Eltmann
erinnerungen 

Sportgrößen aus aller Welt

Eine Ausstellung im Eltmanner SG-Vereinsheim zeigt Werke des Künstlers Eugen Schmitt. Der Leipziger hatte berühmte Athleten und weitere Prominente in Kupferstichen abgebildet. Die Schau ruft viele besondere Momente wach.
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Kupferstiche und Fotos mit Unterschriften weltbekannter Sportgrößen aus dem Nachlass eines Leipziger Künstlers sind bis zum Ende der Europameisterschaft im Eltmanner Sportheim zu sehen.
Kupferstiche und Fotos mit Unterschriften weltbekannter Sportgrößen aus dem Nachlass eines Leipziger Künstlers sind bis zum Ende der Europameisterschaft im Eltmanner Sportheim zu sehen.
Eine besondere "Dekoration" zur Fußball-Europameisterschaft finden die Besucher des Eltmanner Sportheims auf der Mainhalbinsel. Sigrid Bauer-Summers und Frank Summers betreiben das Vereinsheim seit einiger Zeit und ihr Freund Oliver Wiener bescherte den Wirtsleuten eine besondere Attraktion: eine Ausstellung von Stichen und Fotografien mit den Originalunterschriften von Sportgrößen wie Sepp Herberger, Uwe Seeler, Max Schmeling oder dem Eislauf-Paar Kilius/ Bäumler. Die Sammlung stammt aus dem Nachlass des Kupferstechers Eugen Schmidt.
Eugen Schmidt lebte in Leipzig, war ein anerkannter Künstler, der sowohl klassische Stiche als auch Vorlagen für Briefmarken der DDR anfertigte. Mit Begeisterung karikierte er Prominente vor allem aus dem Sport. Seine charakteristischen Bilder mit dem großen Kopf und dem unten spitz zulaufenden Körper wurden weltweit in allen großen Sportmagazinen veröffentlicht, wie in Eltmann Ausschnitte aus dem deutschen "Kicker", aber auch aus seinem brasilianischen Pendant zeigen.
Eugen Schmidt schickte in den 1960er Jahren Kupferstiche von solchen Karikaturen an die abgebildeten Promis. Im begleitenden Brief erklärte er eine Ausgabe zum Geschenk für den Abgebildeten, gleichzeitig bat er darum, die zweite Fassung mit Unterschrift zurückzuschicken.
Und offenbar haben das viele Spitzensportler getan, wie die Ausstellung in Eltmann deutlich macht. Auch Fotos sind dabei, etwa von der Nürnberger FCN-Mannschaft von 1964. "Da war gestern ein Gast da, der konnte die Namen ohne Nachdenken von links nach rechts nennen", sagte Gerhard Wiener, Vater von Oliver Wiener, im Gespräch mit unserer Zeitung.
Wie Gerhard Wiener zu der Sammlung kam? Purer Zufall. Mit seinem Sohn war er auf einem Flohmarkt unterwegs und Oliver Wiener fand die Sammlung in zwei Bananenkisten an einem der Stände. Der Bitte "Papa, kauf mir die" kam Gerhard Wiener nach. Die Sammlung gehört jetzt also seinem Sohn, doch der Papa hat sich inzwischen kundig gemacht über den Kupferstecher Eugen Schmidt und seine Werke.
Einmal wurde die Sammlung schon beim Deutschen Fußballbund (DFB) ausgestellt, doch eine dauerhafte Bleibe, wo sie gezeigt werden könnte, hat Wiener noch nicht gefunden. "Es gibt auch sicherlich noch viel mehr Originale. Zum Beispiel von Franz Beckenbauer habe ich nur den Ausschnitt aus dem Kicker", so Gerhard Wiener. Er würde sich freuen, wenn sich weitere Eigentümer bei ihm melden würden, um sich austauschen zu können.
Die Ausstellung in Eltmann ist bis zum EM-Endspiel zu sehen. Die Sportsbar ist von Dienstag bis Samstag ab 17 Uhr und sonntags immer ab 11 Uhr geöffnet - und natürlich zu den Deutschland-Spielen.


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