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Eltmann

Strom fließt unterm Main

Umbau  Das Bayernwerk geht an die Netzverstärkung bei Eltmann. Dazu wird ein alter Mast eingelegt, die Stromleitung unter dem Fluss hindurchgefräst und dann ein neuer Mast errichtet.
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Der neue Mast liegt schon bereit. Das Bayernwerk verlegt bei Eltmann Stromleitungen mit Hilfe von Spühlbohrungen. Es muss nichts mehr aufgebaggert werden, vielmehr arbeitet der Bohrer quasi unsichtbar unter der Erde. Der Main und die Bundesstraße 26 werden unterquert. Foto: Ronald Rinklef
Der neue Mast liegt schon bereit. Das Bayernwerk verlegt bei Eltmann Stromleitungen mit Hilfe von Spühlbohrungen. Es muss nichts mehr aufgebaggert werden, vielmehr arbeitet der Bohrer quasi unsichtbar unter der Erde. Der Main und die Bundesstraße 26 werden unterquert. Foto: Ronald Rinklef
Eltmann — Bei Eltmann wurde das Stromnetz für die Einspeisung von regenerativen Energien optimiert: Dazu geht das Bayernwerk in die Tiefe und verlegt die Stromleitung unter dem Main hindurch. Eine Maßnahme, die auch manchen langgedienten Mitarbeiter hinter dem Schreibtisch hervor und quasi an die Baugrube lockt. Denn die Bahn für die Stromleitung wird per Bohrung gelegt, und dazu muss man oben auf dem Fluss in einem Boot die Tiefe messen und die Richtungsimpulse geben. Nicht alltäglich und sicherlich spannend für den Eingeweihten.
Am Freitag schon begann das Einrichten der Start- und der Zielgrube in Eltmann auf der Mainhalbinsel und jenseits des Mains auf Ebelsbacher Seite, wie das Bayernwerk mitteilte.

Klima hat keinen Einfluss mehr

Die 20 000-Volt-Stromleitung führt bislang oberirdisch quer über den Main bis in die Stadt und soll durch ein Stromkabel ersetzt werden, das sicher im Erdreich vergraben wird. Hierdurch wird laut Bayernwerk die Sicherheit der Stromversorgung erhöht - atmosphärische Einwirkungen wie Blitz oder Ast- und Baumbruch sind ausgeschlossen, zum anderen wird das Stromnetz für die Aufnahme von erneuerbaren Energien verstärkt.
Das Bayernwerk lässt über eine Baufirma einen Masttausch vornehmen. Der Mast liegt schon bereit und wird auf der Ebelsbacher Seite des Mains errichtet gegenüber des Eltmanner Sportplatzes. Hier muss der bisherige Freileitungsmast durch einen so genannten Kabelüberführungsmast ersetzt werden, um die ankommende Freileitung aus dem Umspannwerk Eltmann mit dem neuen Erdkabel verbinden zu können. Der Main wird bis zur Sportanlage mittels einer Spülbohrung unterquert. Eine Spühlbohrung ist ein umweltfreundliches Verfahren, wie Bayernwerk in seiner Pressemitteilung beschreibt, denn ein rotierender Bohrkopf sitzt auf einer Stange und wird, unterstützt durch einen Wasserstrahl mit 70 bar Druck, nach und nach durch das Erdreich vorangetrieben.

Dem Bohrkopf folgt ein "Räumer"

Ist der Bohrkopf am Ziel, so wird er gegen einen "Räumer" ausgetauscht. Der weitet beim Zurückziehen das Bohrloch entsprechend der benötigten Leitungsdimension aus und zieht ein Leerrohr ein, in das wiederum das Kabel eingezogen wird. Fertig. Große Eingriffe in die Natur finden somit nicht statt.
Die Trasse führt weiter bis zur Trafostation Wasserversorgung, die bereits 2013 an das Kabelnetz angeschlossen wurde. Von dort aus wird auch die Bundesstraße 26 mit dem Spülbohrverfahren unterquert.
Das Mittelspannungskabel führt weiter entlang des Gehwegs bis in die Bühlleite. Dort muss ein weiterer Mast getauscht werden, um ein Kabelsystem mit der bestehenden Freileitung in Richtung Eschenbach zu verbinden. Das zweite Kabelsystem, das auf dieser Trasse mitverlegt wird, verläuft bis zur Trafostation Schlosssteige, wo es an der Station angeschlossen wird. Insgesamt werden rund 1050 Meter Mittelspannungskabel verlegt.
Voraussichtlich Ende November sollen die Arbeiten abgeschlossen und die neue Mittelspannungsleitung in Betrieb genommen sein. Dann sind sieben Mittelspannungsmasten überflüssig und können, ebenso wie die Leiterseile, abgebaut werden (dann im Frühjahr 2015). "Wir investieren für diese Maßnahme rund 160 000 Euro", informiert Siegfried Lauger, der Leiter Netzbau Bamberg beim Bayernwerk. Er freut sich über die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Eltmann, dem Wasserschifffahrtsamt Schweinfurt sowie dem Staatlichen Bauamt.
Die Bayernwerk AG ist nach eigenen Angaben der größte regionale Netzbetreiber in Bayern. Mit einem 185 000 Kilometer langem Stromnetz und dem über 5500 Kilometer langem Gasnetz sichert das Unternehmen die Energieversorgung. red

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