juli mit Regionalkantor Peter Rottmann in der Münnerstädter Stadtpfarrkirche auftritt, habe sich so ergeben. Das sei bestimmt keine Trotzreaktion eines Draußen-bleiben-Müssenden. An dem Abend spielt im Großen Saal das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Sir John Eliot Gardiner, da kann er mit seiner Trompete halt nicht dagegenhalten.


Im September

Aber das grämt ihn nicht, denn Kari Kahl-Wolfsjäger und er haben eine gute Lösung des Terminproblems gefunden. Nachdem der Kissinger Sommer in diesem Jahr ohnehin ausfranst - Cecilia Bartoli am 20. Mai, Lang Lang am 16. Oktober, ist an den Rändern viel Terminluft frei. "Wir (das sind er und sein Blechbläserensemble, Anm.d.Red.) peilen für ein eigenes Kissinger-Sommer-Konzert den 18. September an", sagt Güttler. Der Termin sei allerdings noch nicht in ganz trockenen Tüchern, weil seine Kollegen erst ihre Orchesterdienste abgleichen müssen. Aber wenn es klappt, dann wird er an diesem Tag Sevus sagen - aber bestimmt nicht leise.
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