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Kulmbach
gericht 

Streit um 60 Euro eskaliert

Ein 21-Jähriger schlägt einem Mann gegen die Brust und kommt glimpflich davon.
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Wegen Körperverletzung musste sich ein 21-Jähriger vor dem Amtegericht Kulmbach verantworten. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Wegen Körperverletzung musste sich ein 21-Jähriger vor dem Amtegericht Kulmbach verantworten. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Stephan Herbert Fuchs

Eigentlich war es eine Lappalie. Junge Leute trafen sich zu abendlicher Stunde auf einem Supermarktparkplatz im Kulmbacher Industriegebiet und gerieten wegen einer Geldschuld in Streit. Ein Wort gab das andere - und schon wurde aus einer verbalen eine körperliche Auseinandersetzung.
Weil ein 21-Jähriger dabei seinen um ein Jahr älteren Kontrahenten schlug, traf man sich nun vor Gericht wieder.
Insgesamt ging es um 60 Euro. Das Geld sollte die Freundin des einen von der Freundin des anderen bekommen. Die war aber lediglich bereit, nur 30 Euro zurückzuzahlen. Daraufhin hagelte es Beleidigungen.
Dann griff irgendwann der Angeklagte ein. Er sei aus dem Auto gestiegen und habe seinen Kontrahenten zur Seite geschubst. "Mehr war definitiv nicht", beteuerte er vor Gericht.
"Es war schon weit mehr als ein Schubser", sagte dagegen das Opfer und berichtete von Schlägen gegen seine Brust, von Schmerzen und kurzzeitiger Atemnot.
Beim Verlesen des Vorstrafenregisters wurde schnell klar, warum die an sich harmlose Geschichte so konsequent verfolgt wird. Der 21-Jährige hat bereits vier Eintragungen wegen Beleidigung, falscher Verdächtigung und Diebstahls. Erst vor fünf Wochen war er zu 70 Arbeitsstunden verurteilt worden, weil er sich an der Geldbörse einer betagten Frau vergriffen hatte.
Er möchte möglichst weit weg von Kulmbach neu anfangen, sagte der Angeklagte noch.
"Was passiert ist, das ist eigentlich ein Witz", sagte Staatsanwalt Florian Losert. Das Problem seien aber die Vorstrafen. Trotzdem einigten sich alle Prozessbeteiligten darauf, das Verfahren gegen eine weitere Arbeitsauflage einzustellen.
"Ganz in Ordnung war das alles nicht", so Richterin Tettmann. Es sei doch purer Zufall gewesen, dass nichts Schlimmeres passiert ist.
Nun muss der Angeklagte weitere 40 Stunden unentgeltliche und gemeinnützige Arbeit ableisten. Bei der nächsten Kleinigkeit sei es mit der "Kuscheltherapie" aber vorbei, gab Losert dem Angeklagten noch mit auf den Weg.

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