Zeil am Main

"Tue Buße einen Tag vor deinem Tod"

Zeil — "Und wenn mein letztes Stündlein schlägt..." lautete das Thema eines Vortrages beim Kranken- und Seniorenbesuchsdienst des Katholischen Frauenbundes im Zeiler Pfarrsaal. Den...
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WolfgangSchöller
WolfgangSchöller
Zeil — "Und wenn mein letztes Stündlein schlägt..." lautete das Thema eines Vortrages beim Kranken- und Seniorenbesuchsdienst des Katholischen Frauenbundes im Zeiler Pfarrsaal. Den Nachmittag hatte Heidi Neba-Hinterleitner organisiert. Pastoralreferent Wolfgang Schöller, der als Krankenhausseelsorger im Josef-Krankenhaus Schweinfurt tätig ist, sprach zum Thema.
Sicher hatten sich die meisten Besucher schon mit dem Sterben und dem Tod auseinandergesetzt - diesmal ging es allerdings tiefer. Sich mit dem eigenen Sterben und dem eigenen Tod zu beschäftigen, das wirft Fragen auf, spricht Gefühle an und legt Unsicherheiten offen.
Ein Blick in die Geschichte zeige, dass Tod und Sterben schon immer unterschiedlich gesehen wurden, sagte der Redner. Mozart habe den Tod gar als "Wahrer und bester Freund" bezeichnet. Einen Denkanstoß liefere der Ausspruch eines Rabbi: "Tue Buße einen Tag vor deinem Tod".
Interessant war die Statistik, die aufzeigte, dass 95 Prozent aller Menschen an Krankheiten sterben, die schon länger bestehen, so dass jedem Menschen Tage, Wochen, Monate oder Jahre bleiben, um sich auf den Tod vorzubereiten. Obwohl viele den Wunsch haben, die letzten Stunden zuhause zu sein, sterben tatsächlich 70 bis 75 Prozent außerhäuslich. Davon sind es 42 bis 43 Prozent im Krankenhaus, 15 bis 25 Prozent in Heimen, ein bis zwei Prozent in Hospizen und zwei bis fünf Prozent an anderen Orten.
Die Besucher gingen der Frage nach, wie es ihnen geht, wenn sie ans eigene Sterben denken. Welche Sorgen und Befürchtungen sie dabei haben. Die Palliativmedizin ermögliche durch gezielt eingesetzte Schmerzmittel mittlerweile ein würdiges und weitgehend schmerzfreies Sterben, erklärte Schöller. Ärzte seien dabei so etwas wie "Hebammen fürs Sterben".
Ob ein Mensch Angst vor dem Sterben habe oder seiner letzten Stunde relativ gelassen entgegen sehe, hänge in großem Maß vom Gottesbild ab, das jeder in sich trägt. Jemand, der ein Leben lang an einen liebenden und barmherzigen Gott glaube, werde sich sicher leichter in dessen Hände fallen lassen können. HB

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