Strullendorf

Soziale Projekte genießen höchste Priorität

Die allererste Kreditaufnahme in der Haushalts-Geschichte Strullendorfs: Dass der Gemeinderat dieser viel diskutierten Maßnahme Anfang April zugestimmt hat,...
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Wolfgang Desel
Wolfgang Desel
Die allererste Kreditaufnahme in der Haushalts-Geschichte Strullendorfs: Dass der Gemeinderat dieser viel diskutierten Maßnahme Anfang April zugestimmt hat, liegt weniger am lindernden Zins-Tief als am Realisierungs-Bedarf sozialer Notwendigkeiten. Das zusätzliche uneingeschränkte "Ja" zum neuen Integra-Mensch-Projekt, rund um die Einbeziehung Behinderter in Freizeitangebote, und zum Umbau des Geisfelder Kindergartens wie auch die Aufplanung des Strullendorfer Mehrgenertionenhauses signalisieren die Bereitschaft der Kommune, in wirklich bedürftige Bereiche zu investieren.
Rein ins existierende Freizeitangebot statt allein zuhause! Als Leiter der Bamberger Lebenshilfe-Werkstätten und Gründer der Unterabteilung Integra Mensch warb Kuno Eichner schon vor der Verabschiedung des Haushalts beim Gremium um Unterstützung für sein ganzheitliches Konzept: Nach der erfolgreichen beruflichen Einbindung soll nun auch das Thema Freizeitgestaltung geistig und körperlich eingeschränkter Menschen professionell angegangen werden. Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Handicap dürfen sich in Vereinen oder in der Kirche engagieren, einen VHS-Kurs besuchen oder auch am Ferienprogramm teilnehmen - und gemeinsam mit Nicht-Behinderten Spaß haben. Zur konkreten Verwirklichung und Überwindung von Hemmschwellen sind dabei Netzwerker gefragt: "Wir würden drei Fachkräfte beschäftigen, die als Ansprechpartner alle Ehrenamtlichen im Landkreis koordinieren und beraten und auch mit den Freizeit-Veranstaltern in Kontakt treten."
Zur Finanzierung dieser Stellen will Integra Mensch alle 36 Gemeinden ins Boot holen, die jeweils einen Euro pro Einwohner beitragen. Dass die mit dieser Aktion sogar Geld sparen, sieht Eichner als positiven Nebeneffekt: "Die Unterstützung kommt die Landkreisgemeinden um einiges günstiger als Werkstattplätze, deren Kosten ohnehin wieder umgelegt würden." Auf den Vorschlag von Bürgermeister Wolfgang Desel (CSU) startet das Projekt zunächst als limtiertes Modell mit Erfolgskontrolle. Nach dem Bericht über die konkrete Umsetzung entscheidet der Gemeinderat nach zwei Jahren neu darüber, ob Fortsetzung folgt. Mit der vorläufigen Zustimmung des Gemeinderates Strullendorfs ist Kuno Eichner seinem Ziel trotzdem ein Stückchen näher gekommen: "Unser Plan ist, am 1. Januar 2018 loszulegen."
Eingangsbereich rund gemacht, bunte Fenster-Unordnung und cooles Schuppen-Outfit: Bei der Modernisierung und Erweiterung des Kindergartens St. Magdalena in Geisfeld plant das Architektur-Büro Format4ier aus Litzendorf nicht nur praktisch, sondern schick. Maximal repräsentativ und adäquat funktional orientiert sich der aktuelle Entwurf am Bestands-Bau, ergänzt die dringend notwendige Kinderkrippengruppe, integriert bei aller Optik alle Vorgaben hinsichtlich Stellplätzen, Feuerwehrzufahrten oder Brandschutztreppen - und bezieht dabei Kinderwünsche und Erzieher-Anforderungen gleichermaßen mit ein. Um den Gemeinderat vom Projekt zu überzeugen, arbeitet Chefarchitekt Dieter Nietsche mit Animation und Argumentation: Virtuelle Rundumsicht auf alle Seiten, Farb-Simulation plus verbale Erläuterung der Vorgehensweise helfen beim Vorstellen. Das folgende "sehr schön"-Fazit quer durch alle Fraktionen interpretiert Bürgermeister Desel als enthusiastische fränkische Zustimmung, übersetzt sie in einen Beschlussvorsschlag und gibt damit den Startschuss fürs Weitermachen: Mit positivem Zu-Null-Resultat "nimmt der Gemeinderat die Entwurfsplanung zur Kenntnis, genehmigt diese und beauftragt die Verwaltung, weitere Schritte zur Umsetzung einzuleiten".
Die genaue Kostenermittlung und auch das energetische Konzept sollen folgen, sobald das neue Fördergesetz verabschiedet wird. Den 30. Geburtstag am 28. Mai feiert der Geisfelder Kindergarten noch in gewohnter Kulisse: Der konkrete Baustart ist erst 2018 angedacht.
Was den Neubau des Mehrgenerationenhauses in Strullendorf betrifft, existiert noch kein festgezurrter Zeitplan: Beim zukünftigen sozialen Prestige-Objekt stecken die Entwürfe noch im Anfangsstadium, werden Grundrisse erörtert, Materialien und Farben diskutiert - und auch hier muss noch gründlich rund um eventuelle Fördergelder aus unterschiedlichen Quellen gerechnet werden. Eine Debatte und eine Entscheidung des Gemeinderates stehen noch aus und sind im Laufe des ersten Halbjahres angedacht.
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