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"Sven Richter" hat Trojaner Petya im Gepäck

Am Donnerstag kam es in einem Versicherungsbüro in der Region Main-Rhön zu einer Attacke des Verschlüsselungstrojaners Petya. Eine Bewerbung forderte zum He...
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Am Donnerstag kam es in einem Versicherungsbüro in der Region Main-Rhön zu einer Attacke des Verschlüsselungstrojaners Petya. Eine Bewerbung forderte zum Herunterladen der Bewerbungsunterlagen auf, die letztlich den Trojaner einschleuste, berichtet das Polizeipräsidium Unterfranken. Der Schaden hält sich durch rechtzeitige Einschaltung eines Systemadministrators in Grenzen.
Am Donnerstag hatte ein Mitarbeiter des Büros eine Bewerbung per E-Mail erhalten. Ein "Sven Richter" forderte das Herunterladen der kompletten Unterlagen über einen Online-Speicherdienst. Glücklicherweise wurde der Beschäftigte stutzig und schaltete den Systemadministrator ein. Der Spezialist verwendete zum Download einen Testrechner. Im Gepäck hatten die Bewerbungsunterlagen einen Verschlüsselungstrojaner, der Daten auf dem Rechner unbrauchbar machte.
Das Schema folgte einem Angriff, dem vor Monaten auch Arztpraxen zum Opfer fielen: In der Folge tauchte eine Erpresserbotschaft auf, in der die Täter aufforderten, Geld über einen Transferdienstleister zu überweisen oder über eine virtuelle Währung (Bitcoins) zu zahlen.
Der Administrator erstattete ohne Bezahlung Anzeige bei der Kripo. Es laufen Ermittlungen wegen versuchter Erpressung und Datenveränderung.
Um sich vor Schadsoftware zu schützen, rät die Polizei Geschäftsleuten, wachsam zu sein und nie ungeprüft Dateianhänge zu öffnen, ganz gleich, ob es sich um scheinbar ungefährliche Dateien wie Bilder, Dokumente oder Sonstiges handelt. Lieber erst beim Absender nachfragen. Gerade Banken schicken in der Regel keine elektronischen Nachrichten, ohne diese zuvor mit dem Kunden besprochen zuhaben. Nie auf Links in unaufgefordert zugesandten E-Mails klicken - diese können auf infizierte Webseiten leiten, die zu einem unbemerkten Download der Schadsoftware führen.
Vorsicht in Sozialen Netzwerken beim Klick auf angeblich aufsehenerregende Videos oder Mitteilungen - auch wenn diese angeblich Freunde empfehlen.
Regelmäßig sollte man Sicherheitsupdates des Herstellers tätigen; Virenschutzprogramme sollte man nutzen und regelmäßig aktualisieren. Nicht mit Administratorenrechten im Internet unterwegs sein: Lieber einen "Benutzer" mit Standardbenutzerrechten anlegen und mit diesem dann im Internet surfen.
Die eigenen Daten sollten regelmäßig auf einem externen Medium gesichert werden. red


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