Herzogenaurach

Tradition: Ja! Stillstand: Nein!

Zeitsprung  Die Sommerkirchweih in Herzogenaurach ist eine traditionelle Veranstaltung. Seit 1952 wird im Weihersbachgelände im Juli gefeiert. Aber dennoch hat die Kerwa über die Jahre ihr Gesicht verändert.
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Die Bühne im Jahr 1994 - die Wege werden in Schuss gebracht.
Die Bühne im Jahr 1994 - die Wege werden in Schuss gebracht.
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von unserem Redaktionsmitglied 
Michael Busch

Herzogenaurach — Der Autoscooter steht da, wo er hin gehört, die Fischbraterei hat ihren Platz am Aufgang zum Vergnügungsplatz eingenommen und auch Babette Heimlich verkauft nun im 53. Jahr wieder ihre Süßwaren auf der Herzogenauracher Sommerkerwa. Alles beim Alten, alles an seinem Platz! Es ändert sich nichts, könnte man auch angesichts der Kellerkultur meinen. Das Hellersche Bier gibt es an den gewohnten Plätzen ebenso wie das Festgetränk aus der Nachbarstadt Erlangen.
Und doch täte man der Kerwa Unrecht, wenn man es so ausdrücken würde. Denn es ist immer etwas in Bewegung. Manchmal nur Kleinigkeiten, manchmal größere Dimensionen einnehmend. Allein das Podium ist ein Hinweis darauf, dass sich etwas getan hat. Seit zwei Jahren hat die zeltähnlich überdachte Bühne ihren Platz im Weihersbachgelände.
An die Bühne, wie sie auf dem Schwarz-weiß-Foto (oben links) aus dem Jahr 1994 zu sehen ist, kann sich kaum noch jemand erinnern. Und doch war sie über Jahrzehnte der Mittelpunkt auf dem Weihersbachgelände.

Notdurft auf der Kerwa

Aber auch die eher missachteten Toilettenhäuschen galt es über die Jahre immer auf den neusten Stand zu bringen. Das betrifft nicht nur die sanitären Anlagen im Inneren, sondern auch das repräsentative Aussehen der Notdurfteinrichtung. 1994 (Bild unten rechts) hatte es die Einrichtung an der Ansbacher Straße in der Größe noch gar nicht gegeben. Erst ein Anbau sorgte für Entlastung bei der körperlichen Belastung.
Eine Tradition, genauer ein Gedanke, geht allerdings immer mehr verloren. Denn die Kirchweih ist ein christliches Fest und geht bis ins Jahr 335 zurück. Wie in Herzogenaurach wird auch in vielen anderen Gemeinden und Städten die Kirchweih an einem bestimmten Termin gefeiert.

Keine Konkurrenz zum Annafest

Die ist in der Regel der Sonntag an dem die Kirche offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurde.
Die Stadtpfarrkirche Maria Magdalena wurde am 22 .Juli geweiht. Um dem Forchheimer Annafest keine Konkurrenz zu machen, wurde durch den damaligen Bürgermeister Hans Maier - er führte die Sommerkirchweih 1952 ein - der Termin auf die erste beziehungsweise zweite volle Juliwoche festgelegt.
Fazit: Es gibt Veränderungen bei der Kerwa, die sind auch gut. Der Besucher sollte aber nie die Tradition vergessen, die hinter solch einem Fest steht.


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