Bad Staffelstein

Sonne, Salz und Spazierengehen

Gesundheit  Seit wenigen Tagen sind die beiden Gradierwerke im Staffelsteiner Kurpark wieder eingeschaltet. Die Sole rinnt hier über Wände aus Schwarzdornzweigen. Durch die Verdunstung gelangt das Salz in die Luft und wirkt gesundheitsfördernd.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ganz oben sieht es in den Gradierwerken so aus: Links und rechts sind die abgedeckten Holzrinnen, durch die das salzhaltige Wasser gleichmäßig auf die Schwarzdornwände darunter verteilt wird, wo das Wasser verdunstet und das Salz an die Luft abgibt. Fotos: Matthias Einwag
Ganz oben sieht es in den Gradierwerken so aus: Links und rechts sind die abgedeckten Holzrinnen, durch die das salzhaltige Wasser gleichmäßig auf die Schwarzdornwände darunter verteilt wird, wo das Wasser verdunstet und das Salz an die Luft abgibt. Fotos: Matthias Einwag
+2 Bilder
von unserem Redaktionsmitglied 
Matthias Einwag

Bad Staffelstein — Nun scheint er endlich da zu sein, der Frühling. Nach relativ kalten Ostertagen steigt die Quecksilbersäule des Thermometers und zeigt inzwischen ganz angenehme Temperaturen an. Seit wenigen Tagen sind auch die beiden Gradierwerke im Kurpark wieder in Betrieb - ideale Ziele für einen Frühlingsspaziergang.
Wer an einem dieser sonnigen Frühlingstage Zeit hat, sollte den Kurpark besuchen und die angenehme, salzhaltige Luft der beiden Salinen auf seinen Organismus wirken lassen. Das Sonnenlicht bricht sich hier oft in den Millionen Wassertröpfchen und erstahlt als Regenbogen über dem Schwarzdorngeflecht der Verdunstungswände.

Einst zur Salzgewinnung genutzt

Früher wurden Gradierwerke ausschließlich zur Salzgewinnung gebaut und genutzt. Das mineralhaltige Wasser, die Sole, wird hierfür durch Verdunstung stärker konzentriert, um sie anschließend bis zu fertigem Salz verkochen zu können.
Heute sind Gradierwerke nicht mehr ausschließlich technische Zweckbauten. In etlichen Kurorten stehen solche hölzernen Konstruktionen; sie dienen der Zerstäubung der Sole (Aerosol), so dass in der unmittelbaren Umgebung ein Klima entsteht, das als Freiluftinhalatorium genutzt werden kann.

Vorsorge und Heilbehandlung

Die mit den mineralischen Inhaltsstoffen der Staffelsteiner Sole angereicherte Luft wird als therapeutisches Medium sowohl für die Gesundheitsvorsorge als auch für die Heilbehandlung bei Erkrankungen der Atemwege und der Haut eingesetzt.
Die beiden Staffelsteiner Gradierwerke wurden 1999 erstmals in Betrieb genommen, als auch der Kurpark eingeweiht wurde. Sie sind jeweils 57 Meter lang und elf Meter hoch. Beide Werke sind mit hölzernen Galerien umgeben, auf denen die Besucher gemütlich wandeln und das Aerosol einatmen können.
Die in der Obermain-Therme aufbereitete Sole wird mit einer Konzentration von ungefähr drei Prozent durch eine unterirdische Druckleitung in die Keller der Gradierwerke gepumpt. Von diesen Technikkellern aus wird die Sole in hölzerne Rinnen geleitet, die sich im oberen Bereich der Gradierwerke befinden. Durch kleine Aussparungen in den Sole rinnen wird das Wasser gleichmäßig auf die darunter liegenden Schwarzdorn flächen verteilt, über die es nach unten rieselt.
In den Verästelungen des Schwarzdorngeflechts verteilt sich die salzhaltige Lösung weiter, bis sich die kleinen Tröpfchen in der Luft lösen können und das Aerosol entsteht. Diese salzhaltige Luft kann von den Besuchern in unmittelbarer Nähe der Gradierwerke eingeatmet werden.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren