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Tüchersfeld

Trinkwasser für Tüchersfeld

Versorgung  Der kleine Ort wird sogenannter Wassergast bei der Wiesentgruppe. Ihre Leitungen muss die Stadt Pottenstein aber selbst sanieren. Ob sie das tun wird, darüber brach bei der Wiesentgruppe eine heftige Diskussion aus.
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von unserem Mitarbeiter Thomas Weichert

Tüchersfeld — Nachdem sich der Pottensteiner Stadtrat am Donnerstagabend für die Wassergastlösung für den Ortsteil Tüchersfeld bei der Wiesentgruppe entschieden hatte, stimmte nun auch der Verbandsrat des Wasserversorgers nach einer kurzfristig einberufenen außerordentlichen Verbandsversammlung im Gasthaus Felsentor in Türkelstein dieser Lösung zu.
Einzig Manfred Heckel war für eine Vollmitgliedschaft von Tüchersfeld in der Wiesent-gruppe. Für die Kohlsteingruppe bleibt es bei einer Vollmitgliedschaft in der Wiesentgruppe.


Kurzfrisitig einberufen

Verbandsvorsitzender Hanngörg Zimmermann, der auch Gößweinsteiner Bürgermeister (BMG) ist, hatte die Verbandsversammlung erst vor zwei Tagen kurzfristig einberufen.
Bekanntlich eilt die Angelegenheit sehr, da bis zum Jahresende der Zuschussbescheid der Regierung von Oberfranken vorliegen muss. Sonst gehen Zuschüsse des Freistaats verloren. Zimmermann verlas ein Schreiben des Pottensteiner Bürgermeisters Stefan Frühbeißer (UWV), das am Tag der Verbandsversammlung bei ihm eingegangen ist. Demnach hatte sich der Stadtrat von Pottenstein für die Wassergastlösung von Tüchersfeld entschieden.
Georg Lang (CSU) kritisierte, dass den Verbandsräten die Kooperationsverträge nicht zugestellt worden seien. Dies sei aus Zeitgründen nicht möglich gewesen, so Zimmermann. Lang hatte zuvor auch die Protokollführung kritisiert, da nur ein reines Ergebnisprotokoll von der letzten Sitzung vorlag.
Lang betonte, dass es die richtige Entscheidung sei, die Kohlsteingruppe nicht über Behringersmühle, sondern über Tüchersfeld anzuschließen. Dazu ist eine Überlandleitung von Rackersberg bis zum Feuerwehrhaus in Tüchersfeld nötig, an der sich die Tücherfelder bei der Wassergastlösung mit rund 105 000 Euro beteiligen müssen.
Vom noch zu bauenden Übergabeschacht in Tüchersfeld wird dann die Kohlsteingruppe durch eine Leitung angeschlossen, die bis Hungenberg verlegt werden muss. Wie Zimmermann erläuterte, gibt die Wiesentgruppe den Tücherfeldern im ersten Jahr den Kubikmeter Trinkwasser für 55 Cent ab. Dies sei ein "politischer Wasserpreis".
Im Anschluss werde neu kalkuliert. Die Stadt Pottenstein bleibt Betreiber der Trinkwasserversorgung von Tüchersfeld und muss das marode Leitungsnetz aus den 1950er-Jahren in Tüchersfeld selbst sanieren.
Dies kritisierte Manfred Heckel mit Nachdruck. Er plädierte für eine Vollmitgliedschaft von Tüchersfeld in der Wiesent-gruppe. "Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir das Ortsnetz in Tücherfeld übernehmen sollten", so Heckel. Er befürchtet, dass wegen der alten Leitungen in Tüchersfeld dort dann aus den Wasserhähnen rostiges Wasser kommt. "Dann bekommen wir den Schwarzen Peter zugeschoben", so Heckel.


Zimmermann schreitet ein

"Unser Wasser ist doch nicht rostig", so Roland Müller dazu. Außerdem werde ja das Leitungsnetz in Tüchersfeld von der Stadt Pottenstein saniert. Dies zweifelte Heckel seinerseits jedoch an. "Was ist, wenn die kein Geld haben?", fragte er. "Ich breche nun diese Diskussion ab", schritt Zimmermann ein.
Denn es sei nicht das Problem der Wiesentgruppe, ob in Tüchersfeld die Leitungen saniert werden oder nicht. Man liefere den Tüchersfeldern lediglich das Trinkwasser. "Ist das ein Notverbund mit Tüchersfeld oder liefern wir ihnen das Wasser?", wollte nun Dietmar Brandes wissen. Die Antwort kam von Georg Lang: "Formal sind wir das zweite Standbein der Eigenwasserversorgung von Tüchersfeld." "Mir ist nicht wohl dabei. Wir bauen nach Tüchersfeld eine Leitung und dann gehen die zur Juragruppe und wir bleiben auf den Kosten sitzen", so Brandes, der noch ergänzte: "Denn die haben uns schon mal veräppelt."
"Ich habe ein Schreiben der Stadt Pottenstein mit dem Angebot, bei uns als Wassergast anzuschließen", entkräftete Zimmermann diese Befürchtung. Zimmermann ließ schließlich abstimmen, nachdem er die Kooperatonsverträge mit der Stadt Pottenstein und der Kohlsteingruppe vorgelesen hatte. "Ich bin dagegen, weil man nicht diskutieren darf", darauf Heckel.
Heckel stimmte dann auch als Einziger gegen die Wassergastlösung für Tüchersfeld und zusammen mit Brandes gegen den Kooperationsvertrag mit der Stadt Pottenstein. Über einen Wasserliefervertrag muss nun noch im Stadtrat von Pottenstein und im Verbandsrat der Wiesent-gruppe beraten und abgestimmt werden.

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