Schlaifhausen
Wintersport 

Susi von Borstel kann mit Fellen umgehen

Die ehemalige Schlaifhausenerin Susi von Borstel hat bei einem Wettbewerb im Skibergsteigen in Österreich zwei Podestplätze geholt und will andere für den Sport begeistern.
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Susi von Borstel (l.) wurde im Ziel von ihrem Mann empfangen.
Susi von Borstel (l.) wurde im Ziel von ihrem Mann empfangen.
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Daniel Ruppert

25 Jahre lang hatte Susi von Borstel das Walberla direkt vor ihrer Haustür, doch erst nach ihrem Umzug von Schlaifhausen ins Allgäu entdeckte sie das Skibergsteigen für sich. Nachdem sie damals als Susi Zettl für die Triathlon-Damenmannschaft des SSV Forchheim in der Regionalliga an den Start geganen war, nahm sie jetzt unter ihrem neuen Familiennamen an der "Erztrophy", einem Tourengeher-Wettbewerb in Österreich teil.
"Ich mache das seit etwa zehn Jahren", sagt von Borstel, die sich über zwei Podestplätze freuen durfte. Am ersten Tag ging es nur bergauf. In der bezeichnenden Disziplin "Vertical" belegte die 35-Jährige nach etwa einer halben Stunde den dritten Platz unter rund 25 weiblichen Teilnehmern. Am Folgetag stand "Individual" auf dem Programm, wo für sie sogar der Silberrang heraussprang. "Es gab je zwei Aufstiege und Abfahrten, dazu eine Tragepassage", erklärt von Borstel.


Felle drauf und die Piste hoch

Beim Skibergsteigen, das bei uns eher unter Tourengehen geläufig ist, gehen die Sportler mit speziellen Schneebrettern den Berg hinauf. An die Unterseite gespannte Felle verhindern ein rückwärtiges Abrutschen. Die Skischuhe rasten lediglich vorne in die Bindung ein, damit man die Füße relativ frei bewegen kann. An der Veranstaltung in Mühlbach nahmen über alle Klassen hinweg etwa 200 Personen teil.
"Mir lagen schon beim Triathlon die längeren Strecken", erinnert sich die gebürtige Fränkin, die im "Individual" nach 1:05:38 Stunden zu Silber stürmte. Da die Felle vor jeder Abfahrt abgenommen und anschließend wieder aufgezogen werden müssen, sind beim Tourengehen nicht nur Kondition und Skifahrkünste, sondern auch Geschick gefragt. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, so konnte von Borstel auch ein wenig von der Landschaft des Hochkönigs in den Berchtesgadener Alpen nahe der deutschen Grenze genießen.


Eine runde Sache

"Die Bedingungen waren spitze, die Veranstaltung war perfekt organisiert", sagt die kaufmännische Angestellte einer Reha-Klinik. Während ihres Betriebswirtschaftsstudiums in Kempten lernte sie ihren heutigen Mann kennen, mit dem sie in Sonthofen wohnt. Kein Wunder, dass sie ihr sportliches Engagement von Schwimmen, Radeln und Laufen Richtung Skifahren verlegt hat. Statt bei der Challenge in Roth oder dem Forchheimer Stadttriathlon taucht sie mittlerweile in Teilnehmerlisten für den "Sellaronda-Skimarathon" oder die "Mountain Attack" in Saalbach auf.
Auf die "Erztrophy" habe sie sich mit dem "Allgäu Vertical" und dem "Guntenlauf" vorbereitet. Bei dem Wettbewerb in Vorarlberg stellte sie sogar einen Streckenrekord auf. Dennoch war sie vom Erfolg im Hochkönig überrascht. "Es war gleichzeitig die österreichische Meisterschaft. Das Feld war mit Österreicherinnen und Italienerinnen gut besetzt", erklärt von Borstel, die sich lediglich der Weltcup-Läuferin Johanna Erhart geschlagen geben musste und ein Dutzend Damen hinter sich ließ. "Der Sport hat sich bei den Frauen leider noch nicht so durchgesetzt. Es würde mich freuen, wenn meine Ergebnisse auch die Jüngeren motivieren, sich ans Skibergsteigen ranzutrauen", sagt von Borstel.


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