Coburg

Stellungnahme der Regierung sorgt für Unmut

Zur Stellungnahme der Regierung zum geplanten Flugplatz Meeder: Die Regierung von Oberfranken hat ihre Stellungnahme zum Thema Naturschutz abgegeben. Der Br...
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Zur Stellungnahme der Regierung zum geplanten Flugplatz Meeder:

Die Regierung von Oberfranken hat ihre Stellungnahme zum Thema Naturschutz abgegeben. Der Brief mit dem Gutachten datiert vom 11.05.2017. Das Gutachten enthält eine detaillierte Beschreibung der Artenvielfalt in den betroffenen Schutzgebieten.
Gleichzeitig wird die angebliche "Lärmresistenz" der Vogelarten am Beispiel des Flugplatzes Bamberg widerlegt. Die von der Projektgesellschaft VLP Meeder vorgelegten Zahlen für Flugbewegungen über dem Goldbergsee werden von dem Gutachten in den Bereich "alternative Fakten" verschoben. Eine Kostprobe zum Thema "alternative Fakten" möchten wir hier erwähnen, das Anflugblatt in Kapitel 6.17.3 der kürzlich ausgelegten Planfeststellungsunterlagen. Die wirre Darstellung soll suggerieren, dass derzeit alle auf der Brandensteinsebene landenden Piloten nichts anders im Sinn haben, als den Goldbergsee zu beschallen, daher die angebliche Lärmresistenz der Vögel.
Bisher hat die Projektgesellschaft bei solchen kritischen Stellungnahmen nach dem Muster reagiert "alles nicht so schlimm, wir haben das Gegenteil bewiesen". Doch dieses Mal war die übliche Dreistigkeit nicht zu beobachten.
Die Projektgesellschaft schweigt gegenüber der Öffentlichkeit und gegenüber dem Coburger Stadtrat, der ihr erst kürzlich eine Million Euro spendiert hat. Die Projektgesellschaft sieht sich stattdessen gezwungen, den für Ende Juli 2017 fest geplanten Erörterungstermin zu verschieben, um was zu machen - natürlich ein neues Gutachten.
Wer genug Geld hat, wie die Projektgesellschaft, der beauftragt immer wieder ein neues Gutachten, bis das Ergebnis passt. Bisher hatte sie dabei aber wenig Erfolg. Weder die Deutsche Flugsicherung noch die Regierung von Oberfranken ließen sich von den "alternativen Fakten" der Projektgesellschaft beindrucken.
Nachtrag: Der Geschäftsführer der Projektgesellschaft, Herr Kuballa, hat sich gegenüber der Presse geäußert, "hier sind unterschiedliche Fachleute in einem relativ unerforschten Bereich tätig und kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen". Nach unserer Einschätzung ist das Zählen von Flugzeugen über dem Goldbergsee und über den Glender Wiesen keine Wissenschaft, eher stellen wir das Fachwissen der Projektgesellschaft-"Fachleute" infrage. Die von ihnen für den VLP Meeder prognostizierte Reduktion der Flugbewegungen über den Schutzzonen um 80 bis 90 Prozent ordnen wir ein unter "Zaubern mit Zahlen".
Bernhard Freudenberg und
Hubertus Steinerstauch, Coburg
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