Sanspareil

Über Ritter und das Jägerlatein

Auf der Burg Zwernitz gibt es neue Mitmach-Stationen vor allem für Kinder. Diese können sich mit Stahlhelm und Panzerhandschuh ausrüsten, aber auch Tierfelle befühlen und eine Jagd musikalisch "begleiten".
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Christine Maget, die Leiterin der Schlösserverwaltung in Bayreuth, und Kastellan Günther Schwarzott zeigen Jagdlappen, die von den Markgrafen bei der Jagd eingesetzt wurden. Fotos: Alexander Hartmann
Christine Maget, die Leiterin der Schlösserverwaltung in Bayreuth, und Kastellan Günther Schwarzott zeigen Jagdlappen, die von den Markgrafen bei der Jagd eingesetzt wurden. Fotos: Alexander Hartmann
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Alexander Hartmann

Waffen, Rüstungen und das Verlies sind es, was Kinder auf einer Burg begeistert. All das gibt es auf der Zwernitz, die zwar keine Ritterburg war, aber dennoch einen Einblick gewährt, wie Ritter im Mittelalter gelebt haben. In Sanspareil werden aber nicht nur nur Kanonen und Speere gezeigt, die Zwernitz hat auch eine weitere Attraktion: die Dauerausstellung "Markgräfliche Jagd", die seit 2012 das höfische Jagdwesen in den beiden Markgrafentümern Ansbach und Bayreuth im 18. Jahrhundert eindrucksvoll darstellt.
Jetzt wird das museale Angebot um einen Baustein erweitert: Die Schlösserverwaltung hat mit dem Jagdschutz- und Jägerverein Kulmbach Mitmach-Stationen für Groß und Klein eingerichtet. "Wir wollen vor allem Kindern die Jagd und das Rittertum auf anschauliche Weise näher bringen", sagt die Leiterin der Schlösserverwaltung in Bayreuth, Christine Maget.


Die Kanonenkugel in der Hand

Offiziell präsentiert werden die neuen Stationen am kommenden Sonntag. Hanna und Leo (beide 9) aus Wonsees konnten sich aber schon vorab mal in der Burg umschauen. Sie durften im Turm der Zwernitz den schweren Ritterhelm aufsetzen und sich den Panzerhandschuh überziehen. "Die ist ganz schön schwer", sagte Hanna, als sie eine fast zehn Kilogramm schwere Kanonenkugel hochhielt.


"Durch die Lappen gehen"

Im eigentlichen Museum, in dem die Dauerausstellung präsentiert wird, wird die Jagd für die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes greifbar. Hanna und Leo befühlten unterschiedliche Felle und staunten darüber, wie grob das Fell der Wildsau im Vergleich zu dem des Feldhasen ist. Sie erfuhren auch, welchen ursprünglichen Sinne heute gebräuchliche Sprüche wie "Durch die Lappen gehen" oder auch "Auf der Strecke bleiben" in der Jägersprache haben.
Im Raum daneben begaben sie sich auf eine "multimediale Entdeckungstour". Dort wird man anhand von Hör-Beispielen in die Welt der Jagd entführt. Melodien werden abgespielt, die das Anblasen des Treibens, das Sammeln der Jäger oder auch das Halali des Jagd-Endes verkünden. Eingespielt hat diese das Parforcehorn-Bläsercorps des Jagdschutz- und Jägervereins. "Uns freut es besonders, dass wir mit der Schlösserverwaltung einen Beitrag für unser Jagdmuseum im Kulmbacher Land leisten konnten, der hoffentlich viele Besucher anspricht", stellt der Vorsitzende des Vereins, Peter Müller, fest.
Die Eröffnung der neuen Mitmach-Stationen wird am kommenden Sonntag ab 14 Uhr vom Es-Horn-Bläsercorps mit Jagdmusikstücken umrahmt. Prominenter Gast wird der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes, Jürgen Vocke, sein, der nach dem Besuch des Landesjägertags in Kulmbach einen Abstecher nach Sanspareil macht.


Am Sonntag ist der Eintritt frei

Wer auf der Burg Zwernitz in die Welt des Rittertums eintauchen und das Jägerlatein kennenlernen will, hat dazu bereits am Sonntag ab 14 Uhr die Gelegenheit - an diesem Tag sogar bei freiem Eintritt.

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