Herzogenaurach

Und was kostet der ganze Müll ...?

Der Landkreis Erlangen-Höchstadt ist "mülltechnisch" recht günstig. Die Nachbarlandkreise sind in der Regel teurer. Lediglich Bamberg ist ein Vorreiter in Sachen Müllgebühren.
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Michael Busch

Was haben ein kaputter Flachbildschirm, ein Hochzeitsstrauß und Babywindeln gemeinsam? Nichts, mögen Sie in einem ersten Moment denken, doch das ist nicht ganz richtig. Denn sofern alles neu und funktional ist, eint sich tatsächlich nichts. Doch wenn die Gegenstände genutzt, verbraucht und abgelaufen sind, also nicht mehr gebraucht werden, geht es auf den Müll. Zum Teil sehr unterschiedliche Wege, zum Teil sehr unterschiedlich "endentsorgt". Aber eben: Entsorgt!
Bis zu einer halben Tonne Müll verursacht jeder Deutsche im Durchschnitt. Allein 45,6 Millionen Tonnen an Siedlungsabfällen schlagen dabei jährlich zu Buche - sagt das Statistische Bundesamt. Das entspricht dem Gewicht von etwa 4500 Eiffeltürmen. Auch der Landkreis Erlangen-Höchstadt ist dabei. Jede Gemeinde, jeder Einzelne.


Günstiges Bamberg

Erschreckende Zahlen, ebenso erschreckend sind aber oft auch die Kosten, die die Müllentsorgung mit sich bringt. Wir wollten mal auf "unsere Region" schauen. Was bezahlen die Bewohner des Landkreises Erlangen-Höchstadt im Vergleich zu den benachbarten Kreisen und Städten?
Damit es einen fairen Vergleich gibt, haben wir auf die Preise der 120-Liter-Mülltonne geschaut. Ebenfalls dabei der Blick darauf, wie der Biomüll zu entsorgen ist und was das kostet. Schwierig wurde es bei der "Monatsberechnung", weil es unterschiedliche Mindestabholungen gab. Wir haben alles umgerechnet auf den 14-tägigen Abholrhythmus des Restmülls, was 26 Abholungen entspricht. Der Biomüll wurde nicht gesondert betrachtet. Der wird in der Regel alle zwei Wochen abgeholt, in manchen Kommunen aber wöchentlich. Für die gesamte Preisgestaltung war das aber eher unwesentlich.
Erste Erkenntnis: Herzogenaurach und der Landkreis liegen gut. Lediglich die benachbarten Kreise Fürth und Kitzingen sind deutlich günstiger. 13,60 in Fürth und 13,85 Euro in Kitzingen sind dort im Monat im Mittel zu entrichten. Herzogenaurach ist mit 16,12 Euro rund 28 Euro im Jahresvergleich günstiger, aber ordnet sich hinter Bamberg (16 Euro im Monat) und Forchheim (16,08) ein. Teuer wird es in Neustadt/Aisch mit 29,47 Euro im Monat.
Der Landkreis wird von der Stadt Erlangen aber überholt, wenn die Biotonne zum Portfolio dazu kommt. Satte 39,20 Euro werden dann kassiert. Neustadt möchte "nur" 33,07 Euro haben. Im Landkreis Erlangen-Höchstadt und damit in Herzogenaurach sind es 20,16 Euro, die deutlich unter dem Durchschnitt liegen. Doch unschlagbar ist Bamberg. Denn dort sind bei den 16 Euro Rest- und Biomüll beinhaltet. All inclusive, sozusagen. Da hält nur noch Kitzingen mit, die mit 14,90 Euro gesamt im Monat einen knapp besseren Preis anbieten. Also gute 130 Euro, die es innerhalb der Nachbarschaften als Unterschied gibt. Noch ein Hinweis zu den Berechnungen: In manchen Kreisen sind an den Tonnen Chips angebracht und es wird das Gewicht gemessen. Wer dort selber auf eine sparsame Entsorgung achtet, kann sich Rückzahlungen durch geringe Müllproduktion holen.

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