Bad Staffelstein

Trotz Gegensätzen vergleichbar

Eröffnung  In der Alten Darre ist die Ausstellung "Leben in den Bergen" mit Fotos aus von Luise und Wilfried Herold zu sehen.
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Überrascht von der Übereinstimmung beider Lebenswelten. Fußball spielende Jugendliche gibt es sowohl in der Alpenregion wie auch im Himalaya. Fotos: Gerda Völk
Überrascht von der Übereinstimmung beider Lebenswelten. Fußball spielende Jugendliche gibt es sowohl in der Alpenregion wie auch im Himalaya. Fotos: Gerda Völk
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von unserer Mitarbeiterin Gerda Völk

Bad Staffelstein — "Vor 20 Jahren waren wir das erste Mal in Tibet. Wir haben uns so wohl gefühlt wie zu Hause", berichten Wilfried und Luise Herold. Auch mit dem Klima und der Höhe hatten die beiden Fotografen keine Probleme. Als sie einmal die Aufnahmen ihrer Reise im fernen Himalaya sichteten, lagen zufälligerweise auch einige Bilder aus Oberbayern auf dem Tisch. "Da waren wir sehr erstaunt darüber, wie sehr sich die Dinge ähnelten", erinnert sich Luise Herold.
Dass das kulturelle Leben in den Alpen und im Himalaya trotz der vielen Gegensätze vergleichbar ist, zeigt ihre Ausstellung "Leben in den Bergen", die noch bis zum 27. September in der Alten Darre und im Stadtturm zu sehen ist.


KIS-Start ins Winterhalbjahr

Die Fotoausstellung ist die erste Veranstaltung der Kultur-Initiative Staffelstein (KIS) des kommenden Winterhalbjahres. In seiner Eröffnungsrede ging KIS-Vorsitzender Hermann Hacker auf die Bedeutung des Bildes unter dem Aspekt des Entstehungsmediums ein. Vor der Erfindung der Fotografie haben die Menschen auf Reisen das Gesehene mittels Zeichnung festgehalten. Bilder, die den Eindruck des Betrachters widerspiegelten. Auch in den Anfängen der Fotografie wurden die Aufnahmen bewusst in Szene gesetzt. Anders dagegen heute. Im Zeitalter der digitalen Massenware und der unvermeidlich erscheinenden Selfies bleibe die Qualität häufig auf der Strecke. Das Ergebnis sei, so Hacker, ein großer Unterschied zu bewusster Fotografie. "Wir müssen wieder zurückfinden zu bewusster Fotografie."
Für das Rosenheimer Fotografen-Duo ist Bad Staffelstein die fünfte Station ihrer Ausstellung "Leben in den Bergen - Alpen und Himalaya". Als kulinarisches Mitbringsel servierten sie bei der Vernissage am Freitagabend Buttertee, ein weitverbreitetes Getränk im tibetischen Kulturkreis.
Ihre Fotografien sind nicht nur in der Alten Darre zu sehen, sondern auch in den luftigen Höhen des Stadtturms. Sie zeigen nicht nur eine erstaunliche Ähnlichkeit beider Hochgebirgslandschaften, sondern auch eine ebenso erstaunliche Übereinstimmung beider Lebenswelten. Durch die Gegenüberstellung der Bildmotive wird eine visuelle Brücke zwischen den Landschaften, der Gebirgsbevölkerung und ihren Religionen und Bräuchen gebaut. Dem kleinen "Wendelsteinkircherl" steht ein Sakralbauwerk im tibetischen Kulturraum gegenüber und Abt Raimund Schreier ist neben einem tibetischen Würdenträger zu sehen. Selbst in der Haartracht der Frauen gibt es erstaunliche Ähnlichkeiten, ebenso bei der Freizeitbeschäftigung Fußball. Bei ihren Aufnahmen in fernen Regionen der Erde gehen Wilfried und Luise Herold sensibel mit den Menschen um. "Wir schießen keine Menschen ab. Wir zeigen die Kamera, wer sich nicht fotografieren lassen will, muss es auch nicht", sagt Luise Herold.
Auch der Bad Staffelsteiner Raimund Göhlich und seine Frau Ljuba haben Nepal besucht. Während ihrer Reise im April dieses Jahres kam es zu dem verheerenden Erdbeben. Die Fotos, die Göhlich während seines Aufenthaltes machte, sind ebenfalls zu sehen. Die Ausstellung ist bis zum 27. September immer donnerstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

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