Zeil am Main

Symbol gegen die materielle Welt

Jubiläum  Die evangelische Kirchengemeinde in Zeil feierte das 90-jährige Bestehen der Himmelfahrtskirche. In einer Gesellschaft, die mehr aufs Geld als auf soziale Werte schaut, wird ein Gotteshaus als Ort der Gegenwart Gottes immer wichtiger.
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von unserem Redaktionsmitglied 
klaus schmitt

Zeil — 90 Jahre steht die Himmelfahrtskirche in Zeil. Zunächst ein Vikariat von Haßfurt, ist die Gemeinde Zeil 1960 selbstständig geworden und bekam einen eigenen Pfarrer. Voller Selbstbewusstsein und mit ein bisschen Stolz beging die evangelische Kirchengemeinde das 90. Jubiläum der Kirche. Höhepunkt war der Festgottesdienst am gestrigen Sonntag.
Es gebe in Zeil nur wenige Menschen, die älter als 90 Jahre sind, erklärte Pfarrer Hans-Christian Neiber im Festgottesdienst. 90 Jahre seien kein Alter für eine Kirche, aber in einer Diaspora-Gemeinde wie Zeil "gelten andere Maßstäbe", sagte der Zeiler Pfarrer.

Ein Zeichen setzen

Dekan Jürgen Blechschmidt bezeichnete die Kirche als einen Ort der Gegenwart Gottes. Seit 90 Jahre versammle sich die Gemeinde in der Himmelfahrtskirche. Jürgen Blechschmidt bedauerte, dass es in der heutigen Zeit "immer schwieriger" sei, Christ in einer Gesellschaft zu sein, in der materielle Dinge und das Geld dominierten. Christen sollten, wie er wünschte, ein Zeichen gegen diese Entwicklung setzen. "Dafür brauchen wir Jesus Christus in unseren Herzen." Mit Jesus gelinge christliches Leben, sagte er.
Zeil bezeichnete der Dekan als eine "kleine, gemütliche Kirche", die Jesus Christus im Herzen habe. Er wünschte den Teilnehmern des Festgottesdienstes Kraft, Gottes Geist, einen starken Glauben und Jesus als Begleiter in ihrem Leben.
Das gute Miteinander von katholischen und evangelischen Christen in der Stadt würdigte Zeils Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) in einem Grußwort nach dem Festgottesdienst. In Zeil "wird die Ökumene gelebt", freute er sich.
Stadelmann würdigte den Mut der Menschen, die vor 90 Jahren die Himmelfahrtskirche gebaut haben, und er lobte den Mut der heutigen Kirchengemeinde, die die neue Kindertagesstätte der Gemeinde errichtet hat. Sie ist vor kurzem offiziell eröffnet und eingeweiht worden.
Sands Bürgermeister Bernhard Ruß freute sich über die funktionierende Kooperation zwischen Zeil und Sand. Die Zusammenarbeit der beiden Orte "hat sich gut entwickelt", sagte er. Die evangelischen Christen in Sand sind Teil der Kirchengemeinde Zeil.

Mehrere Tage

Die evangelische Kirchengemeinde Zeil feierte das 90-jährige Bestehen der Himmelfahrtskirche mit einem mehrtägigen Fest. Den Auftakt bildete am Himmelfahrtstag ein Vortrag des Heimatforschers Ludwig Leisentritt zur Baugeschichte des Gotteshauses und dem evangelischen Leben in Zeil und der Region (siehe Bericht unten).
Drei Chöre gestalteten am Samstagabend in der Kirche ein Konzert. Mitwirkende waren die "Free Gospel Singers", der Zeiler Jugendchor und der Gesangverein "Liederkranz". Die Sänger haben "unserer Jubilarin", wie Pfarrer Hans-Christian Neiber die Himmelfahrtskirche bezeichnete, auf musikalische Weise die Ehre erwiesen. Den Festgottesdienst am Sonntag feierte die Gemeinde mit Dekan Jürgen Blechschmidt (Rügheim) und Pfarrer Hans-Christian Neiber sowie dem früheren Zeiler Pfarrer Gerhard Schleier. Die Buben und Mädchen des Kindergartens sowie der "Sängerkranz" Zeil und der Posaunenchor bereicherten den Festgottesdienst. Das Fest der evangelischen Kirchengemeinde und der Kindertagesstätte, für die die Kirchengemeinde der Träger ist, schlossen sich am Sonntag auf dem Areal rund um die Himmelfahrtskirche an.
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