Sand am Main

Souveräne Sander fast am Ziel

Fussball-Bayernliga  Nach einem hoch verdienten und überzeugend herausgespielten 4:0-Sieg über die SpVgg Selbitz im Relegations-Hinspiel gestern Abend steht dem FC das Tor zum Aufstieg sperrangelweit offen.
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Gleich steht es 2:0. Florian Gundelsheimer (Zweiter von rechts) hat vom Selbitzer Torwart Mario Möschwitzer den Ball erkämpft, der heranstürmende Sven Wieczorek (rechts) schießt aus kurzer Distanz ein. SpVgg-Verteidiger Yannick Schuberth (links am Boden) ist chancenlos.
Gleich steht es 2:0. Florian Gundelsheimer (Zweiter von rechts) hat vom Selbitzer Torwart Mario Möschwitzer den Ball erkämpft, der heranstürmende Sven Wieczorek (rechts) schießt aus kurzer Distanz ein. SpVgg-Verteidiger Yannick Schuberth (links am Boden) ist chancenlos.
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von unserem Redaktionsmitglied 
Norbert Felgenhauer

Sand — Natürlich gibt es noch ein Rückspiel am Sonntag, und natürlich versuchten die Sander Spieler und Verantwortlichen nach den ersten 90 Minuten, nicht übermäßig siegessicher zu klingen. Fest steht aber: Durch einen 4:0-Erfolg am gestrigen Dienstagabend gegen die SpVgg Selbitz vor 1200 Zuschauern im sonnenüberfluteten Sander Seestadion hat der FC Sand auf dem Weg zur Rückkehr in die Fußball-Landesliga einen Riesenschritt gemacht. Dass die Selbitzer, die noch keines ihrer bisher drei Relegationsspiele gewonnen haben, gegen einen FC Sand, der bisher mit drei Erfolgen ohne Gegentreffer durch die "Saison-Verlängerung" marschiert ist, zu Hause fünf Tore erzielen, ist schwer vorstellbar.
Vor allem nicht für diejenigen, die die Begegnung am Dienstag gesehen haben. Denn das 4:0 spiegelt den Spielverlauf ziemlich genau wider. In den zweiten 45 Minuten brachten die Selbitzer nur einen Ball aufs gegnerische Tor, einen Freistoß durch Kevin Winter in der 88. Minute, bei dem sich Schlussmann Dominik Biemer einmal lang machen musste. Mit dem Wind und der tief stehenden Sonne im Rücken ließen da die Gastgeber ihrem Gegner aus Ostoberfranken nicht mehr den Hauch einer Chance. "Bis zum 1:0 kurz vor der Pause ist es noch einigermaßen gegangen, aber in der zweiten Halbzeit haben die Sander ihre ganze Klasse gezeigt", sagte der erfahrene Stürmer der SpVgg, Markus Bächer, nach der Partie. "Wir werden am Sonntag nochmals alles reinhauen, aber das wird ganz schwer."

Wasser bricht den Bann

Ein Treffer kurz vor und einer kurz nach Seitenwechsel brachte die Sander klar auf Erfolgskurs. In der 45. Minute brachte Stefan Wasser mit einem tollen Kopfball nach Freistoßflanke von Josef Pickel den Vizemeister der Landesliga Nordwest in Front. Und in der 47. Minute legte Sven Wieczorek nach, als er entschlossen einschoss, nachdem Florian Gundelsheimer mit großem, aber fairem Einsatz im Strafraum gegen Gästetorwart Mario Möschwitzer dafür gesorgt hatte, dass der Ball noch frei war. Das 3:0 (57.) war eine Sache für René Finnemann, der den verletzten Daniel Rinbergas als Kapitän vertrat. Nach einer Ecke von rechts nutzte er einen Abpraller am gegenüber liegenden Fünfmetereck und setzte den Ball überlegt hoch ins lange Eck. Und mit dem 4:0 belohnte sich der unermüdlich rackernde Gundelsheimer, als er nach einem schönen Angriff über rechts aus rund zehn Metern einschoss. Danach pfiff Schiedsrichter Andreas Heidt, der eine starke Leistung zeigte, die Begegnung gar nicht mehr an.
Mit dem Wind im Rücken hielten die Selbitzer in der ersten Halbzeit einigermaßen mit, auch wenn schon früh klar war, dass der FC Sand die taktisch und spielerisch bessere Mannschaft war. Gefährlich vor dem Sander Tor wurde es aber nur in der 16. Minute, als sich Finnemann, dem die Sonne ins Gesicht schien, bei einer hohen Freistoßhereingabe von Winter verschätzte, aber Bächer auch nicht mehr entscheidend an den Ball kam, so dass ihn Biemer über die Latte lenkte.
Kurz zuvor (12.) schien Bächer in guter Position zu sein, doch wurde er wegen Foulspiels zurückgepfiffen. Im Gegenzug kam Josef Pickel ein wenig zu spät, so dass es nach einer Flanke von Wieczorek nur zu einem Pressschlag mit Torwart Möschwitzer kam. Und in der 18. Minute hatte wieder Pickel die beste Chance der ersten Hälfte, als er nach einem rasanten Sander Angriff links freistand, aus 16 Metern aber etwas überhastet abschloss.

Jederzeit spielbestimmend

Nach dem Wechsel hatten die Sander dann die Partie zu jeder Zeit unter Kontrolle. Wer das Haar in der Suppe bei einer insgesamt beeindruckenden Leistung des Teams von Trainer Bernd Eigner finden will, könnte bemängeln, dass es nach dem 3:0 nicht noch zielstrebiger auf weitere Treffer gedrängt, sondern manchmal vorschnell den Abschluss gesucht hat. Aber das wäre dann jammern auf hohem Niveau.
"Wir wussten, dass wir heimstark sind und in dieser Saison noch kein Heimspiel verloren haben. Entscheidend war, dass wir immer eine Einheit waren. Nun wollen wir am Sonntag das i-Tüpfelchen draufsetzen", sagte Finnemann. Sein Trainer erklärte: "Auch mit der Art und Weise, wie wir gewonnen haben, bin ich zufrieden. Aber noch sind wir nicht am Ziel, wir wollen am Sonntag keine Fehler machen. Vor der Pause gegen den Wind wollten wir vor allem taktisch die Null halten, auch wenn ich uns da schon spielbestimmend gesehen habe. Wichtig waren das 1:0 kurz vor und das 2:0 kurz nach der Pause. "
FC Sand: Biemer - Schmitt, Leim, Finnemann, D. Schlereth, Wasser, F. Pickel (73. Wirth), Götz, Gundelsheimer, Karmann (58. T. Schlereth), Wieczorek (81. Rippstein) / SpVgg Selbitz: Möschwitzer - Redondo, Keilwerth, Raithel, Schuberth (67. Mallik), Elbl, Rietsch (61. Damrot), Winter, Schütz, Cavelius, Bächer / SR: Heidt (Buch/ Nürnberg) / Zuschauer: 1200 (1021 zahlende) / Tore: 1:0 Wasser (45.), 2:0 Wieczorek (47.), 3:0 Finnemann (57.), 4:0 Gundelsheimer (90.)
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