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Dormitz

Senioren tauchen ein in spannende Ortsgeschichte

Heimatforscher Rolf Kießling hat den Senioren aus Dormitz in einem spannenden Vortrag die jüdische Vergangenheit der Gemeinde vorgestellt. Einmal im Monat t...
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Die Senioren in Dormitz freuten sich auf den Vortrag. Foto: Carmen Schwind
Die Senioren in Dormitz freuten sich auf den Vortrag. Foto: Carmen Schwind
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Heimatforscher Rolf Kießling hat den Senioren aus Dormitz in einem spannenden Vortrag die jüdische Vergangenheit der Gemeinde vorgestellt. Einmal im Monat treffen sich älteren Bürger, um gemütlich beisammenzusitzen und sich auszutauschen.


Kaum noch Stammtische

Hildegard Schmidt beispielsweise freut sich immer, ein wenig aus den eigenen vier Wänden herauszukommen.
Sie beobachtet ihre Tochter Christina Geinzer, die bei der Organisation der Treffen hilft. Günther Freund und Werner Eck sind befreundet und tauschen Neuigkeiten aus. Freund findet es schade, dass es die Wirtshaus-Stammtische von früher kaum mehr gibt, denn diese seien einmal Zusammenkünfte der Senioren gewesen. Er lobt die Organisation der Dormitzer Treffen.


"Freue mich über Zuspruch"

Hierfür zeichnen Christine Fuchs und Edeltraud Zubrod mit ihrem Team verantwortlich. "Ich bin da so reingewachsen. Es macht mir Freude zu helfen. Ich freue mich über den Zuspruch der Besucher", erzählt Christine Fuchs.
Für diesen Nachmittag hatten sie Rolf Kießling eingeladen, der von der jüdischen Gemeinde von Dormitz erzählte. Für die Menschen damals sei es kein Problem gewesen, den jüdischen Geistlichen zu bitte, einzuspringen, wenn der katholische Lehrer einmal ausfiel. Dann zeigte der Referent Bilder der Mikwe, eines jüdischen Tauchbad, das im kleinen Haus gegenüber des Gasthauses Grüner Baum untergebracht war.
Hier warf einer der Zuhörer ein, dass man dieses "Judenduggäla" genannt habe, da sich die Menschen im Bad "duggn", also bücken, mussten.
Heimatforscher Kießling erzählte auch von den Schwestern Jette und Caroline Priester, die während des Zweiten Krieges in ein jüdisches Altenheim nach Nürnberg zogen. Dieses wurde 1942 aufgelöst und die Frauen wurden in das Ghetto Theresienstadt gebracht, in dem sie starben.
Eine ältere Zuhörerin konnte sich noch gut daran erinnern, wie die beiden Frauen einst mit ihren Koffern die Straße entlangliefen. Der Nachmittag war für alle Besucher sehr informativ und regte die Gäste zum Nachdenken an.

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