Tannfeld

Seit 25 Jahren Sänger-Vorsitzender

Tannfeld — Er feierte ein Jubiläum bei der Hauptversammlung des Gesangvereins Tannfeld in der Gaststätte Passing: Seit genau 25 Jahren ist Reinhold Förtsch Vorsitzender. Der gebürt...
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Ein rundes Sänger-Jubiläum feiert Reinhold Förtsch: Seit 25 Jahren ist er Vorsitzender des GV Tannfeld. Foto: Horst Wunner
Ein rundes Sänger-Jubiläum feiert Reinhold Förtsch: Seit 25 Jahren ist er Vorsitzender des GV Tannfeld. Foto: Horst Wunner
Tannfeld — Er feierte ein Jubiläum bei der Hauptversammlung des Gesangvereins Tannfeld in der Gaststätte Passing: Seit genau 25 Jahren ist Reinhold Förtsch Vorsitzender.
Der gebürtige Menchauer erinnert sich noch genau, als er vor 26 Jahren nach Tannfeld zog und sich dort sofort in die Dorfgemeinschaft einfügte - als Sänger in der Bassstimme. "Ich bin ein geselliger und konsequenter Mensch und übernahm daher ein Jahr später gleich die Leitung. Das habe ich nicht bereut".
Denn viele schöne Erlebnisse hätten ihn begleitet, etwa die legendären Rosenmontagsbälle mit den Showeinlagen. "Da war ich immer ganz vorne dabei, habe im Männerballett Schwanensee getanzt." Oder die Ausflüge, die sogar auf die Reeperbahn nach St. Pauli führten.

"Da ging schon die Sonne auf"

Zu viel verraten will der 59-jährige nicht, aber früher sei man nach den Chorproben dienstags schon mal versumpft: "Da ging dann auf dem Nachhauseweg schon die Sonne auf."
Zwei große Feste habe er organisiert: 1998 das 90-jährige Bestehen, das über zwei Wochen gefeiert wurde, und dann das "100-Jährige" mit der Verleihung der Zelterplakette. Zwar habe es eine Menge Stress gegeben, es seien jedoch absolute Highlights gewesen, so Förtsch, der auch Dritter Bürgermeister des Marktes Thurnau ist und sein Ehrenamt auch als Ausgleich zum verantwortungsvollen Beruf in der Geschäftsführung eines Autohauses sieht. Auf dem Land etwas zu bewegen, sei ja auch nicht schlecht.

Tradition muss erhalten bleiben

Nach so langer Zeit an der Spitze eines Gesangvereins denke man gelegentlich ans Aufhören, gibt Förtsch zu. Deshalb möchte den Weg für Jüngere freimachen. Das sei aber nicht so einfach, "weil sich bisher niemand gefunden hat". Es gebe eben auch Krisen zu meistern, und ein Vorsitzender müsse stets um Ausgleich bemüht sein und eigene Befindlichkeiten zurückstellen zum Wohl des Vereins. "Für mich ist in erster Linie wichtig, dass die 1908 gegründete Singgemeinschaft weiter besteht, die Tradition des Singens in Tannfeld fortgesetzt wird. Bis 2017 bin ich gewählt, dann sehen wir weiter."
Förtsch sieht bei der Versammlung im Wirtshaus lauter zufriedene Gesichter, denen der Gesang viel gibt. Summt sein derzeitiges Lieblingslied "Weit, weit weg" von Hubert von Goisern und will Optimist bleiben. "So viel Spaß wie wir miteinander haben, da sehe ich positiv in die Zukunft."
In seinem Jahresbericht listete Förtsch zahlreiche Veranstaltungen in 2014 auf, die den guten Ruf des Gesangvereins bestätigt h ätten. Die überregionale Anerkennung habe gut getan und sei Ansporn für weitere Auftritte.
Heuer stehe am 14. März ein großer Sänger- und Ehrenabend auf dem Jahresprogramm.
Das gute Klima während der Singstunden hob Chorleiterin Helena Birkle hervor: "Ein gesunder Mix aus Humor und konzentriertem Singen", lobte sie. In einer fast musikwissenschaftlichen Betrachtung ging sie auf die einzelnen Singstimmen ein, regte noch zu ein bisschen mehr Mut im Bewusstsein des eigenen Könnens und zu mehr Verantwortung an. Bei den Altstimmen würde sie sich noch einen Zuwachs wünschen.

Ausflug geplant

Von einer stabilen Kassenlage konnte Barbara Retsch berichten, das Protokoll verlas Irene Schirmer. Nach längerer Pause wollen die Sänger wieder einen Vereinsausflug durchführen, angedacht ist eine Fahrt zum Sängertag nach Volkach.
Viel Lob spendete Sängergruppen-Vorsitzende Berthilde Zapf: "Ihr habt mit Euren Liedbeiträgen für Aufsehen gesorgt." Sie machte den Tannfeldern Mut, am Leistungssingen des Fränkischen Sängerbundes teilzunehmen. Die Voraussetzungen dafür seien gut, "denn ihr steht den den großen Chören im Landkreis wenig nach".
Bürgermeister Martin Bernreuther zeigte sich stolz, dass in den Dörfern des Marktes der Gesang so einen hohen Stellenwert hat. Er hoffe, dass dieser auch im Kernort Thurnau noch eine Chance hat. Horst Wunner
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