Altenkunstadt

Seit 150 Jahren eine feste Institution

Seit 150 Jahren ist der katholische Männerverein Casino bemüht, Mitgliedern, Pfarrangehörigen und interessierten Bürgern mit vielfältigen Aktivitäten Inform...
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Hunderte Gläubige, darunter Fahnenabordnungen der Vereine, beteiligten sich an der Prozession.  Foto: Bernd Kleinert
Hunderte Gläubige, darunter Fahnenabordnungen der Vereine, beteiligten sich an der Prozession. Foto: Bernd Kleinert
Seit 150 Jahren ist der katholische Männerverein Casino bemüht, Mitgliedern, Pfarrangehörigen und interessierten Bürgern mit vielfältigen Aktivitäten Information, Geselligkeit und besinnliche Momente zu vermitteln. In dieser langen, von zwei Weltkriegen geprägten Zeit, hat der älteste Verein der Gemeinde Höhen und Tiefen erlebt.
Mit Angeboten für Jung und Alt wurde das Jubiläum am Sonntag im Beisein vieler Gäste gebührend gefeiert. "Eigentlich sind es ja drei Anlässe, die diesen Tag zu etwas Besonderem machen", stellte Franziskaner-Pater Rufus Witt fest. "Als Christen gedenken wir am Sonntag als erstem Tag der Woche der Auferstehung Jesu in der Hoffnung auf unsere eigene Auferstehung. Und als Kirchengemeinde von Altenkunstadt feiern wir heute das Maria-Trost-Fest." Sein Ursprung reicht zurück in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, als in Altenkunstadt die gleichnamige Bruderschaft ins Leben gerufen wurde. Der "besondere Tag" begann mit einer Kirchenparade. Begleitet von den Altenkunstadter Musikanten unter Leitung von Thomas Krappmann zogen die Mitglieder von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung mit den Fahnenabordnungen zahlreicher Vereine vom Marktplatz zur Pfarrkirche Mariä Geburt.


Monsignore Scharf Ehrengast

Ehrengast der 150-Jahr-Feier war Monsignore Harald Scharf. Der Domvikar und Männerseelsorger der Diözese Regensburg, der den Festgottesdienst zelebrierte, wurde 2015 mit dem bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. "In Zeiten des Wohlstands sind wir reicher geworden. Aber sind wir deswegen auch zufriedener und dankbarer?", fragte der Geistliche in seiner Festpredigt. Die Menschen seien ständig bemüht, ihre Wohnkultur zu verbessern, ohne dabei jedoch nach dem Wohl ihrer Seele, des Herzens und von Gottes Schöpfung zu fragen. Scharf zufolge müssen Werte wie Glaube, Hoffnung und Liebe wieder mehr in den Fokus rücken und verstärkt auch Jugendlichen vermittelt werden.
Dem Festgottesdienst folgte eine große Prozession. Mehrere Hundert Gläubige zogen bei strahlendem Sonnenschein singend und betend durch den oberen Ortsbereich.


33 Gründungsväter

Für den weltlichen Teil der 150-Jahr-Feier hatten Helfer das Außengelände des Pfarr- und Jugendheims St. Kilian in einen Festplatz verwandelt. Vorsitzender Andreas Jurczyk erinnerte in seinem Rückblick an das Jahr 1866, als 33 Pfarrmitglieder den katholischen Männerverein Casino aus der Taufe hoben. In diesen eineinhalb Jahrhunderten sei viel geschehen. Er berichtete von groß aufgezogenen Jubiläen, aber auch von schweren Zeiten, als niemand bereit gewesen sei, das "Vereinsschiff" zu steuern. Er würdigte das Engagement seiner Vorgänger Balthasar Stöcker, Hans Müller, Georg Klemenz, Josef Schießl und Alfons Schnapp. "Es wäre schön, wenn viele christliche Männer unserem Casino beitreten würden", wünschte der Vorsitzende dem Jubelverein.
"Mit seinen vielfältigen Aktivitäten trägt der Männerverein dazu bei, das christliche Fundament in unserer Region aufrecht zu erhalten", erklärte stellvertretender Landrat Helmut Fischer. Es sei bedauerlich, dass die Zahl der Christen zurückgehe: "Menschen wenden sich von der Kirche ab. Das ist für mich ein größeres Problem als der demografische Wandel." Zweiter Bürgermeister Georg Deuerling forderte den Männerverein auf, optimistisch in die Zukunft zu blicken und auch weiterhin mit religiösen wie auch informativen und geselligen Veranstaltungen das kommunale Leben zu bereichern. Der Vorsitzende des Patenvereins St. Wendelin in Kemmern, Ekkehard Engelmann, erinnerte an die jahrzehntelange Verbundenheit: "Wir haben gemeinsam viele schöne Stunden verbracht." Adam Rottmann, stellvertretender Vorsitzender der Diözesan-Arbeitsgemeinschaft katholischer Männervereine im Erzbistum Bamberg (DIAG), bezeichnete das Casino als einen der traditionsreichsten und wichtigsten Vereine in der Diözese.


Führungskräfte ausgezeichnet

Namens des Landesverbandes zeichneten Rottmann und Monika Goller vom Erzbistum Bamberg Vorstandsmitglieder und ehemalige Führungskräfte aus. Über die Ehrennadel freuten sich Andreas Muff, Josef Schießl, Peter Will, Präses Pater Rufus Witt, Hans-Ludwig Schnapp und Andreas Jurcyk. Prächtige Stimmung herrschte beim Familiennachmittag mit flotten Rhythmen der Gruppe Blue Stars. Mit Applaus begrüßt wurde Pfarrer Norbert Lang aus Seßlach, der 16 Jahre lang die Pfarrei Altenkunstadt seelsorglich betreut hat. Die Kinder konnten sich auf der Hüpfburg austoben, am Glücksrad drehen und sich farbenfroh schminken lassen. Für das leibliche Wohl war den ganzen Tag über gesorgt. Der Reinerlös des Festes kommt der Orgel in der Pfarrkirche zugute, die einer dringenden Sanierung bedarf. bkl
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