Coburg

Schüler gemeinsam auf "Denkwegen zu Luther"

Coburg — Erfurt, Jugendhaus St. Sebastian - eine Woche lang einmal frei sein, denken, fragen und sich auf völlig Fremdes einlassen - diese Chance ergriffen 30 Schüler des Gymnasium...
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Die Gruppen aus Gotha und Coburg vor dem Jugendhaus St. Sebastian in Erfurt  Foto: Tobias Narr
Die Gruppen aus Gotha und Coburg vor dem Jugendhaus St. Sebastian in Erfurt Foto: Tobias Narr
Coburg — Erfurt, Jugendhaus St. Sebastian - eine Woche lang einmal frei sein, denken, fragen und sich auf völlig Fremdes einlassen - diese Chance ergriffen 30 Schüler des Gymnasiums Casimirianum und ihrer Partnerschule Gymnasium Ernestinum Gotha. Die Projektseminarwoche fand unter dem Motto "Denkwege zu Luther" statt.
Innerhalb kürzester Zeit formte sich die Gruppe zu einer dynamischen Einheit, in der Wertschätzung und Sympathie den Umgang miteinander während des gesamten Seminars prägten. Der Gothaer Schulleiter, Oberstudiendirektor Lutz Wagner, und die begleitenden Lehrkräfte, Superintendent Friedemann Witting vom Ernestinum und Studienrat Tobias Narr vom Casimirianum, waren von der Leistungsbereitschaft und Motivation beeindruckt. So ließ sich die gesamte Gruppe in drei Workshops von den Referenten der Evangelischen Akademie Thüringen und der Stiftung "Denkwege zu Luther" anspruchsvoll zu den Themen "Auseinandersetzung in Wort und Bild", "Sprache und ihre Funktionen" sowie "Wort wird Bild - Bild wird Wort" einladen. Dabei setzten sich die Schüler mit Texten und Sprache aus der Zeit der Reformation ebenso auseinander wie mit modernen Entsprechungen.
"Dass Martin Luther so gewaltigen Einfluss auf die deutsche Sprache hatte - das wusste ich gar nicht...", staunte Adrian aus Coburg. Kritisch und kontrovers diskutierte man da zum Beispiel über die Freiheit der Meinungsäußerung und deren Grenzen im Zusammenhang mit den Karikaturen von "Charlie Hebdo" und nahm dabei auch die öffentlichen Reaktionen und wiederum deren Folgen in den Blick. Für Rebekka, Schülerin am Casimirianum, war das Interessanteste: "Diese verschiedenen Perspektiven auf ,Charlie Hebdo‘."
Neben allem intensiven Denken besuchte die Seminargemeinschaft auch Gotha und dort das Gymnasium Ernestinum sowie das renovierte Augustinerkloster, außerdem die Forschungsbibliothek auf Schloss Friedenstein, das die Gothaer Altstadt überragt.
Dort konnten sich die Schüler, nur durch eine Glasscheibe getrennt, Originale aus der Reformationszeit, unter anderem Martin Luthers eigenhändigen Entwurf seiner Verteidigungsrede vor dem Reichstag in Worms 1521 ansehen. red

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