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Kronach

Sieben Bauabschnitte für einen Brückenschlag zwischen Kronach und Lichtenfels

Die Geschichte des B 173-Ausbaus reicht Jahrzehnte zurück. "Geschichtlich gesehen hat sich die B 173 von Süden nach Norden entwickelt", zieht Norbert Schmit...
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Die Geschichte des B 173-Ausbaus reicht Jahrzehnte zurück. "Geschichtlich gesehen hat sich die B 173 von Süden nach Norden entwickelt", zieht Norbert Schmitt vom Staatlichen Bauamt eine Zwischenbilanz. In den 1980er Jahren sei beschlossen worden, die ab dem Bamberger Kreuz bis Breitengüßbach verlaufende B 4 neu in Richtung Norden weiterzubauen. Die alte Trasse (B 173) wurde dann zur Staatsstraße (St 2197) abgestuft. Bis "hinter" Lichtenfels ist der vierstreifige Ausbau inzwischen vorangekommen. Auch unmittelbar vor den Toren Kronachs ist die Strecke heute vierstreifig. Fehlt noch das Stück dazwischen.
Hinter Lichtenfels ist die Planung nicht einfach. "Ab dem Ausbauende gibt es zunächst wenige Varianten", geht Schmitt auf den Main, die Bahnstrecke, den Ort Michelau, den Krappenberg sowie die Gaabsweiher als zu berücksichtigende Faktoren ein. Letztlich kristallisiert sich in diesem Bereich, dem sogenannten "zweiten Bauabschnitt", eine Erweiterung der Bestandstrasse als die beste Möglichkeit heraus. Das würde bedeuten, dass die Gaabsweiher vom Ausbau betroffen wären, was aus planerischer Sicht aber eher unproblematisch wäre.
Ganz anders sieht es im Bereich des dritten Bauabschnittes, beim geologisch interessanten Krappenberg und dem Areal entlang des Mains, aus. Dort bietet sich im Vergleich zum zweiten Bauabschnitt beim Gaabsweiher eine große Variantenvielfalt an, wie Schmitt betont.


Suche nach passender Linie

Schwierig zu finden war die heutige Linie, die nun südlich von Hochstadt verlaufen wird. Hier unterband das Bundesverwaltungsgericht im Jahr 2002 wegen naturschutzfachlich anerkannter Gebiete den zunächst geplanten Ausbau entlang der Bahnlinie. Für diesen dritten Bauabschnitt im Bereich Trieb - Hochstadt ist Schmitt guter Dinge, in der zweiten Jahreshälfte 2016 einen Planfeststellungsbeschluss zu erhalten. "Der zweite Bauabschnitt (der Bereich Gaabsweiher, Anm. d. Red.), der kaum Alternativen bietet, soll danach folgen.
Wenn der Planfeststellungsbeschluss da ist, werden aber nicht sofort die Bagger rollen. "Dann stellt sich erst einmal die Frage: Wird er beklagt?", erklärt Schmitt. Weiter muss man sich mit den Grundstückseigentümern der benötigten Grundstücke auseinandersetzen, denn "der öffentlichen Hand gehören viele Flächen, aber nicht alle." Und auch die Bauvorbereitungsphase wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Von mehr als 20 Brücken und Stützmauern, die errichtet werden müssen, spricht Schmitt. Und auch das nachgeordnete Wegenetz muss in diesem Zug wieder hergerichtet werden.
Erreicht man den Kreis Kronach, wird es noch diffiziler. "Die Ortsumgehungen Zettlitz - Oberlangenstadt und Oberlangenstadt - Küps, sind im BVWP nicht enthalten", geht Schmitt auf den Bundesverkehrswegeplan ein. "Ich weiß nicht, was sich im Rahmen der derzeit anstehenden Konsultationen abschließend ergibt."


Anbindung der B 303

Eigentlich sei von Zettlitz kommend ein vierstreifiger Ausbau mit Anbindung an die "Lerchenhoftrasse" nördlich Küps geplant gewesen. Ab Johannisthal soll ebenfalls vierstreifig Richtung Süden bis Küps ausgebaut und die B 303 angebunden werden. Für die Ortsumgehung Oberlangenstadt - Küps sind "Tunnel und Bahnparallele nun wohl obsolet", vermutet Schmitt. Wie es weitergehe, bleibe nun der Politik und den Bürgern überlassen.
Die Lerchenhoftrasse ist hingegen gesetzt. Allerdings rechnet Schmitt mit Klagen gegen diese Lösung. Zeitlich sei der Ausbau daher schwer kalkulierbar.
Schmitt geht auf Aussagen mancher Politiker ein, die am Tag nach Erlass des Planfeststellungsbeschlusses den Baubeginn sehen. Solche Wünsche will er nicht blind erfüllen: "Erfahrungen aus der Geschichte haben einen zu sehr Lügen gestraft." Natürlich würde das Staatliche Bauamt gerne auf Gerichtsentscheidungen verzichten und gleich loslegen, doch das hält Schmitt für unrealistisch: "Leider ist es bei fast allen Maßnahmen in den letzten acht bis zehn Jahren nicht ohne Rechtsstreitigkeiten ausgegangen." Doch das sei gutes Recht in einer Demokratie, zeigt er hierfür Verständnis. mrm

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