Sand am Main

Um die Einteilung der zwei Bayernligen wird gerangelt

Kommen sie jetzt in den Süden oder nicht? Der ASV Neumarkt und Aufsteiger TSV Kornburg haben gegen die in der Vorwoche übermittelte Bayernliga-Einteilung Pr...
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Kommen sie jetzt in den Süden oder nicht? Der ASV Neumarkt und Aufsteiger TSV Kornburg haben gegen die in der Vorwoche übermittelte Bayernliga-Einteilung Protest eingelegt. Die beiden Teams aus dem Fußballbezirk Mittelfranken wurden vom Spielausschuss des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) in die Süd-Staffel eingeteilt. Unter Umständen muss nun sogar das Verbandssportgericht entscheiden, ob die vorgenommene Einteilung weiter Bestand hat oder abgeändert wird.
"Dieses Szenario möchten wir vermeiden. Wir sind bestrebt, eine Entscheidung zu finden, mit der alle Beteiligten leben können und die nicht vom Verbandssportgericht getroffen werden muss", informiert Verbandsspielleiter Josef Janker. Es sind mehrere Szenarien denkbar: Es bleibt bei der bisherigen Einteilung, es darf einer der beiden Mittelfranken in die Nord-Staffel, oder sogar beide Vereine werden in die Bayernliga Nord eingegliedert. "Auch mit diesem Gedanken haben wir uns schon beschäftigt", verrät Janker, der aber keinen Hehl daraus macht, dass diese Lösung auch mit dem einen oder anderen Problem verbunden wäre: "Wenn es dann irgendwann passieren würde, dass es 21 klassische Nord-Vereine und 15 oder 16 Süd-Klubs wären, dann würde man uns wohl festnageln und erneut eine solche Einteilung fordern. Es ist eine sehr verzwickte Situation, zumal wir auch eine gerechte Abstiegs- und Relegationsregelung festlegen müssen."
Grundsätzlich ist es so, dass es am Ende der Spielzeit 2017/18 in den beiden Bayernligen drei Direktabsteiger und sieben Releganten geben soll. Die Vereine zeigen für den Verband Verständnis. "Ich beneide die BFV-Verantwortlichen nicht. Das ist eine ganz komplizierte Sache", meint Jürgen Press, Coach der DJK Ammerthal. In das gleiche Horn bläst Weidens Sportvorstand Philipp Kaufmann: "Ich möchte diese Entscheidung nicht treffen müssen. Der Unmut von Neumarkt und Kornburg ist absolut nachzuvollziehen. Ich hoffe, dass eine Lösung gefunden wird, die für alle Vereine vertretbar ist."
Würden im Süden mit nur 17 Teams gespielt und im Norden mit 20, hätten die Vereine aus dem Norden Bayerns acht Pflichtspiele mehr als ihre Kollegen aus dem Süden zu bestreiten. "Wir haben nur 16 Feldspieler im Kader. Ich weiß nicht, wie wir diese große Belastung meistern sollten", gibt der Ammerthaler Trainer Press zu bedenken. Ähnlich sieht es Faruk Maloku, Übungsleiter des Aufsteigers DJK Gebenbach: "Ich persönlich habe vollstes Verständnis dafür, dass Neumarkt und Kornburg in der Bayernliga Nord antreten möchten. Aber 38 Pflicht- und mögliche Relegationsspiele sind für einen Amateurverein und dessen Spieler nur sehr schwer zu bewältigen."


Heimspiel-Einnahmen fallen weg

Eines ist aber ohnehin klar: Eine Liga muss so oder so mit 19 Vereinen spielen und hat daher zwangsläufig vier Spieltage mehr zu absolvieren, auch wenn jeder Klub über die Saison hinweg zweimal spielfrei hätte. "Zur mir wurde mal von Verbandsseite gesagt: Wenn man Bayernliga spielen will, muss man auch mit mehr Spielen unter der Woche rechnen und weiter fahren", sagt Schwabmüchens Sportlicher Leiter Manfred Bock mit einem schmunzelnden Unterton. Der erfahrene Funktionäre sieht die Situation sehr sachlich: "Ist man selbst nicht betroffen, reagiert man auf solche Fälle oft mit einem Kopfschütteln. Dass Neumarkt und Kornburg im Norden starten möchten, ist absolut verständlich."
Sollte im Süden tatsächlich nur mit 17 Vereinen gespielt werden, gingen den Klubs auch Heimspiel-Einnahmen verloren. Gerade für zuschauerträchtige Klubs wie Kirchanschöring oder Hankofen würde es also deutliche Einbußen geben. "Uns wäre eine Liga mit 19 Teams lieber als eine Klasse mit 17 Vereinen, da wir zwei Heimspiele mehr hätten. Das sind für uns wichtige Einnahmen, zumal uns durch den Abstieg von Bogen ohnehin unser Landkreisderby weggebrochen ist", erklärt Hankofens Sportlicher Leiter Walter Brunner, der aber als "alter Hase" weiß, wie die Gesetzmäßigkeiten im Fußball sind: "Wir müssen und werden die Entscheidung des Verbands akzeptieren."
Für Schwabmünchens Fußballchef Bock wäre es kein Beinbruch, wenn sein Verein ein oder zwei Heimspiele weniger hätte. "Das wäre für uns nicht existenzbedrohend. Es würden schließlich auch die Buskosten für die weiten Fahrten nach Mittelfranken wegfallen." Spätestens am Dienstagabend wird es eine Entscheidung geben, da sich zu diesem Zeitpunkt das Verbandssportgericht mit dem Thema beschäftigt. Vielleicht kann aber auch schon im Vorfeld eine Lösung gefunden werden, die im Sinne der Bayernligavereine ist. dme
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