Bamberg

Umwelt auf der Erba-Insel erleben

Umwelt  Bienen, Biber, regionale und vegane Küche: Unter dem Motto "Bambergs Vielfalt erleben¨ luden Umweltamt und Naturschutzverbände zum Tag der Umwelt auf die Erba-Insel.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auch eine Führung rund um Schleuse und Kraftwerk der Erba gehörte zum Programm.   Fotos: H. Schütz
Auch eine Führung rund um Schleuse und Kraftwerk der Erba gehörte zum Programm. Fotos: H. Schütz
+1 Bild
von unserem Mitarbeiter  Philipp Demling

Bamberg — - Der Wolf sitzt im Wald auf einer Picknick-Decke und beißt herzhaft in eine Karotte. Neben ihm liegen Banane, Birne, Tomate, Paprika und Gurke. ¨Puuh, heute ist Veggie-Tag!¨ sagt das Rotkäppchen, das gerade am Wolf vorbeigeht. Ein Glück: Das Kind muss keine Angst haben, von dem wilden Tier gefressen zu werden.
Das Plakat, auf dem diese Szene abgebildet ist, liegt am Informationsstand des Vegetarierbundes aus. Franz Jablonka von der Regionalgruppe Bamberg sagt: "Wer behauptet, religiös zu sein, der müsste eigentlich Vegetarier sein.¨ Er zitiert die Bibel: "Dort steht: Du sollst nicht töten. Oder bei Jesaja heißt es: Wer einen Ochsen tötet, gleicht dem, der einen Menschen tötet.¨
Jablonka, der in Bischberg wohnt, ernährt sich überwiegend von Rohkost - also vor allem von Obst und Gemüse. Er ist überzeugt, dass fleischlose Ernährung auch gesünder ist. "Ich habe mal im Winter einen Monat lang nur Rohkost gegessen¨, erzählt der 64-Jährige, der früher als Bauzeichner gearbeitet hat. "Und ich war zu dieser Zeit nie müde und immer absolut klar im Kopf.¨
Der Vegetarierbund vertritt den Standpunkt, dass der Klimawandel nur durch vegetarische und vegane Ernährung aufzuhalten ist. Denn der Fleischkonsum sei eine der wichtigsten Ursachen für die globale Erwärmung: Rinder stoßen riesige Mengen Methangas aus, Bäume werden abgeholzt, um Weideland für Masttiere zu schaffen, Kolonnen von Lastern müssen das Fleisch von A nach B transportieren.
Zumindest die zuletzt genannte Umweltbelastung lässt sich vermeiden, wenn die Kunden bevorzugt Produkte aus ihrer Region einkaufen. Auch deswegen steht der 26. Bamberger "Tag der Umwelt¨ unter dem Motto "Bambergs Vielfalt erleben¨. Regionale Spezialitäten bietet etwa der Club moderner Hausfrauen - so zum Beispiel Bauernbrot mit hausgemachtem Ziebeleskäs` oder Ajvar.
Weil zur Vielfalt der Weltkulturerbestadt auch Pflanzen und Tiere gehören, bieten Mitarbeiter des Umweltamtes und Mitglieder regionaler Umweltverbände jede Menge spannende Führungen. Kinder erkunden das Wasser rund um den Fischpass oder erfahren Spannendes
über Bienen und Pflanzen, die in Bamberg und Umgebung wachsen.Einige Besucher des Tags der Umwelt wandelten auch auf den Spuren des Bibers, der sich erst seit kurzem hier wieder heimisch zu fühlen scheint. Im Herbst 2010 galt es als regelrechte Sensation, dass im Stadtgebiet wieder Exemplare des Nagers entdeckt wurden. Beim Umwelt-Quiz am Stand des Umweltamtes lautete eine Frage, wie lange Bamberg vorher biberfreie Zone war. Die Antwort: über 100 Jahre.


Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren