Fölschnitz

Sie kämpfen für eine gerechte Welt

Blaich — Treue Gewerkschaftsmitglieder zeichnete die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im Mönchshof-Bräuhaus aus. Landesbezirksleiterin Linda Schneider dankte den Jubilaren für "g...
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Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zeichnete in Kulmbach treue Mitglieder aus, die sich seit 25, 40, 50 oder 60 Jahren für die Rechte der Arbeitnehmer einsetzen. Unser Bild zeigt die Jubilare zusammen mit der stellvertretenden Landesbezirksleiterin Linda Schneider (vorne an der Fahne, links) und der Ortsvorsitzenden Angela Gantke (rechts daneben). Foto: Werner Reißaus
Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zeichnete in Kulmbach treue Mitglieder aus, die sich seit 25, 40, 50 oder 60 Jahren für die Rechte der Arbeitnehmer einsetzen. Unser Bild zeigt die Jubilare zusammen mit der stellvertretenden Landesbezirksleiterin Linda Schneider (vorne an der Fahne, links) und der Ortsvorsitzenden Angela Gantke (rechts daneben). Foto: Werner Reißaus
Blaich — Treue Gewerkschaftsmitglieder zeichnete die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im Mönchshof-Bräuhaus aus. Landesbezirksleiterin Linda Schneider dankte den Jubilaren für "gelebte Solidarität". Sie betonte: "Ohne Solidarität, ohne Einstehen für den Nächsten, ohne Eintreten für eine gerechte Arbeitswelt und eine gerechte Welt gibt's keinen Frieden. Gemeinsam für eine gute, menschenwürdige Arbeit zu kämpfen, das heißt auch, den Kindern und Enkelkindern zu erzählen, wie wichtig es ist, Gewerkschaftsarbeit und politische Arbeit, egal wie und wo, zu machen."
Schneider sagte, dass sich die Arbeitnehmer nicht auf die Politik allein verlassen dürften. "Wir müssen auf unsere Kraft vertrauen und sie auch einsetzen. Und wir können ja auch auf viele Erfolge zurückblicken. Leider vergessen wir das viel zu oft."
Als größten Erfolg bezeichnete sie die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes, der in zehn Jahren hart erkämpft wurde, allen voran von ver.di und von der NGG. "Was wurde nicht alles vor der Einführung des Mindestlohnes prophezeit: Die Zunahme der Arbeitslosigkeit um mehreren hunderttausend Menschen, Friseure und Taxi-Unternehmen würden ins benachbarte Ausland auswandern, ganze Landstriche im Osten würden entvölkert. Nichts von alldem ist geschehen."

Bayern ist gespalten

Dennoch sei am Arbeitsmarkt noch viel zu verbessern. Denn ein gutes und sicheres Einkommen sowohl vor als auch in der Rente sei für viele Arbeitnehmer nicht in Sicht. Selbst wenn die Staatsregierung etwas anderes suggeriert, auch der bayerische Arbeitsmarkt sei tief gespalten, und die atypische Beschäftigung nehme dramatisch zu. So habe sich die Teilzeitarbeit im vergangenen Jahr nahezu verdoppelt und die Leiharbeit fast verdreifacht. "Wir fordern von der großen Koalition, dass sie den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen verhindert."
Die Referentin hielt es für einen Skandal, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht: "Geld ist genug da, jedoch mehr als schlecht verteilt, sowohl hier bei uns als auch in Europa und weltweit. Eine massive Schieflage haben wir bei der Verteilung des wachsenden privaten Reichtums für einige wenige - und für den Rest bleibt immer mehr öffentliche wie private Armut." Sie forderte eine soziales Europa: "Wir wollen kein Europa der Bänker, Aktionäre und Casinospieler und schon gar nicht der Steuerhinterzieher."

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