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Höchstadt

Sturm auf den Kellerberg

Auftakt   Scharenweise pilgerten die Höchstadter gestern Abend zur Kerwa auf ihre in Europa einmalige Anlage. Die Sanierung der 25 Häuschen und vieler darunter liegender Felsenkeller ist weitgehend abgeschlossen.
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von unserem Redaktionsmitglied 
Andreas Dorsch

Höchstadt — Beim Versuch, aus dem Wasser- einen Bierbrunnen zu machen, sei er überfordert, gestand Dekan Kilian Kemmer gestern Abend zur Eröffnung der Kellerberg-Kerwa. Aber zusammen mit seinem evangelischen Amtsbruder Pfarrer Gottfried Schlee stellte er das gesamte Ambiente und dann auch die einzelnen Kellerhäuschen unter den Schutz Gottes.
"Auf dem Berg glaubte man, Gott näher zu sein", sagte Kemmer. Er hoffe, dass hier einige heraufsteigen. Das neue Kreuz hatte er vergessen, er will es heute ab 10 Uhr zum Weißwurstfrühstück nachliefern.
Bürgermeister Gerald Brehm (JL) sprach von einem "besonderen Tag", an dem die "einmalige Kelleranlage" übergeben werde. Besonders bedankte er sich beim Kellerbergverein mit Vorsitzendem Karsten Wiese. Die Vereinsmitglieder haben auf der Anlage des städtischen Petersbecks-Keller Tausende ehrenamtliche Stunden geleistet. Der Bürgermeister lobte auch die Eigentümer der Kellerhäuschen, "die fast alle mitgemacht haben". Bei 70 Prozent Förderung durch die EU und die LAG sei das auch machbar gewesen.

Europa half mit

Am Kellerberg könnten die Bürger sehen, dass Europa auch dafür Geld hat, sagte der Parlamentarische Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete Stefan Müller (CSU). Das schönste in Höchstadt sei der Kellerberg, darauf könnten die Höchstadter stolz sein.
Und die ließen sich zur Feier auch nicht lange bitten. Mit dem Einschießen der Schützengilde auf dem Marktplatz begann das Eröffnungsprogramm. Dann ging es im Festzug bei schweißtreibenden knapp 40 Grad hinauf auf den Berg. Musikalisch begleitet wurde der Zug diesmal von der Blaskapelle Elsendorf. Von allen Höchstadter Kapellen hatte Cheforganisatorin Susanne Gabler nur Absagen bekommen.
In einem Schauspiel in historischen Gewändern, in denen das Ehepaar Grasse aus der Theatergruppe des Heimatvereins steckte, wurde der Kellerbergkerwa-König gewählt. Hier kamen die Tugenden von Sebastian Schmidt, Georg Römer, Kilian Kemmer und Gerald Brehm aber nicht an die von Kellerbergvereinsvorsitzendem Karsten Wiese heran. Wiese bekam die Königskrone und mit Dorothea I. gleich die neue Höchstadter Bierkönigin zur Seite gestellt.
Der obligatorische Anstich gelang Bürgermeister Brehm mit einem einzigen Schlag. Architekt Fritz Wiesneth berichtete von den umfangreichen Sanierungsarbeiten. Die klare und einfache Architektur der Häuser soll an den Charakter des Kellerbergs in den 50er Jahren erinnern.
Für Karsten Wiese ist der Kellerberg eine "tolle Geschichte". Er freute sich einerseits über die Masse an Leuten, die zur Kerwaseröffnung gekommen waren, bedauerte aber, dass durch die vielen Menschen nicht alles zu sehen sei, was auf dem Areal des Petersbecks-Kellers geschaffen wurde.
Von heute um 10 Uhr bis Sonntagabend 18 Uhr wird jetzt am Kellerberg gefeiert.

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