Königsberg in Bayern

Seniorenheim hat grünes Licht

Königsbergs Finanzen konsolidieren sich, und Bauvorhaben kommen in Gang. So entsteht nicht nur gegenüber der Stadthalle eine Anlage für betreutes Wohnen. Auch die Fränkischen Rohrwerke legen mit ihrem Erweiterungsbau los.
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Die Fahrt nach Hummeltal bei Bayreuth dürfte die Stadträte und Bürgermeister Claus Bittenbrünn überzeugt haben. Sie gaben dem neuen Heim in Königsberg grünes Licht. Fotos: Gerold Snater
Die Fahrt nach Hummeltal bei Bayreuth dürfte die Stadträte und Bürgermeister Claus Bittenbrünn überzeugt haben. Sie gaben dem neuen Heim in Königsberg grünes Licht. Fotos: Gerold Snater
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Nach Knetzgau macht sich jetzt auch die Stadt Königsberg daran, für ihre Bevölkerung ein Seniorenwohnheim anbieten zu können. Dafür vorgesehen ist die Fläche nahe des Bleichdamms, auf der in den eisigen Wintermonaten früher die Kinder Schlittschuh gelaufen sind. Der Betreiber des Eltmanner Seniorenheims, der oberfrankenweit noch weitere Einrichtungen besitzt, will dazu in Königsberg eine Betreuungseinrichtung bauen. Der Stadtrat gab am Dienstag dem Vorhaben grünes Licht und beschloss im Vorfeld die Zweite Änderung des Bebauungsplanes "Neue Straße, Briegelstraße, Lauerbach". Nahe der Stadthalle kann die Wohnanlage für betreutes Wohnen mit zwei dreigeschossigen Anwesen mit insgesamt 48 Apartments gebaut werden.
Der Betreiber, SeniVita-Social Care, will eine Alternative zum Pflegeheim bieten mit Pflege und Betreuung rund um die Uhr bei selbstbestimmtem Wohnen in abgeschlossenen Wohneinheiten von 34 Quadratmetern. Diese Wohneinheiten können auch gekauft werden.
Eingerichtet wird auch eine Tagespflege (8 bis 19 Uhr); dabei soll eine Pflege durch eine selbst gewählte Pflegeeinrichtung möglich bleiben. In der Einrichtung können auch schwer erkrankte Menschen gepflegt werden und Ehepaare zwei Wohneinheiten zusammenlegen.
Die fast einstimmige Entscheidung (eine Gegenstimme) für die Änderung des Bebauungsplans erfolgte wohl auch auf grund des positiven Eindruckes, den sich eine Stadtratsdelegation beim Besuch einer ähnlich gelagerten Einrichtung in Hummeltal bei Bayreuth verschaffte.


Haushaltskonsolidierungskonzept

38 Seiten umfasste die Beilage, die jeder Stadtrat zur Fortschreibung des Haushaltskonsolidierungskonzepts zur Vorbereitung auf die Sitzung im Vorfeld erhalten hatte.
Konsequent bleibt die Stadt bei den Stabilisierungshilfen zum Abzahlen von Krediten und beim Sparkurs. Das zeigte schon Wirkung, denn mittlerweile hat Königsberg wieder eine so hohe Rücklage, dass sie ihre Pflichtaufgaben erledigen kann. "Beinfreiheit" verschaffte der Verkauf des Schafhofsguts - schließlich muss die Stadt ihre Hausaufgaben bei den Entwässerungseinrichtungen erledigen. Bürgermeister Claus Bittenbrünn bilanzierte: "Die Stadt Königsberg sieht sich weiterhin durch die begonnenen und fortgeschriebenen Maßnahmen der Konsolidierung sowie die vorschriftsmäßige zusätzliche Kredittilgung mit den bereits gewährten sowie möglichen weiteren Strukturhilfen auf einem guten Weg, bis zum Haushalt 2018 die finanzielle Handlungsfähigkeit wiederzuerlangen, sofern keine unvorhersehbaren Belastungen entstehen."
Ohne Gegenstimme verabschiedete das Gremium die Fortschreibung des Konsolidierungskonzepts.
Klar ist nun auch der Bebauungsplan "Fränkische Rohrwerke-Werk West - Erweiterung der Gewerbe- und Industriefläche in Königsberg". Firmenvertreter Peter Schmitt informierte das Stadtratsgremium über die nötige Erweiterung von Produktion, Logistik und Verwaltung. Der Neubau soll südlich der Straße nach Hellingen im Anschluss an den jetzigen Betrieb erfolgen mit Produktionshalle, Logistikzentrum und Verwaltungsgebäude sowie Technikräumen. Verlagert wird die dreispurige Lkw-Zufahrt ins Firmengelände, das die Parksituation an der Hellinger Straße entspannt. Das Gremium stimmte dem Vorhaben ohne Gegenstimme zu.


Statistischer Jahresbericht

Aus dem statistischen Jahresbericht der Stadtverwaltung geht hervor, dass die Einwohnerzahl von Königsberg weiter rückläufig ist. So sank die Einwohnerzahl (Erst- und Hauptwohnsitz) der Stadt zum Jahresende 2014 von 3623 Personen auf 3599 zum Ende des Jahres 2015.
Nicht erfreulich ist auch die Anzahl der Geburten im Stadtgebiet, die 2014 noch bei insgesamt 31 lag. 2015 waren es nur noch 22 Kinder.
Geschäftsleiter Johannes Mücke berichtete, dass die Fehlwassermenge 2015 bei 21 986 Kubikmeter und mit 9,8 Prozent deutlich über der Fehlwassermenge von 4,78 Prozent 2014 lag. Ursache für diese Steigerung war ein großer Wasserrohrbruch im Königsberger Oberland. Mit diesen 9,8 Prozent liegt das Jahr 2015 aber immer noch weit unter der "Rekordfehlwassermenge" des Jahres 2010, wo wegen Wasserrohrbrüchen 24,57 Prozent des Wassers im Trinkwassersystem verloren ging. Die nächsten Teilbürgerversammlungen finden in Unfinden am Dienstag, 19. April, 19 Uhr, im "Schwarzen Adler" und in Hofstetten am Freitag, 22. April, 19 Uhr, alte Schule, statt.
Der Breitbandausbau in den noch nicht versorgten Stadtgebieten wurde von der überörtlichen Behörde genehmigt. Der Baubeginn wird in naher Zukunft erfolgen, nachdem mit der Telekom der Vertrag abgeschlossen worden ist. Laut Telekom soll die Versorgung in neun Monaten abgeschlossen sein.

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