Weißenbrunn

Stumme Glocken

Sanierung  In Wildenberg läuten derzeit keine Glocken mehr. Das soll sich nach dem Willen des Weißenbrunner Gemeinderats aber ändern.
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von unserem Mitarbeiter 
Karl-heinz Hofmann

Weißenbrunn — Der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Weißenbrunn hat in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, Baugrunduntersuchungen für die Vorbereitung der Wasserversorgung Eichenbühl durchführen zu lassen. Im Zuge des Neubaus der Wasserversorgung Eichenbühl sind für die Erkundung der Wasserleitungstrasse und der Standorterkundung des Pumpwerks umfangreiche Baugrunduntersuchungen erforderlich.
Damit möchte man die Leitungstrasse auf einer Strecke von rund 1,4 Kilometern, unter einen möglichst gut bearbeitbaren Boden verlegen. Der Auftrag für diese Bodenuntersuchungen wurde an die Firma Ruppert & Felder aus Bayreuth zum Preis von 7391 Euro vergeben.

Drei schadhafte Hydranten

Im Gemeindeteil Gössersdorf müssen drei schadhafte Hydranten dringend ausgetauscht werden. Die Verwaltung wurde mit der Ausschreibung beauftragt.
In Wildenberg läuten seit einiger Zeit keine Glocken mehr. Bis zum schadensbedingten Ausfall läutete die Glocke täglich um 11 und 18 Uhr. Die Glockenanlage befindet sich im ehemaligen Schulhaus Wildenberg, welches aber inzwischen in Privatbesitz ist. Vom Eigentümer aus gibt es keine Einwände, die Glocke wieder zum Läuten zu bringen. Dieser hatte sich sogar schon um Angebote bemüht. Demnach würden sich die Gesamtkosten für den Umbau der Glockenanlage auf Linearbetrieb auf 4414 Euro belaufen. Laut Aussage von Bürgermeister Egon Herrmann (SPD) und dessen Erkundungen bei einer Spezialfirma wäre dies die Ideallösung. Allerdings gibt es nach Auskunft der Experten auch eine einfachere Lösung zur Ingangsetzung der Glockenanlage, deren Kosten auf 1500 bis 2000 Euro geschätzt werden.

Zwei alte Bäume

Die Ausschussmitglieder wollen dafür mehrere Angebote sehen. Deshalb fasste man den grundsätzlichen Beschluss, die Glockenanlage in jedem Falle zu erhalten.
Die Verwaltung wurde beauftragt, Angebote für eine Sanierung und Ingangsetzung einzuholen. Dieter Wolf (SPD) verwies in diesem Zusammenhang auf einen Eingemeindungsvertrag aus den 1970er-Jahren, in dem bei der Eingemeindung Wildenbergs nach Weißenbrunn vereinbart worden ist, dass die Gemeinde die Glocken zu erhalten habe.
Zwei alte Birkenbäume vor dem Rathaus in Weißenbrunn geben zu Bedenken Anlass. Eine Birke ist stark von Efeu befallen, der dem Baum wichtige Nährstoffe entzieht. Außerdem weist die Birke eine starke Neigung aus. Um dies zu entfernen, wäre ein Hubsteiger anzumieten, dessen Kosten sich auf 200 Euro plus Personalkosten belaufen.
Eine weitere Birke beugt sich über die Parkplätze vor dem Rathaus. Die Höhe und Neigung beider Birken sind besorgniserregend, ganzjährig abfallende Äste stellen zudem eine permanente Gefahr für Menschen und parkende Autos dar. So beschloss das Gremium, die zwei Birken in Kürze fällen zu lassen. Die sachgemäße Fällung würde pro Baum 250 Euro kosten. Die beiden Bäume ergeben circa vier bis fünf Ster Brennholz, was einem Wert von etwa 200 Euro entspricht. Zugleich waren sich die Räte einig darüber, die zwei Birken durch alternativ kleinere und pflegeleichtere Bäume zu ersetzen. Bürgermeister Herrmann informierte das Gremium über mittlerweile vergebene Gewerke für das Wasserwerk Weißenbrunn.
Der Auftrag für die Stützkonstruktion ging an die Firma SHFL Hümmer aus Kronach zum Preis von 4138 Euro. Mit dem Deckendurchbruch wurde die Firma Betontrenn Dumroff aus Breitengüßbach für 7730 Euro und mit der Dachsanierung die Firma Wachter aus Wilhelmsthal zum Preis von 12 928 Euro beauftragt.
Bauamtsleiter Jürgen Fenner konnte den Räten auch eine Bauzeitplanung vorlegen, wonach der Beginn der Baumaßnamen für 20. April vorgesehen ist; die Fertigstellung soll bis 13. Mai erfolgen.

Vor vollendete Tatsachen gestellt

Herbert Spindler und Heinz Krause (beide FW) monierten, dass das Gremium vor vollendete Tatsachen gestellt werde, obwohl in einer vorangegangenen Sitzung vereinbart worden sei, dass die Bauausschussmitglieder das Bauprojekt vor einer Auftragsvergabe mit Fachleuten besichtigen und sich die Sachlage erörtern lassen.
"Wir würden dann manches besser verstehen", sagte Herbert Spindler. Während Bau- amtsleiter Fenner dies durch ein Zeitproblem nicht möglich sah, räumte der Bürgermeister ein, diese Vereinbarung übersehen und nicht beachtet zu haben. Die angeregte Vorgehensweise wäre sicher besser gewesen, lenkte das Gemeindeoberhaupt ein. Er will bei ähnlich gelagerten Fällen zukünftig auf jeden Fall das Gremium zur Beratung mit einbeziehen. Einer Bauvoranfrage von Carolin Zipfel-Kempf und Jürgen Zipfel auf Errichtung eines Einfamilienhauses konnte das Gremium vorerst keine abschließende Zustimmung erteilen.

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