Bad Staffelstein
Energie 

Solarkraft liegt im Aufwind

Nach Jahren des Rückgangs auf dem deutschen Markt rechnet IBC Solar aus Bad Staffelstein in der kommenden Saison wieder mit einem Zuwachs. Dafür hat man sogar schon neue Mitarbeiter eingestellt.
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IBC Solar rechnet damit, dass im kommenden Jahr wieder mehr Solaranlagen in Deutschland installiert werden. Foto: IBC
IBC Solar rechnet damit, dass im kommenden Jahr wieder mehr Solaranlagen in Deutschland installiert werden. Foto: IBC
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Tobias Kindermann

Ob der Süden noch aufholt? "Ich denke schon, dass der Abstand wieder kleiner wird, aber ganz wird es nicht reichen", sagt Udo Möhrstedt, Vorstandsvorsitzender bei IBC Solar in Bad Staffelstein.
In diesem Jahr gab es einen ungewöhnlichen Effekt: Im Norden Deutschlands schien die Sonne öfter als im Süden. Sonst ist es umgekehrt. Von dem schönen Wetter hatten im Norden auch die Besitzer von Photovoltaikanlagen etwas. "Bisher liegen sie dort 20 Prozent über dem Schnitt."
Die Diskussionen um den Bau von Windkraftanlagen haben es etwas still um die Photovoltaik werden lassen. Nach Jahren großer Zuwächse an Solarflächen war es etwas ruhiger geworden. Auch an der Verkaufsfront. "Wir rechnen in diesem Jahr mit einem Zuwachs von rund einem Gigawatt in Deutschland", sagt Möhrstedt. 2015 sind es noch 1,4 gewesen, 2014 waren es sogar 3,9 Gigawatt. IBC beliefert mit Komplettlösungen den Fachhandel.
Doch 2017 werde eine Trendwende kommen, sagt er. "Wir sind nicht euphorisch, aber verhalten optimistisch." Deshalb hat man bei IBC Solar schon neue Mitarbeiter eingestellt. Die Zahl der Beschäftigten ist von 204 im vergangenen Jahr auf 220 gestiegen.
Mittlerweile kostet eine typische Hausdachanlage mit einer Leistung von fünf Kilowatt peak (kWp) zwischen 7500 und 8000 Euro, etwa 4000 Euro weniger als noch vor drei Jahren. "Die Renditen liegen bei sechs bis sieben Prozent", untermauert Möhrstedt seine Einschätzung, dass der Absatz wieder zulegen wird. Rund zehn Cent kostet den Hausbesitzer die Erzeugung, 12,7 Cent bekommt er für die Einspeisung vergütet. Rund ein Drittel kann er im Schnitt zudem im Haus gleich für eigene Zwecke verbrauchen - muss also keinen Strom einkaufen.
Außerdem werden immer mehr Speicher-Anlagen mitverkauft: "Die Leute wollen in die Autarkie." Dazu habe es insgesamt einen Preisverfall bei Lithium-Ionen-Batterien gegeben, die in solchen Systemen immer gefragter seien. Mittlerweile befinde man sich auf dem Preis-Niveau der Blei-Batterien. "Das Signal ist angekommen - Speicher ist bezahlbar geworden."
In einem schrumpfenden Markt habe man seinen Umsatz insgesamt halten können. 220 Millionen Euro setzte IBC Solar 2015 um.
Weltweit sei zurzeit die Nachfrage in Japan, China und Indien am größten. Trotzdem besitze man in Europa mit Abstand immer noch die meisten Solarflächen weltweit, 65 GWp: "Wir sollten unseren Standort nicht schlechtreden."


Bald billiger als Windkraftstrom

Zudem werde im kommenden Jahr die Solarenergie bei großen Anlagen im Megawatt-Bereich in Preiskonkurrenz zur Windkraft treten: "Wir werden besser werden."
Und eines habe die Solarenergie den Windkraftanlagen schon jetzt voraus: "Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist deutlich höher. Gegen Solarkraft haben die meisten Leute nichts."
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