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Oberaurach

Trickbetrüger lauern am Telefon, auf Märkten und auch im Internet

Trossenfurt — "Misstrauisch sein!" - das empfiehlt der Kriminal-Oberkommissar Roland Schmied allen Menschen, die am Telefon um Geld gebeten oder beim Weihnachtsmarkt angerempelt we...
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Roland Schmied
Roland Schmied
Trossenfurt — "Misstrauisch sein!" - das empfiehlt der Kriminal-Oberkommissar Roland Schmied allen Menschen, die am Telefon um Geld gebeten oder beim Weihnachtsmarkt angerempelt werden, wenn Briefe oder E-Mails Gewinne versprechen, wenn fremde Menschen vor der Haustür stehen und in die Wohnung möchten. Zum Thema "Trickbetrüger" referierte er im neuen Oberauracher Bürgertreff "Sternstübla" in Trossenfurt.


"Enkeltrick" zieht noch immer

Auch wenn viele Senioren bereits sehr aufmerksam sind, zieht der "Enkeltrick" noch immer. So berichtete Schmied, dass erst vergangene Woche in Würzburg eine "durchaus fitte und geistig rege alte Dame" um 48 000 Euro betrogen wurde. Mit einem kurzen Film machte Schmied deutlich, dass der Trick nur funktioniert, weil die Angerufenen wichtige Informationen preisgeben, wie den Namen eines Enkels oder ihre Vermögensverhältnisse. Die Anrufe kämen zwar meist aus dem Ausland, aber die "Abholer" könnten durchaus in einem Dorf auffallen. Sobald ein Opfer "angebissen" hat, werde es nämlich beobachtet vom Gang zur Bank bis zum Heimkommen, und immer grasten die Anrufer einen ganzen Vorwahlbereich ab.
"Wenn also ein fremdes Auto mit Fahrer den ganzen Tag über unmotiviert im Ort rumsteht, könne man schon mal die Polizei unter 110 anrufen", so Schmied. Auch wer reagiert und die Anrufer abblitzen lässt, solle sich bei der Polizei melden, damit diese eine Warnung herausgibt. Außerdem schule die Polizei, Taxifahrer und Bank-Mitarbeiter, damit die aufmerksam sind, wenn ältere Herrschaften große Barsummen für Enkel abheben. Allerdings bemühten sich die Anrufer meist, ihre Opfer zur Verschwiegenheit zu verpflichten. In die gleiche Kategorie fallen die "Schockanrufer". Ihre Opfer waren anfangs Mitbürger ausländischer Herkunft, weil deren Angehörige oft in der alten Heimat unterwegs waren, mittlerweile jedoch könne jeder Ziel eines solchen Anrufs sein. Die Geschichte sei fast immer gleich: Ein Verwandter ist im Ausland in einen Unfall verwickelt und muss hohe Kosten begleichen. "Lassen Sie sich nicht überreden, Geld über Western Union oder U-Kash zu verschicken", warnte Schmied. "Es ist auch nicht nötig, dass jemand Ihre EC- oder Kreditkarte mitnimmt und auf Sepa umstellt", erklärte er. Mit der Post kämen gefälschte Rentenbescheide mit der Behauptung, es sei über Jahre zu viel Rente bezahlt worden, die jetzt zurückzuerstatten sei. "Schauen Sie nach Ihrer Rentenversicherungsnummer auf dem Schreiben, die kennen nur Sie und das Amt. Und fragen Sie im Amt nach. Wechseln Sie kein Geld an der Haustür, und lassen Sie keine Handwerker rein, die Sie nicht bestellt haben."


Gefährliche Weihnachtsmärkte

Schließlich breche die Hoch-Zeit der Taschendiebe an, wenn Herbst- und Weihnachtsmärkte öffnen. Auch im Supermarkt ließen viele Kunden ihre Geldbörsen unbeaufsichtigt im Wagen. Der Fachmann warnte vor überschwänglich dankbaren Geld- oder Unterschriftensammlern, die bei einer Umarmung den Geldbeutel erbeuten. Ganz kurz ging er auf die Fallen ein, die in den modernen Medien gestellt werden. Sein wichtigster Internet-Tipp: "Nichts anklicken, was man nicht kennt," und Vorsicht vor Anschreiben mit Rechtschreib- und Grammatikfehlern oder unscharfen Logos. "Kein Notar ruft Sie an und verlangt größere Geldsummen. Wenn Sie wirklich etwas gewonnen haben, müssen Sie nicht vor Gewinnauszahlung Geld bezahlen - und lesen Sie das Kleingedruckte in Ruhe", gab Roland Schmied mit auf den Weg.
Mit dem Vortrag startete das Herbst-Winter-Programm im "Sternstübla". Der offene Treff findet jetzt wieder jeden Montag von 14 bis 16 Uhr statt.


Entspannt mit Qi-Gong

Der nächste Vortrag steht für Montag, 12. Oktober, an. Andrea Rauh macht dann Interessierte mit der asiatischen Gymnastik und Entspannungstechnik "Qi-Gong" vertraut. sw

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