Höchstadt a. d. Aisch
geschenke 

Umtausch war einmal

Es wird weniger umgetauscht als noch vor Jahren. Zum einen kaufen die Kunden sehr überlegt ein, andere greifen auf Gutscheine zurück. Wenn umgetauscht wird, dann wegen der unpassenden Größe.
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Lange Gesichter unter dem Christbaum hat es anscheinend eher selten gegeben. Zumindest wenn man den Umtausch nach den Weihnachtsfeiertagen als Maßstab nimmt. Leute, die mit Tüten in die Geschäfte kommen, um unliebsame oder doppelt geschenkte Ware umtauschen möchten, das war einmal vor vielen Jahren das gängige Bild. Und bedeutete auch für die Mitarbeiter mehr Aufwand, vor allem wenn Etiketten herausgeschnitten waren oder die Verpackung geöffnet.
"Noch keinen einzigen Umtausch haben wir gehabt", sagt Birgit Brehm, die Inhaberin der Rappelkiste in Höchstadt. Sie ist sehr zufrieden mit ihren Kunden, die sehr überlegt einkaufen. Ein Umtausch wegen Nichtgefallen gab es nicht. Ihre Kunden machen sich viele Gedanken, was sie den Kindern schenken wollen, sagt Brehm.
Soll das Kind ein Geschenk haben, um motorisch gefördert zu werden? Mit diesen und ähnlichen Vorstellungen traten die Kunden ihre Weihnachtseinkäufe an. Sicher spiele auch die Beratung eine nicht unbedeutende Rolle. Wenn das Geschenk für ein einjähriges Kind ist, führt Birgit Brehm den Kunden in die Ecke mit Spielwaren für diese Altersgruppe oder sie erkundigt sich nach den Vorlieben des Kindes. Ob es lieber Autos mag oder gerne im Freien spielt. Wer gerne Mensch ärgere dich nicht spielt, freut sich über ein anderes Würfelspiel auch.


Gutscheine vermeiden Umtausch

Ein Vorteil beim Einkauf im Fachgeschäft ist natürlich auch, dass der Kunde die Spielwaren in die Hand nehmen kann und nicht nur nach einem Bild im Internet auswählt, wo dann hinterher die Enttäuschung schon groß sein könne. Der Umtausch hat daher noch nie eine große Rolle in der Rappelkiste gespielt. Auch die Kunden selbst kaufen anders ein. Viele sprechen sich in der Familie ab, um Doppelschenkungen zu vermeiden, oder hören bei den Kindern genau hin. Dass Oma und Tante eine Legopackung doppelt kaufen, kam deshalb nicht vor. Auch Gutscheine wurden eher selten gewünscht.
Vermehrt auf Gutscheine haben hingegen die Kunden von Sport Hofmann in Herzogenaurach gesetzt, was durchaus Vorteile hat, nicht nur um einen Umtausch zu vermeiden. "Die Gutscheine kann man auch sammeln. Wenn sich jemand Ski wünscht, kann das eine Person kaum stemmen", nennt Elvira Teschner den Vorteil der Gutscheine, die man sich dann zu Weihnachten von mehreren Verwandten schenken lassen kann, um das sehnlich gewünschte größere Geschenk zu kaufen.
Mit dem Beschenkten selbst kamen eher ältere Leute ins Geschäft, um so das richtig passende Weihnachtsgeschenk unter den Baum legen zu können. Doch auch bei den Kunden, die selbst ein Geschenk aussuchten, kam es in den vergangenen Tagen selten zu einem Umtausch. "Ab und zu passte die Größe nicht", sagt Elvira Teschner.


Falsche Größe ausgesucht

Die falsche Größe ist der Umtauschgrund bei dem Bekleidungshaus Murk in Wachenroth. "Es wird eher Herrenbekleidung umgetauscht", sagt Tanja Staffen vom Bekleidungshaus Murk. Der Grund ist, dass die Männer eher weniger einkaufen gehen. Nach der Bescherung wird dann festgestellt, das die Größe nicht passt. Aber zum Umtauschen kommen die Männer schon mit ins Geschäft. "Die wenigsten wollen das Geld zurück, sondern suchen die passende Größe aus", informiert Staffen.
"Es wird nicht umgetauscht", betont hingegen Elke Reitmayer, die Inhaberin der Bücherstube in Höchstadt. Aber das sei ohnehin nie das große Thema gewesen. Das Sortiment und die Beratung nennt sie als Grund dafür, ihren Kunden das passende Buch oder Geschenk mit nach Hause geben zu können. Denn das wird mehr gewünscht als ein Gutschein.

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