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Partnerschaft 

St. Martin für Kinder im Senegal

Die Kindertagesstätte St. Sebastian in Reichmannsdorf bringt ihren kleinen Freunden in Palam Roog in Bambergs Partnerbistum Thiès Freude und Licht.
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Nicht nur ein Fotobuch, sondern auch etliche Tüten mit Gummibärchen und Luftballons sind für die Kinder in Palam Roog ein Zeichen der Freundschaft (rechts Kita-Leiterin Kunigunde Schellhorn).  Fotos: Marion Krüger-Hundrup
Nicht nur ein Fotobuch, sondern auch etliche Tüten mit Gummibärchen und Luftballons sind für die Kinder in Palam Roog ein Zeichen der Freundschaft (rechts Kita-Leiterin Kunigunde Schellhorn). Fotos: Marion Krüger-Hundrup
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Marion Krüger-Hundrup

Die fünfjährige Maxima hat das Bild vom Soldaten Martin ausgemalt, auf dem er gerade für den Bettler seinen Mantel teilt. Luca schlüpfte für die Generalprobe des Martinsspiels gleich ganz in die Rolle des Heiligen, während Abdurakham, ein muslimisches Flüchtlingskind, den Bettler gab: "Das hat mir viel Spaß gemacht!" strahlt der Bub. Zuschauerin Hanna war noch völlig ergriffen, denn "die anderen Soldaten sind an dem Bettler einfach vorbeigelaufen!"


Gebundenes Fotobuch

Die Erzieherinnen der Kindertagesstätte St. Sebastian in Reichmannsdorf haben die Spielprobe fotografiert, und die Bilder sorgfältig auf blaue Kartonbögen geklebt. Maximas Gemälde bildet nun das Titelblatt dieses gebundenen Fotobuches. Dazu gehören erklärende Textzeilen in Deutsch und Französisch sowie das Martinslied mit Noten: "Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind, sein Ross, das trug ihn fort geschwind."


Geschenk persönlich übergeben

Viel Liebe hat "St. Sebastian" in dieses Werk gesteckt, das nun in dieser Woche auf Reise in den fernen Senegal geht. Genau gesagt in den Kindergarten St. Bernadette im Dorf Palam Roog, das in Bambergs Partnerbistum Thiès liegt. Und wie das mit wahren Schätzen so ist, wird das Reichmannsdorfer Geschenk nicht etwa einfach mit der Post geschickt, sondern von einer Bamberger Botin höchstpersönlich dort übergeben - kurz nach dem 11. November, dem Festtag des heiligen Martin.


Partnerschaft seit zehn Jahren

"Wir wollen unseren kleinen Freunden im Senegal ein wenig Freude und Licht bringen", erklärte Kita-Leiterin Kunigunde Schellhorn diesen Part des umfangreichen St.-Martin-Projektes im Kirchenjahr. Schon seit zehn Jahren pflege St. Sebastian im Rahmen der Bistumspartnerschaft enge Kontakte mit St. Bernadette.
Der Briefwechsel ist das eine, die tatkräftige Unterstützung seitens der Reichmannsdorfer das andere. "Wir haben uns für eine beständige Zuwendung entschieden und für drei Kinder aus Palam Roog, die aus dem Kindergarten in die Grundschule wechseln, die Patenschaft übernommen", so Schellhorn. Patenschaft bedeutet, dass St. Sebastian mit seiner jährlichen Weihnachtsaktion wie Konzert, Basar, Plätzchen- und Punschverkauf das notwendige Schulgeld für die drei im Senegal aufbringt und dank Sponsoren auch noch für das Mittagessen in der Schule von Palam Roog sorgen kann.


Freundschaften entstehen

Für Kita-Leiterin Schellhorn und ihr Team ist das ein "Teilen in der einen Welt", wie es eben der heilige Martin vorbildlich vorgemacht hat. Es ist auch Ausdruck ihrer pädagogischen Grundhaltung, zu der die Vermittlung christlicher Werte gehört. "Andersgläubigen wird in Absprache mit den Eltern freigestellt, ob sie die christlichen Feste mitfeiern wollen oder nicht", betont Kunigunde Schellhorn und fügt gleich hinzu: "Die Kinder, gleich welcher Religion, schließen Freundschaften."
Solche Freundschaften lassen sich also sogar mit Kameraden in Afrika schließen. Und da alle Kinder in der Welt ähnliche Vorlieben haben, gaben die Reichmannsdorfer Buben und Mädchen ihrer "fliegenden Botin" auch noch etliche Tüten mit Gummibärchen und Luftballons für Palam Roog mit.
Am St. Martinstag wird in St. Sebastian um 17 Uhr mit Pfarrer Wolfgang Dettenthaler ein Wortgottesdienst gefeiert und das Martinsspiel gezeigt. Danach ziehen die Kinder mit Laternen durch den Ort - angeführt von einem Pferd samt Reiterin. Ob das Licht der Laternen, die von den Eltern gebastelt wurden, bis nach Palam Roog scheint? Gewiss!
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