Sailershausen

Uhu-Brut gab den Ausschlag für den Windrad-Baustopp

Sailershausen — Das Verwaltungsgericht Würzburg hat am Dienstag eine Begründung seiner Entscheidung, weshalb es einen Baustopp für sechs von zehn Windrädern im Sailershäuser Wald v...
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Auf sechs der zehn Windrad-Baustellen im Sailershäuser Wald ruht derzeit die Arbeit. Am Windrad drei (im Bild) darf weiter gearbeitet werden. Es ist vom Gerichtsbeschluss nicht betroffen.  Foto: Klaus Schmitt
Auf sechs der zehn Windrad-Baustellen im Sailershäuser Wald ruht derzeit die Arbeit. Am Windrad drei (im Bild) darf weiter gearbeitet werden. Es ist vom Gerichtsbeschluss nicht betroffen. Foto: Klaus Schmitt
Sailershausen — Das Verwaltungsgericht Würzburg hat am Dienstag eine Begründung seiner Entscheidung, weshalb es einen Baustopp für sechs von zehn Windrädern im Sailershäuser Wald verhängt hat, geliefert. Eine Uhu-Brut gab offenbar den Ausschlag, wie aus einer Mitteilung des Gerichts hervorgeht.
Die vierte Kammer des Verwaltungsgerichts Würzburg hat mit Beschlüssen vom 27. März die aufschiebende Wirkung der Klagen gegen sechs Windkraftanlagen wiederhergestellt. Das bedeutet: Die Anlagen dürfen nicht weitergebaut werden, bis über die Klagen entschieden ist. Das Landratsamt Haßberge erteilte mit Bescheid vom 28. Februar 2014 die Genehmigung zu der Errichtung und zum Betrieb von zehn Windkraftanlagen im Sailershäuser Wald. Der Betreiber (die Bürgerwindpark Sailershäuser Wald GmbH und Co.KG) beantragte noch vor Errichtung der Anlagen eine Abänderung der ursprünglichen Genehmigung, woraufhin das Landratsamt mit Bescheid vom 18. Juli 2014 eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung für die Änderung des Anlagentyps erteilte; dieser weist nun eine andere Rotorblattform auf und ist insgesamt um drei Meter höher.
Die sechs Kläger sind Eigentümer von Grundstücken in einem Nachbarort und haben diese Genehmigungen angefochten. Nach Auffassung des Gerichts "hat das Landratsamt bei Erteilung der Änderungsgenehmigung vom 18. Juli 2014 die nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung erforderliche Vorprüfung zu den Umweltauswirkungen des Vorhabens nicht ordnungsgemäß durchgeführt". Die Belange des Tierschutzes seien nicht ausreichend gewürdigt worden, meint die vierte Kammer, da es bereits vor Erlass der Änderungsgenehmigung konkrete Hinweise auf eine Uhu-Brut im Einzugsbereich der Windkraftanlagen gegeben habe. Auf diese Aspekte könnten sich die Antragsteller berufen.
Gegen die Beschlüsse des Gerichts in Würzburg hat die Bürgerwindpark Sailershäuser Wald GmbH und Co.KG Beschwerde beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München eingelegt. Per Eilantrag reagierte die Gesellschaft, hinter der der Landkreis Haßberge steht. ks
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