Coburg

Stolpersteine putzen, an Opfer erinnern

Coburg — Die kleinen Messingquader im Boden erinnern vor vielen Häusern in der Stadt an Opfer der Nationalsozialisten. Der 9. November ist der Gedenktag für die Opfer des Nationals...
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Stolperstein in Coburg. Foto: F. Bartl
Stolperstein in Coburg. Foto: F. Bartl
Coburg — Die kleinen Messingquader im Boden erinnern vor vielen Häusern in der Stadt an Opfer der Nationalsozialisten. Der 9. November ist der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus; deshalb rufen die Jusos im Unterbezirk Coburg/Kronach in dieser Zeit dazu auf, die Stolpersteine zu reinigen. Zum vierten Mal findet diese Aktion am Samstag, 14. November, ab 15 Uhr statt.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 fanden in der "Reichspogromnacht" (von den Nationalsozialisten spöttisch "Reichskristallnacht" genannt) in Deutschland von der NSDAP gezielt organisierte und gelenkte Gewaltaktionen gegen jüdische Bürger statt. Dabei wurden etwa 400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Über 1400 Synagogen sowie jüdische Geschäftsräume, Friedhöfe und Privatwohnungen wurden zerstört. "Das Novemberpogrom markierte außerdem den Übergang von der seit 1933 üblichen Diskriminierung jüdischer Bürger hin zu deren systematischen Verfolgung und Ermordung", schreibt die Juso-Unterbezirksvorsitzende und Coburger Stadträtin Franziska Bartl.
In Coburg seien die Nationalsozialisten "mit unglaublicher Brutalität" gegen noch in der Stadt lebende Juden vorgegangen. "Man trieb sie prügelnd durch die Stadt, überfiel ihre Lebens- und Geschäftsräume und zerstörte die Betstube des Predigers Hirsch, seit dem Nutzungsverbot der Synagoge 1932 religiöser Zufluchtsort."
Seit 2009 werden in Coburg die "Stolpersteine gegen das Vergessen" verlegt. Sie befinden sich vor den ehemaligen Wohn- oder Wirkungsstätten der Genannten. Im Lauf der Zeit verlieren die Messingsteine ihren Glanz. Die Putzaktion diene auch dazu, an die Opfer der Nazis zu erinnern. Denn: "Ein jüdisches Sprichwort sagt: ,Der Mensch ist erst dann wirklich tot, wenn sein Name vergessen ist‘", schreibt Franziska Bartl dazu.
Treffpunkt ist am Samstag um 15 Uhr vor dem Coburger Rathaus.Wer mitmachen will, möge Putzmaterial (Lappen, kleine Eimer) mitbringen. red

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