Kronach

Staatswald ist mein Wald und der Wald jedes bayerischen Bürgers

Nationalpark-Diskussion: Der Frankenwald ist ein vom Menschen geschaffenes Waldgebiet. Er wurde in den letzten 100 Jahren komplett abgeholzt und von Forstle...
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Nationalpark-Diskussion:

Der Frankenwald ist ein vom Menschen geschaffenes Waldgebiet. Er wurde in den letzten 100 Jahren komplett abgeholzt und von Forstleuten und Landwirten wieder angepflanzt. Stück für Stück.
In den letzten 30 Jahren und länger wurde viel über den Umbau des Waldes geredet und auch viel getan. Monokulturen (das war noch vor der Diskussion über die Erderwärmung) sollten z. B. für den Käferschutz und zum Schutz bei Stürmen zu Mischwäldern umgebaut werden. In jüngerer Zeit wurde noch mehr für den Umbau wegen des Klimawandels getan. Die Forstverwaltung hat viel Arbeit in diese Wälder investiert, um sie zu stabilisieren. Jetzt sollen 10 000 ha (100 000 000 m2 ) stillgelegt werden, der Natur überlassen werden.
Wenn ich wandere und sehe die Täler, die nicht mehr bearbeitet werden und zuwachsen oder Wälder, deren Besitzer sich nicht darum kümmern, ist das kein schöner Anblick. Frau Scharf, unsere bayerische Umweltministerin, sagt immer, es werden keine Privatwälder davon berührt. Es ist ja "nur" Staatswald, der betroffen ist.
Betrachten wir es einmal von der anderen Seite: Staatswald ist mein Wald und der Wald jedes bayerischen Bürgers. Davon sollen jetzt 100 000 000 m2 aus der Nutzung und Pflege genommen werden. Ich gehe von einem Wert von circa 0,50 Euro/ m2 aus, das ist niedrig angesetzt.
Damit gibt also der bayerische Staat (Wir) 50 000 000,00 Euro nachhaltig weg. Der jährliche Nutzen, der durch Holzeinschlag erzielt wird, nicht mit gerechnet.
Auch die Arbeit, die in den letzten 50 Jahren in diesen Wald investiert wurde (Wiederaufforstung, Umbau auf Mischwald, Waldpflege zur Erzielung guter Bäume, Wegebau), wird weggeworfen.
Das Ganze soll noch durch Förderungen schmackhaft gemacht werden. Das kostet dem Freistaat oder der Bundesrepublik oder Europa zusätzliches Geld. Ich höre da Stimmen wie: Wir können aus den Töpfen der EU Fördermittel abschöpfen. Aber dieses Geld ist auch unser Geld, es sind unsere Steuern.
Daher schlage ich vor, die Leute, die sich jetzt um den Wald kümmern, auch weiter ihr Geld verdienen zu lassen und den Sägewerken zu ersparen, ihr Holz aus weiter Entfernung antransportieren zu müssen. Dabei springt dann sogar noch etwas für die Staatskasse heraus.
Und wenn ein Politiker meint, es ist zu viel Geld in der Staatskasse, können die Frankenwaldgemeinden durchaus auch so eine Förderung gebrauchen. Für Tourismus und den altersgerechten Umbau.

Alfried Köstner, Großheirath
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