Ebermannstadt

Senivita verlässt Ebermannstadt

Die private Fachoberschule und die "Berufsfachschule für Altenpflege" der Senivita-Holding sehen ihre Zukunft im Lindner-Gebäude in Eggolsheim. "Wir gehen da hin, wo unsere Schüler herkommen", begründet Schulleiter Haberl diesen Schritt.
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Schulleiter Bernhard Haberl hat genau hingeschaut, wo die Schüler der FOS Ebermannstadt herkommen.  Foto: Josef Hofbauer
Schulleiter Bernhard Haberl hat genau hingeschaut, wo die Schüler der FOS Ebermannstadt herkommen. Foto: Josef Hofbauer
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Josef Hofbauer

Es ist beschlossene Sache. Die von der Senivita Holding getragene private Fachoberschule Fränkische Schweiz verlässt Ebermannstadt. Mit ihr schließt auch die Berufsfachschule für Altenpflege in Ebermannstadt ihre Pforten. Beide Schularten ziehen um nach Eggolsheim - genauer gesagt in das ehemalige Lindner-Gebäude in Neuses. Die Verträge sind seit Ende Juli unterschrieben.
"Unsere Schüler haben wir von diesem Schritt bereits unterrichtet", erklärt stellvertretende Schulleiterin Julia Lambert. Schulleiter Bernhard Haberl will diesen Schritt nicht als eine "Entscheidung gegen Ebermannstadt" verstanden wissen, sondern als "Chance, die Zukunft der Schule sicherzustellen."
"Wir sind dahin gegangen, wo unsere Schüler herkommen", verdeutlicht Bernhard Haberl. Von den 90 Schülern, die einen der vier Zweige der Fachoberschule besuchten, komme der überwiegende Teil aus Forchheim und Umgebung. Die zentrale Lage des Lindner-Gebäudes habe den Ausschlag gegeben, Ebermannstadt den Rücken zu kehren.


Unternehmerische Entscheidung

"Wir gehen ungern weg", bestätigt Haberl. Der Vermieter sei der Schule stets entgegengekommen und auch Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) bedauere diesen Schritt ungemein. "Die Stadt hätte aber nichts tun können, um Senivita in Ebermannstadt zu halten", verdeutlicht der Schulleiter. "Das war eine rein unternehmerische Entscheidung."
"In Eggolsheim werden die Räume extra für uns hergerichtet. Diese Chance konnten wir uns nicht entgehen lassen", unterstreicht der Schulleiter. In Ebermannstadt habe es keine weiteren Entwicklungsmöglichkeiten gegeben. "Wir sind hier an der Kapazitätsgrenze angelangt. Aber wir brauchen rund 120 Schüler, um mit diesem Bildungsangebot kostendeckend arbeiten zu können." Soll heißen: Die Fachoberschule will wachsen. Die Chancen dafür seien in Eggolsheim ungleich größer als in Ebermannstadt.
Während in Ebermannstadt die Unterrichtsräume auf vier Gebäude verteilt sind, bekommt Senivita im Lindner-Gebäude 1200 Quadratmeter Nutzfläche auf zwei Etagen. Im ersten Stock wird die Berufsfachschule untergebracht, im zweiten Stock findet die Fachoberschule ihre neue Heimat. "Wir haben dort mehr Funktionsräume, für die Gestaltungsklasse eine zweite Werkstatt und auch der Berufsfachschule stehen wesentlich mehr Demonstrationsräume zur Verfügung", freut sich Schulleiter Haberl.
Eine Zug-Haltestelle unmittelbar vor der Haustür und die günstige Lage an der Autobahn seien Argumente, die für den Standort Eggolsheim sprächen. Damit werde das Senivita-Angebot für Schüler aus Bamberg und Erlangen, aber auch aus Höchstadt, deutlich attraktiver.
Zudem hofft Haberl auf einen Synergie-Effekt mit der staatlichen Fachoberschule Forchheim. Die bieten nur die Zweige Wirtschaft und Technik an. "Nimmt man beide Schulen als eine Einheit, kann Forchheim zusammen mit Senivita in Eggolsheim sämtliche Ausbildungszweige anbieten, also auch Gestaltung, Agrar- und Soziales - Fachrichtungen, die es in Forchheim nicht gibt. Das können sonst nur Großstädte bieten", unterstreicht Haberl, der aber noch ein weiteres Jahr in Ebermannstadt unterrichten wird. Der Umzug ist für Juli 2017 geplant. Unterrichtsbeginn in Neuses ist im September nächsten Jahres. Mitnehmen will Senivita nicht nur die Schüler aus Ebermannstadt, für die eine eigene Buslinie eingerichtet werden soll, sondern vor allem die "persönliche und familiäre Atmosphäre des Unterrichts".
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