Königsberg in Bayern

Schritt für Schritt fesseln die steinernen Zeugen der Geschichte

Hitze? Gibt es nicht. Der Wanderausflug des Haßbergverein Königsberg führte in die mittelfränkische Kreisstadt Weißenburg. Die 35 Teilnehmer trotzten den Te...
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Die Römer hinterließen Bauwerke im Castell Biriciana. Fotos: privat
Die Römer hinterließen Bauwerke im Castell Biriciana. Fotos: privat
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Hitze? Gibt es nicht. Der Wanderausflug des Haßbergverein Königsberg führte in die mittelfränkische Kreisstadt Weißenburg. Die 35 Teilnehmer trotzten den Temperaturen an der 30-Grad-Grenze und begeisterten sich an den Schätzen rund um Weißenburg und Wülzburg.
Als sie mit dem Bus am Ziel ankamen und ausstiegen, spürten sie gleich, dass auch dieser Tag den Vorangegangenen in nichts nachstehen würde.
Sieben Wanderer machten sich auf die Acht-Kilometer-Tour über den Bismarckturm zur Hohenzollernfestung Wülzburg. Immer wieder waren Anstiege zu meistern, was den Wanderern wegen der Hitze viel Kraft abverlangte.
Die restlichen Ausflügler hangelten sich von Schattenplatz zu Schattenplatz. Interessant waren das die Überreste des ehemaligen Römerkastells, des Castell Biriciana, das bis zum Fall des Limes in der Mitte des dritten Jahrhunderts Bestand hatte. Schautafeln berichteten von den Gegebenheiten in einem Römerkastell und vermittelten geschichtlichen Hintergrund.
Interessant auch die historische Altstadt von Weißenburg, die von einer weitgehend erhaltenen Stadtmauer umgeben ist. Das letzte von ehemals drei Stadttoren ist das Ellinger Tor, das durch seine Mächtigkeit besticht. Alle Besucher waren von dem, gerade für die älteren Teilnehmer angenehmen, ebenen Betonpflaster in der denkmalgeschützten Altstadt sehr angetan.
Später trafen sich alle in der Hohenzollernfestung Wülzburg, im Gastgarten des "Burgwirt". Die Wülzburg imponiert durch ihre mächtigen Mauern, die im Fünfeck angeordnet sind. Sie war ursprünglich ein Kloster und wurde im 16. Jahrhundert zur Festung ausgebaut. Im Lauf der Jahre war sie Gefangenenlager und Flüchtlingsunterkunft. Nach dem Ersten Weltkrieg war General Charles de Gaulle dort inhaftiert.
Graben bei Treuchtlingen hatte auch viel zu bieten. Er ist benannt nach dem Karlsgraben, dessen Überreste hier zu sehen sind. Der Bau der "Fossa Carolina", wie der Karlsgraben lateinisch heißt, entsprang einer genialen Idee von Karl dem Großen (742-814) mit dem Ziel, die hier nur gut drei Kilometer auseinander liegenden Flüsse Altmühl und Schwäbische Rezat zu verbinden. Es befindet sich dort nämlich die europäische Wasserscheide zwischen den Flusssystemen von Rhein und Donau. Bei der in der Nähe liegenden Talwasserscheide zeigt ein Handbrunnen dies verständlich auf: Nach rechts läuft das Wasser zur Schwäbischen Rezat, also zum Rhein hin, nach links in die Altmühl, also zur Donau.
Wie lange der Karlsgraben in Betrieb war, ist nicht mehr nachzuweisen. Er war jedenfalls der frühe Vorläufer des Ludwig-Donau-Main-Kanals und des heutigen Main-Donau-Kanals und zeugt von der Genialität Karls des Großen und seiner Baumeister. Ein Besuch der Karlsgraben-Ausstellung vermittelte Informationen zu dem Bauwerk.
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