Kulmbach

Sie bringen die Kinder sicher zur Schule

475 Personen sind an Schultagen im Landkreis Kulmbach unterwegs, um an gesicherten und ungesicherten Stellen - also ohne Ampel und Zebrastreifen - einen eff...
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Diese Schulweghelfer haben zusammengenommen einen ehrenamtlichen Dienst von insgesamt 352 Jahren geleistet. Bei einem Ehrenabend wurden sie von der Kreisverkehrswacht Kulmbach ausgezeichnet. Von rechts: Vorsitzender Jürgen Schmidt, Peter Schütz, Rainer Strobel von der Sparkasse Kulmbach-Kronach und Landrat Klaus Peter Söllner. Links Oberbürgermeister Henry Schramm  Foto: Werner Reißaus
Diese Schulweghelfer haben zusammengenommen einen ehrenamtlichen Dienst von insgesamt 352 Jahren geleistet. Bei einem Ehrenabend wurden sie von der Kreisverkehrswacht Kulmbach ausgezeichnet. Von rechts: Vorsitzender Jürgen Schmidt, Peter Schütz, Rainer Strobel von der Sparkasse Kulmbach-Kronach und Landrat Klaus Peter Söllner. Links Oberbürgermeister Henry Schramm Foto: Werner Reißaus
475 Personen sind an Schultagen im Landkreis Kulmbach unterwegs, um an gesicherten und ungesicherten Stellen - also ohne Ampel und Zebrastreifen - einen effektiven Beitrag zur Sicherheit der Kinder zu leisten. Die Kreisverkehrswacht Kulmbach e.V. und die Sparkasse Kulmbach-Kronach haben die Schulweghelfer im Bereich der Stadt Kulmbach zu einem Essen in die Kommunbräu eingeladen und dabei viele Frauen und Männer für ihren Dienst von fünf Jahren und länger auszuzeichnen. Anneliese Schmidt aus Forstlahm war dabei Spitzenreiterin. Sie verrichtet die Arbeit als Schulweghelferin für die Max-Hundt-Schule seit 26 Jahren.
Vorsitzender Jürgen Schmidt verwies darauf, dass es in Bayern rund 1,7 Millionen Schüler gibt, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Schulbus unterwegs sind und sie sollen sicher in die Schule und wieder nach Hause kommen: "Kinder auf dem Schulweg sind oft nicht verkehrstüchtig, denn sie sind klein und können nicht über parkende Autos hinwegsehen. Sie können von der Seite kommende Fahrzeuge wegen ihres kleineren Blickfeldes nicht gut wahrnehmen und können Geschwindigkeiten und Abstände nicht richtig einschätzen. Sie können nicht so schnell die Straße überqueren oder ihr Gleichgewicht so gut halten wie Erwachsene, da der Körperschwerpunkt höher liegt. Sie können die Richtung eines Geräusches schlechter als Erwachsene orten und können das Umweltgeschehen schlechter selektiv aufnehmen."
Die Verkehrsunfälle mit Kindern gingen laut Schmidt im Jahr 2014 um 3,8 Prozent auf 3544 zurück. Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Kinder hat sich aber auf zwölf erhöht, im Jahr 2013 waren es sechs. Auch die Zahl der Schulwegunfälle nahm 2014 um ein Prozent auf 689 zu. Dabei kamen drei Schüler ums Leben, im Jahr 2013 war es ein Schüler.


Verkehrserziehung reicht nicht

Schmidt sagte dazu: "Diese Unfallzahlen sind eine Herausforderung an alle, den Schulweg für unsere Kinder sicherer zu machen. Die Sicherheit der Schüler auf dem Schulweg ist ein besonderes Anliegen der Allgemeinheit. Deswegen ist die Verkehrserziehung in den Lehrplänen der Schulen verankert." Verkehrserziehung, Ampelanlagen, Zebrastreifen und Verkehrslenkung reichen aber nach Ansicht von Schmidt allein nicht aus, um die Kinder vor den Gefahren zu schützen. Zu schnell treffen gestresste oder am Morgen noch müde und daher unaufmerksame Kraftfahrer und vielleicht durch Spiel oder Gespräch abgelenkte Schüler aufeinander, dabei nicht selten mit tragischen Folgen.
Daher wurde im Jahr 1953 bei der Deutschen Verkehrswacht die Idee der Schulweghelfer geboren. Bayernweit sind rund 27 000 Verkehrshelfer im Einsatz. Im Landkreis Kulmbach leisten derzeit 178 Schülerlotsen, 45 Schulbuslotsen, 251 Schulweghelfer und ein Schulbusbegleiter diesen ehrenamtlichen Dienst.
Vorsitzender Jürgen Schmidt: "Noch nie ist es bei durch Schulweghelfer gesicherten Übergängen im Landkreis Kulmbach zu einem schweren Unfall gekommen. Darauf können Sie zu Recht stolz sein."
Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) würdigte auch im Namen von Landrat Klaus Peter Söllner (FW) den ehrenamtlichen Einsatz der Schulweghelfer. Rei.



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