Steinwiesen

Senioren waren ganz auf "Fränkisch" eingestellt

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von unserer Mitarbeiterin 
susanne deuerling

Steinwiesen — "Sind wir nun Franken oder sind wir keine Franken?", fragte Kirchenpfleger und Mundartjongleur Walter Schmittdorsch die Frauen und Männer im Pfarrsaal. Zahlreich waren sie anwesend, die Senioren nicht nur aus Steinwiesen, sondern auch aus der Nachbargemeinde Nordhalben hatten sich eingefunden. Der Seniorenclub unter der Leitung von Gerda Kürschner war gerne der Einladung gefolgt.
Für Pfarrer Richard Reis war der Fränkische Nachmittag genau das Richtige. Sprach er doch selbst gerne den Dialekt seiner Heimat Lauf bei Nürnberg. Aber auch hier im Rodachtal bei seinen Senioren aus Steinwiesen und Nordhalben ist er "daham", wie er betont. Er freute sich, dass es nach einigen Jahren wieder geklappt hat, dass diese beiden Seniorenclubs zusammen kommen.
Auch Gerda Kürschner dankte im Namen ihrer Seniorinnen für den gemeinsamen Nachmittag, überreichte eine Orchidee und gab gleich Termine bekannt. Am 9. Juli unternimmt der Seniorenclub Nordhalben eine Fahrt und am 16. August haben sie ihr Sommerfest. Zu beiden Terminen lud sie die Steinwiesener ein. Ein Grußwort sprach Bürgermeister Gerhard Wunder.

"Abzweig von Thüringen"

Zurück zur Frage von Walter Schmittdorsch. Nein, eigentlich gibt es hier bei uns keine Franken, sondern nur "einen Abzweig von Thüringen". Oder "Slawen", die aus Tschechien kamen. Die "Franken" waren ganz im Westen des heutigen Deutschland und Frankreichs und haben mit der Bevölkerungsgruppe hier in dieser Gegend überhaupt nichts zu tun. Erst mit Kaiser Heinrich, der "Franke" war, kam der Name in die Gegend ganz im Norden von Bayern. So entstanden Ober-, Mittel- und Unterfranken und aus den Thüringern und Slawen wurden die typischen Franken "unterhaltsam, wortreich und immer freundlich" oder jedenfalls so ähnlich und ihre Mundart, das "Ostfränkisch".
Mit dieser Erklärung hatte Schmittdorsch die Lacher bereits auf seiner Seite und nach kleinen Gschichtla in fränggisch und den typischen Wirtshausliedern wie den "Leipolds Nickl", der "Kroa Kull und en Kroa Hann" und "Wos hou ich meine Kull gedo" war die Stimmung im ganzen Saal ganz auf "Fränkisch" eingestellt.
Manchmal waren sie schon ganz schön derb, die Lieder aus Franken. So gibt es auch "Wallfahrerlieder", deren Text aber nicht ganz so religiös ist, so etwa "Morgenrot, unsere liebe Frau ist tot", da sind manche "Kerwalieder" noch harmlos dagegen. Aber niemand nimmt es krumm, jeder erkennt den guten Kern darin. Gemeinsam wurden die Heimatlieder aus Steinwiesen und Nordhalben gesungen.
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