Bamberg
Weltkulturerbe 

St. Michael steht wieder sicher

Für die Sanierung des Wahrzeichens auf dem Michelsberg in Bamberg gelang 2016 ein ganz wichtiger Schritt: Die Bewegungen des Bauwerks sind gebannt und damit auch die Einsturzgefahr für das berühmte Deckengemälde.
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Weithin sichtbar wie die Kirche St. Michael ist auch das Gerüst, das heuer umfangreicher werden dürfte. Foto: Matthias Hoch
Weithin sichtbar wie die Kirche St. Michael ist auch das Gerüst, das heuer umfangreicher werden dürfte. Foto: Matthias Hoch
Für die Sanierung der ehemaligen Klosterkirche auf dem Michelsberg war 2016 ein wichtiges Jahr: Mit Hilfe eines stählernen Korsetts wurde die statische Sicherung des Bamberger Wahrzeichens erreicht, so dass auch der drohende Absturz von Teilen des "Himmelsgartens", des berühmten Deckengemäldes mit über 300 Pflanzendarstellungen, gebannt ist.
2017 werden die Arbeiten am und im Dachstuhl beginnen. Das Gebälk wird zur Zeit dekontaminiert, weil es bei Sanierungsarbeiten in den 1970er Jahren mit krebserregenden Substanzen behandelt worden ist. Sobald es im Frühjahr die Witterung erlaubt, würden die Zimmerer das Schieferdach öffnen und mit ihrer Arbeit am Dachwerk beginnen, informierte auf Anfrage Bertram Felix.
Als Stiftungsreferent ist der städtische Kämmerer in Personalunion Bauherr auf dem Michelsberg: Seit der Säkularisation befindet sich das Wahrzeichen im Eigentum der Bamberger Bürgerspitalstiftung, die wiederum von der Stadt verwaltet wird.
Bis jetzt verläuft die teuerste und langwierigste Kirchen-Baustelle Bambergs - das Sanierungsende wird für das Jahr 2021 angepeilt - wohl nach Plan. Die drei Teilabschnitte, mit denen 2016 begonnen wurde, werden voraussichtlich im Frühjahr 2018 abgeschlossen. Sie umfassen die Sanierung weiterer Fassaden, die bauliche statische Sicherung der Kirche und die Schaffung eines Informationszentrums, das dem Stiftsladen angegliedert werden soll.
Allein diese drei Teilabschnitte verschlingen nach den vorliegenden Berechnungen 12,5 Millionen Euro. Rund 50 Millionen Euro dürfte nach groben Schätzungen die Instandsetzung des gesamten ehemaligen Benediktinerklosters St. Michael kosten.
Ob diese Riesensumme erreicht, über- oder unterschritten wird, ist laut Betram Felix zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu sagen.


Jeder Euro willkommen

Die 75 000 Euro, die das bayerische Kultusministerium jüngst aus Mitteln des Entschädigungsfonds für St. Michael bewilligt hat, nehmen sich im Vergleich zu den Gesamtkosten zwar aus wie "Peanuts". Der Betrag "hilft natürlich trotzdem", kommentiert der Stiftungsreferent die Mitteilung aus München.
Zahlungen aus dem Entschädigungsfond hätten zudem einen besonderen Stellenwert, weil nur hochwertigste Denkmäler gefördert würden.
Die fast 1000 Jahre alte ehemalige Benediktinerabtei auf dem Michelsberg ist zweifellos so ein Hochkaräter. Und zweitens würden nur Eigentümer bedacht, die die Sanierung eines bedeutenden Baudenkmals nicht aus eigener Kraft stemmen können. Beantragt waren die 75 000 Euro laut Betram Felix für eine doppelt so teure Maßnahme, die erst alle weiteren Schritte möglich gemacht hat und schon beendet ist: die Sicherung und Stabilisierung des Kirchenschiffs durch den Einbau von Stahlträgern. jb
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