Weismain
Prunksitzung 

Schrille und schräge Vögel

Der Mainleuser Carnevals Club feierte am Samstag eine rauschende Prunksitzung mit Akrobatik, viel tiefgründigem Wortwitz und zuweilen nicht gerade jugendfreien Späßen.
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Franz Besold aus Weismain hatte als schräger Vogelhändler die Lacher auf seiner Seite.
Franz Besold aus Weismain hatte als schräger Vogelhändler die Lacher auf seiner Seite.
Die Pappnasen in der Weismainer Stadthalle rieben sich verwundert die Augen: Ein Pontifex des Frohsinns trieb dem Gesellschaftspräsidenten des Mainleuser Carnevals Clubs (MCC), Wolfgang Hartmann aus Kulmbach, mit gereimten Worten der Wertschätzung die Freudentränen in die Augen: "... der ganz begeistert unentwegt, fast Tag und Nacht die Fastnacht pflegt. Es steht wohl irgendwann Wolfgangs Heiligsprechung an."
Die Kanonisation, wie der Lateiner sagen würde, wurde bei der Prunksitzung des MCC am Samstagabend vollzogen, die unter dem Motto "Fastnacht am Obermain" gestanden hatte: Der Papst der fünften Jahreszeit entpuppte sich als Roman Kirzeder, Ordenskanzler des Fastnachtsverbandes Franken (FVF).
Gemeinsam mit Präsident Bernhard Schlereth und dem oberfränkischen Bezirkspräsidenten Norbert Greger (beide FVF) dekorierte er den "Missionar und Botschafter der guten Laune, der in seinem Kopf mehr Fastnachtswissen abgespeichert hat als der Verband auf seiner PC-Festplatte" für seinen 32 Jahre währenden Einsatz für den Fasching mit der höchsten Auszeichnung, die der Verband zu vergeben hat: den goldenen Till von Franken.


Närrischer Adel verpflichtet

Christine Friedlein aus Kulmbach führte nonchalant durch eine Prunksitzung der Überraschungen. Erich Wochele, Kultmusiker aus Kulmbach, bereitete dem amtierenden Prinzenpaar des MCC Georgia I. und Karl-Heinz I. (beide Lauterbach) mit einem auf sie zugeschnittenen Prinzenlied eine Freude. Der närrische Adel vom MCC machte in diesem Jahr Bernd Kern und Peter Birk vom Tanzduo "Franken Top" gehörig Konkurrenz.
Im Wartezimmer herrscht Langeweile ... Von wegen! Wenn es so urkomisch zugeht wie in jenem, in dem ein Unikum nach dem anderen den "Baaschdoffer" Edwin Jungkunz zur Weißglut treibt, dann vergeht die Zeit wie im Fluge. Der Büttenredner schüttelte den Kopf über "neugscheita Ossis", die bei Problemen mit dem Hinterteil an "Arscheologen" denken oder bei einem steifen Genick zum "Genickologen" gehen.


Da hilft nur "Gröber Nacktarsch"

Seltsame Blüten trieb die Medizin auch bei Gerlinde Hessler, der Preisträgerin des Goldenen Schuhs, die gleich eine neue Krankheit erfand: "Vagina Pectoris". Als Allheilmittel dagegen verschrieb sie: "Penisillin", und das Publikum konnte sich vor Lachen nicht mehr halten. Die Unterfränkin, als TV-Komikerin Hermine bestens bekannt, empfahl darüber hinaus Wein als Allheilmittel gegen jedes Wehwehchen: für Hämorrhoiden zum Beispiel einen "Gröber Nacktarsch" und für die Psychiatrie ein "Nordheimer Vögelein". Den Vogel unter den Narren schoss Franz Besold ab: Mit tiefgründigen Wortwitz und tollen Pointen zeigte er den Politikern, vom Rotkehlchen Gabriel bis hin zum lieben Horst in seinem Nest, den ironischen Vogel.
Auch das Tanzbein wurde kräftig geschwungen: Anna Dewagner und Katharina Hahn von den TSC-Main-Dancers aus Mainleus setzten als fesche Bond-Girls die Schwerkraft außer Kraft. Das Tanzmariechen des MCC, Melissa Freitag aus Marktzeuln, fegte wie ein Wirbelwind über die Bühne. Tänzerischen Elan und Anmut zeigten die Mainleuser Garde des TSC Mainleus und die Marschtanzgarde der Brucker Gaßhenker. In magisches Schwarzlicht getaucht, tanzten die "Crazy Birds" aus Erlangen über die Bühne.
Zuwachs bei der Senatorenriege des MCC: Dem Mainleuser Bürgermeister Robert Bosch und Vorstandsmitglied Ulrich Klein aus Altenkunstadt von der Raiffeisenbank Obermain wurde die Narrenkappe aufgesetzt.

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