Rödental

Senatsmitglieder diskutieren über Ruhm, Ehre und Zuschüsse

Rödental — Der Apostel Paulus soll einmal gesagt haben: "Ehre, wem Ehre gebührt." Die Frage, wem letztlich Ehre gebührt, beschäftigte den Senat für Schule, Kultur, Sport, Senioren ...
Artikel drucken Artikel einbetten
Rödental — Der Apostel Paulus soll einmal gesagt haben: "Ehre, wem Ehre gebührt." Die Frage, wem letztlich Ehre gebührt, beschäftigte den Senat für Schule, Kultur, Sport, Senioren und Soziales. Den Stein ins Rollen brachte Stadtrat Christoph Franke (SPD) mit seinem Antrag, nur noch Sportler zu ehren, die entweder in Rödental leben oder die Farben eines Rödentaler Vereins in ihrer Sportart vertreten.
Bisher hat die Stadt nach Aussage von Hauptamtsleiter Ralph Bilek die Ehrungen immer sehr großzügig ausgelegt und auch Sportler geehrt, die nicht mehr für ihren Heimatverein angetreten sind und auch nicht in Rödental wohnen. Ganz offensichtlich lag die Ursache der Diskussion darin, dass im vergangenen Jahr zwei Sportlerinnen geehrt wurden, die ihre Erfolge im Fechten erzielten und aus sportlichen Gründen nicht mehr in Rödental ansässig waren - weder vom Lebensmittelpunkt noch von der Vereinszugehörigkeit her.
Frankes Antrag erzürnte Gisela Böhnel (Freie Wähler). "Es ist schon grenzwertig, wenn jemand einen solchen Antrag stellt, der selbst in Rödental nur seinen zweiten Wohnsitz hat und in München trainiert", konterte sie. Dass der Seitenhieb ins Leere lief, wurde schnell klar, als Christoph Franke feststellte, dass sein erster Wohnsitz Rödental sei und er nie seine sportlichen Leistungen zur Diskussion gestellt habe.


Entweder-oder-Regelung

Jutta Franz (FW) gab zu bedenken, dass die Erfolge, die ein Sportler auch außerhalb der Stadtgrenzen erziele, doch auf seinen Ursprung zurückfielen. "Diese Erfolge können Motivation für Trainer und Betreuer sein, ihre Tätigkeit in den Vereinen weiterzuführen", meinte Franz. Bürgermeister Marco Steiner (FW) schlug vor, den Personenkreis, den die Diskussion betraf, als Ehrengäste zu den Ehrungsabenden einzuladen. Bis auf Gisela Böhnel konnte der Senat dem Vorschlag folgen. Demnach werden Sportler geehrt, sofern sie ihren Wohnsitz in Rödental haben oder die erzielte Leistung für einen Rödentaler Verein erfolgt ist. Explizit wurde festgehalten, dass die alleinige Zugehörigkeit zu einem Verein nicht ausreichend ist.
Christoph Franke stellte auch die Vergabe des Sportförderpreises zur Diskussion. Seiner Auffassung nach sollte dieser nur im Amateurbereich vergeben werden und analog den Ehrungsrichtlinien nur Rödentaler Bürgern zukommen können. Nachdem die Vorgehensweise bei den Ehrungen geklärt war, konnte dieser Punkt schnell abgehandelt werden. Beschlossen wurde, dass wie bisher das Beschlussgremium, bestehend aus Vertretern der Fraktionen, dem Vorsitzenden des Stadtverbandes und dem Ersten Bürgermeister, die Fördergelder vergibt.
Der bestehende Pachtvertrag mit dem VfB Einberg musste bei der Frage herangezogen werden, ob die Anschaffung einer Aluminiumbarriere zuschussfähig ist, so wie vom VfB beantragt. Nach Prüfung musste der Senat feststellen, dass die Stadt keine finanzielle Unterstützung gewähren kann. Gleich drei Vereine hätten sich fast ins eigene Fleisch geschnitten. Der FC/TSV Rödental, der FC Oberwohlsbach und SV Froschgrund-Mittelberg beantragten jeweils finanzielle Unterstützung bei General sanierungsmaßnahmen ihrer Sportstätten, obwohl es sich eindeutig um Pflege- beziehungsweise Regenerierungsmaßnahmen handelt. Wäre der Senat dem Wortlaut der Anträge gefolgt, hätten die Vereine unter dem Strich deutlich weniger Geld erhalten. mr




Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren