Ebern

Um ein Haar wäre ein Rentner sein Geld losgewesen

Am Mittwoch war ein Rentner aus dem oberen Haßgau bei der Polizei in Ebern erschienen. Eine Mitarbeiterin der Post hatte ihn dorthin geschickt, da sie den V...
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Am Mittwoch war ein Rentner aus dem oberen Haßgau bei der Polizei in Ebern erschienen. Eine Mitarbeiterin der Post hatte ihn dorthin geschickt, da sie den Verdacht hegte, dass der Rentner betrogen werden sollte.
Bei der Polizei war, wie aus dem Pressebericht der Inspektion hervorgeht, schnell klar, was da dem Rentner widerfahren war. Der Mann hatte einen Anruf der angeblichen VR-Bank Frankfurt bekommen. Die Anruferin gab vor, dass aus der Türkei ein Antrag auf Kontosperrung eingegangen sei, da er die Gebühren für eine Gewinnmitteilung aus dem Jahr 2013 nicht bezahlt habe. Um die Kontosperrung zu verhindern, bot die vermeintliche Bankangestellte Hilfe an und vermittelte sogleich an eine Rechtsanwältin in Berlin.
Angeblich hätte der Rentner damals 38 000 Euro gewonnen und die Gebühren nicht bezahlt. Damit sie für ihn tätig werden könne, müssten für ihre Dienste 1800 Euro an den Antragsteller in Ankara/Türkei per Western Union überwiesen werden. Würde er das nicht machen, könnte die VR-Bank Frankfurt seine Bank in Ebern anweisen, das Konto zu sperren. Außerdem würde ein Gerichtsverfahren gegen ihn eröffnet.
Die Glaubwürdigkeit der angeblichen Rechtsanwältin wurde dadurch untermauert, dass sie persönliche Daten des Rentners parat hatte.
Durch den Anruf war der Mann so eingeschüchtert, dass er zur Poststelle fuhr um das Geld per Western-Union-Formular anzuweisen. Der Postmitarbeiterin allerdings kam das Ansinnen des Rentners verdächtig vor und sie riet ihm, dass er doch noch nicht bezahlen solle.


Fiese Masche

"Der Gang zur Polizei war dann die richtige Entscheidung", heißt es im Polizeibericht. Obwohl es für den Sachbearbeiter sofort klar war, in welcher Lage sich der Rentner befand, dauerte es doch eine Weile, bis der ältere Herr verstanden hatte, dass er betrogen werden sollte. Die Telefonate waren offensichtlich aus einem Callcenter aus der Türkei erfolgt und nicht aus Frankfurt oder Berlin.
Da der Rentner wohl gezielt wegen eines früheren Kontaktes angegangen worden ist, wird eine versuchte Erpressung angenommen. Die Polizei hat den Angaben zufolge bei der Staatsanwaltschaft Bamberg eine Anzeige vorgelegt.
Aus diesem Anlass heraus warnt die Polizei vor derartigen Anrufen. Telefonische Geldforderungen seien nicht seriös und Zahlungen über Paysafe-Karten oder Western Union nicht nachvollziehbar, betonen die Beamten. Sobald der Täter einen geforderten Einzahlungscode mitgeteilt bekommt, könne er unerkannt und weltweit über das Geld verfügen. red
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