Höchstadt a. d. Aisch

Schobert: "Laut Fachzeitschrift wären wir schon draußen"

Drei Tage vor dem ersten Finalspiel gegen den EHC Waldkraiburg will Jörg Schobert von den Höchstadt Alligators nicht über die Planung eines möglichen Aufsti...
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Jörg Schobert
Jörg Schobert
Drei Tage vor dem ersten Finalspiel gegen den EHC Waldkraiburg will Jörg Schobert von den Höchstadt Alligators nicht über die Planung eines möglichen Aufstiegs in die Eishockey-Oberliga spekulieren. Warum der Höchstadter EC nach einer mäßigen Haupt- und einer durchschnittlichen Zwischenrunde sowie einem 1:6 im ersten Viertelfinalspiel gegen Landsberg aufdrehte und vor der Halbfinalserie selbst eine Fachzeitschrift widerlegte, weiß der sportliche Leiter aber.

Vor dem ersten Viertelfinalspiel haben Sie eine lange Reise durch die Play-offs angekündigt. Die Mannschaft hatte zwar nur sieben von zehn möglichen Spielen, aber jetzt kommt noch das Finale. Sind Sie zufrieden?
Jörg Schobert: Na klar. Zwar haben uns nach dem 1:6 im ersten Play-off-Spiel zu Hause gegen Landsberg schon einige abgeschrieben, doch so wie die Mannschaft in der gesamten K.o.-Runde auftritt, hat sie es verdient. Jetzt kommt der nächste Schritt. Als Sportler bist du erst dann zufrieden, wenn das letzte Spiel gespielt ist und du gewonnen hast.
Die Serien wurden mit 3:1 und 3:0 überraschend klar gewonnen. Die Mannschaft wird immer stärker und hat die Ausfälle von Martin Vojcak und Sven Gäbelein im Halbfinale problemlos weggesteckt. Woher kommen das Selbstvertrauen und die Energie?
Mit Landsberg und Peißenberg hatten wir zwei sehr starke Gegner, die uns alles abverlangt haben. Man merkt der Mannschaft den unbedingten Willen zum Erfolg an. Jeder kämpft für jeden und das setzt Energie frei. Dadurch, dass jeder weiß, dass er sich auf den anderen verlassen kann, steigt das Vertrauen in die eigene Stärke. Das Team steht über allem. Nur der gemeinsame Erfolg zählt, dem unterwirft sich jeder. Das ist unser Motto.

Im Finale wartet der EHC Waldkraiburg. Die Löwen haben Heimrecht, galten schon vergangene Saison als Topfavorit. Wie schätzen Sie die Chancen der Alligators ein?
Jede Serie geht bei 0:0 los. Waldkraiburg hat eine starke Mannschaft, geführt von einem super Trainer. Beides haben wir auch! Wir werden mit dem nötigen Respekt nach Waldkraiburg fahren, aber sicher nicht mit Angst. Ich gehe davon aus, dass wir enge, harte, aber auch faire Spiele erleben werden. Und dann schauen wir mal, wie die Serie ausgeht. Vor dem Halbfinale habe ich in einer Eishockey-Fachzeitschrift gelesen, wir scheiden nach vier Spielen aus. Mal sehen, wie die Prognose diesmal ausfällt...

Das Eisstadion am Kieferndorfer Weg wird am Ostermontag sicherlich wieder aus allen Nähten platzen. In Peißenberg waren über 150 HEC-Fans dabei und am Samstag in Waldkraiburg dürften es noch deutlich mehr werden. Wie nimmt die Mannschaft diesen Boom auf?
Die Unterstützung in Peißenberg war sensationell. Wie schon die ganze Saison über haben die HEC-Fans bewiesen, dass sie die besten Fans der Bayernliga sind. Das pusht die Mannschaft. Wenn du weißt, dass fast 200 Leute aus Höchstadt mit uns reisen, ist das eine Anerkennung der Leistung und Ansporn, noch ein paar Prozent rauszukitzeln. Lassen wir uns mal überraschen, was am Ostersamstag in Waldkraiburg passiert. Da werden unsere Fans wieder dafür sorgen, dass wir nicht viel vom Auswärtsspiel merken.

Der letzte bayerische Meistertitel der Alligators liegt exakt zehn Jahre zurück und diesen machte Höchstadt ausgerechnet mit einem Sieg in Waldkraiburg perfekt. Schließt sich der Kreis?
Klingt doch gut. Das ganze Umfeld in Höchstadt träumt von der dritten bayerischen Meisterschaft und viele Fans gar vom Aufstieg in die Oberliga Süd und möglichen Derbys gegen Bayreuth, Selb und Weiden.

Wie sehen die Planungen des Vereins aus? Wäre die Oberliga finanziell und sportlich für den HEC überhaupt zu stemmen?

Ich persönlich mache mir darüber im Moment noch keine Gedanken. Jetzt muss erst mal das Finale organisiert und gespielt werden. Danach werden wir uns gemeinsam intensiv mit einem eventuellen Aufstieg auseinandersetzen. Jetzt zählt erst einmal nur das Finale!

Die Fragen stellte
Christian Götz

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