Uehlfeld

Uehlfeld will energieneutral werden

Ziel  Unter anderem eine energetische Sanierung des Gebäudebestands, die Einführung eines kommunalen Energiemanagements und der Ausbau der LED-Straßenbeleuchtung sollen dazu beitragen, den Energieverbrauch in der Marktgemeinde zu senken.
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von unserer Mitarbeiterin Sonja Werner

Uehlfeld — Der Markt Uehlfeld will in allen seinen Bereichen den Energieverbrauch senken. Der verbleibende Energiebedarf soll Schritt für Schritt durch erneuerbare Energien gedeckt werden, und der Markt Uehlfeld wird das Thema Energie nachhaltig im Gemeindeleben verankern.
Um diese Ziele zu erreichen, ließ der Gemeinderat als ersten Schritt ein Energiekonzept speziell für Uehlfeld ausarbeiten. Vorgestellt wurde es von Wolfgang Seitz von der Energieagentur Nordbayern und Eva-Maria Seit mit Werner Heindl vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Um weiter Nägel mit Köpfen zu machen, wurde danach vom Gremium einstimmig beschlossen, das Angebot des Amtes für ländliche Entwicklung zunächst für eine Umsetzungsbegleitung anzunehmen.
Umsetzungsbegleitung bedeutet, dass nun für die Planung in die Tiefe gegangen werden soll. Die zu erbringenden Leistungen werden ausgeschrieben - darunter unter anderem die Erfassung der Stromeffizienz und die Unterstützung bei der Bürgerbeteiligung - und der dann erkorene Umsetzungsbegleiter soll sie in Zusammenarbeit mit der Gemeinde ausarbeiten. Die Kosten hierfür werden zu 75 Prozent vom ALE bezuschusst.

Kosten sind noch unbekannt

Die genaue Höhe der Kosten wollte Bürgermeister Werner Stöcker (CSU) noch nicht nennen - erst soll die Ausschreibung erfolgen. Welche Maßnahmen dann wann und vor allem wo sinnvoll sind, das wird sich nach etwa zwei Jahren zeigen.
Die Umsetzungsbegleitung ist der erste Schritt auf dem Weg zum Ziel "Energieneutrale Gemeinde in Bayern". Uehlfeld ist eine von 15 mittelfränkischen Gemeinden, die in dieses im vergangenen Jahr ausgelaufene Förderprogramm des ALE integriert waren.

Unter dem Durchschnitt

Die Ausgangssituation wurde mit bekannten Daten festgestellt: Uehlfeld verbraucht pro Jahr rund 43 600 Megawattstunden an Energie. Davon entfallen 62 Prozent auf die privaten Haushalte, 36 Prozent auf den gewerblichen Bereich. Heizöl ist dabei mit 35 Prozent der wichtigste Energieträger, Strom und erneuerbare Energien machen je 29 Prozent aus.
Ausgestoßen werden bei diesem Energieverbrauch rund 12 820 Tonnen CO2 im Jahr. Auch wenn die Marktgemeinde damit um fast ein Viertel unter Vergleichswerten für Kommunen ähnlicher Größe liegt, soll an einer weiteren Verbesserung gearbeitet werden.
Dank zahlreicher Solar- und zweier Biogasanlagen kann Uehlfeld seinen Strombedarf bereits zu 76 Prozent aus erneuerbaren Energien decken, die Wärmebereitstellung jedoch nur zu 39 Prozent. "Hier können vor allem die Bürger etwas tun", so die Experten. Viele Gebäude in Uehlfeld stammen noch aus der Zeit vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung Ende der 70er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Eine energetische Sanierung des Gebäudebestandes sei deshalb ein zentrales Thema bei Effizienzsteigerungen.
Weitere angestrebte Maßnahmen sind die Einführung eines kommunalen Energiemanagements, der Ausbau der LED-Straßenbeleuchtung und etliches andere. Ein wichtiger Bestandteil ist die Bürgerbeteiligung und das Bilden von Arbeitskreisen. Mithilfe des Umsetzungsbegleiters wird Uehlfeld in den nächsten Jahren viel zu tun haben auf dem Weg in eine energieneutrale Zukunft. "Viele Schritte führen zum Ziel", sagte der Bürgermeister.

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