Haßfurt

Toni Oehm lässt abperlen

Technik  Der 14-jährige Sylbacher holte einen dritten Platz im Landeswettbewerb "Jugend forscht". Der Haßfurter Gymnasiast hat den Lotus-Effekt optimiert. Und er forscht weiter.
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Lotus-Effekt nennt man es, wenn Oberflächen Wasser und auch Schmutz einfach abperlen lassen. Im Wettbewerb "Jugend forscht" hat der Gymnasiast Toni Oehm aus Sylbach ein Verfahren entwickelt, solche Oberflächen als Abdruck von natürlichen Vorbildern nachzubilden.  Fotos: Sabine Weinbeer
Lotus-Effekt nennt man es, wenn Oberflächen Wasser und auch Schmutz einfach abperlen lassen. Im Wettbewerb "Jugend forscht" hat der Gymnasiast Toni Oehm aus Sylbach ein Verfahren entwickelt, solche Oberflächen als Abdruck von natürlichen Vorbildern nachzubilden. Fotos: Sabine Weinbeer
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von unserer Mitarbeiterin 
Sabine Weinbeer

Haßfurt — Ein dritter Platz beim Landesentscheid des Wettbewerbs "Jugend forscht" - das ist für Marco Hartmann Grund, stolz zu sein auf seinen Schüler Toni Oehm und die ganze Jugend-forscht-Gruppe des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt. Aus einer Neigungsgruppe, die sich in der Mittagspause im Labor traf, ist vor zwei Jahren ein Wahlfach geworden und die jungen Forscher haben bei bisher drei Teilnahmen mächtig "abgeräumt" im Wettbewerb.
Nach seinem Erfolg beim Regionalwettbewerb durfte Toni Oehm den Bezirk Unterfranken im Fach Physik vertreten und reiste nach Dingolfing, wo sich alle Teilnehmer im Dynamik-Zentrum von BMW trafen. Ruhig und konzentriert präsentierte er seine Arbeit.
Was hat er erforscht? Schmutz und Wasser abweisende Oberflächen. Die gibt es eigentlich schon. Der so genannte "Lotus-Effekt" wird allerdings bisher meist durch die technische oder chemische Behandlung von Oberflächen erreicht. Toni Oehms Ansatz liegt weit davor. Er hat sich gefragt: Warum nicht die natürlichen Oberflächen direkt abbilden, von denen der Perl-Effekt abgeschaut ist? So machte er sich daran, ein Verfahren zu schaffen, mit dem die natürliche Oberfläche beispielsweise von Blättern per Abdruck so nachgebildet werden kann, dass Wasser und Schmutz keinen Angriffspunkt haben. Das gelang teils sogar besser als beim Original.
So entwicktel der junge Sylbacher ein Verfahren, das kostengünstiger den Lotus-Effekt erzeugt als die bisherigen Methoden mit Chemikalien, durch Lasern oder Ätzen. Und im Gegensatz zu diesen Beschichtungen sind die per Abdruck entstandenen Oberflächen eigentlich ewig haltbar.
Toni Oehm, der die neunte Klasse besucht, hat sich vorgenommen, schon noch zwei oder drei Mal an "Jugend forscht" teilzunehmen. Er ist ebenso engagiert wie die anderen der Forschungsgruppe, was den Lehrer Marco Hartmann begeistert. Er freut sich über die Möglichkeiten, die das Regiomontanus-Gymnasium bietet. Über den modernen naturwissenschaftlichen Neubau hinaus steht den jungen Forschern ein eigener Laborraum zur Verfügung, in dem die Anordnungen auch mal stehen bleiben können. Viele der Teilnehmer forschen auch vorwiegend daheim neben den festen Treffen immer mittwochs.
Die Vorbereitungen auf den nächsten Jugend-forscht-Wettbewerb laufen bereits. "Wir haben da noch einiges in Vorbereitung", erklärt Marco Hartmann. Auch die heimische Wirtschaft unterstütze die jungen Forscher gern, freut er sich, "denn manchmal brauchen wir Bauteile, die wir hier an der Schule nicht fertigen können." Die Räder für das Omniwheel zum Beispiel, das zweite Jugend-forscht-Projekt der Schule, haben die Fränkische Rohrwerke in Königsberg gefertigt. Die Rahmenbedingungen seien also gut, ebenso das Interesse an dem Wahlunterricht. Zehn Projektgruppen (mit je zwei bis drei Schülern) können die beiden teilnehmenden Physiklehrer betreuen, aber 40 bis 50 Interessenten meldeten sich bisher an.


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