Altenkunstadt

Schnelles Internet für alle

Gestern fand die Unterzeichnung für den Ausbau im Rathaus von Altenkunstadt statt. Auch die letzten 83 Haushalte bekommen nun einen zeitgemäßen Anschluss. Und nicht nur sie können profitieren.
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Tobias Kindermann

Hört man die Ortsnamen, wird man kaum an ein schnelle Internetverbindung denken: Zeublitz, Tauschendorf, Pfaffendorf, Woffendorf, Trebitzmühle. Doch hier liegen die meisten der 83 Haushalte, die im Gemeindegebiet von Altenkunstadt künftig das schnellste Internet haben werden. "Die Letzten werden die Ersten sein", sagt Alexander Pfaff und lacht. Er ist der Internetpate der Gemeindeverwaltung und war dabei, als gestern die Verträge mit der Telekom unterschrieben worden.
Zusammen mit weiteren Haushalten in Altenkunstadt und dem Kordigast erhalten sie einen direkten Anschluss des Gebäudes mit Glasfaserkabel. Das ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 200 MBit/s im Download und 100 MBit/s im Upload. Damit liegen sie im Gemeindegebiet künftig an der Spitze, doch wie Pfaff schon andeutet: Dafür mussten sie auch am längsten warten.
Der Freistaat fördert den Ausbau schneller Internetleitungen mit Förderprogrammen, das letzte wurde in Altenkunstadt gerade vor einem Monat abgeschlossen.
Im ganzen Gemeindegebiet sind nun in der Regel Leitungen mit einer Leistung von 50 MBit/s im Download verfügbar. Nur in 83 Haushalten liegt die Grenze unter 30 MBit/s und diesen wird nun mit einer weiteren Aktion geholfen.
Bis Juli 2017 will die Telekom 24,5 Kilometer Glasfaserkabel verlegt haben und sieben Verteiler aufstellen. Jetzt wird von der Telekom eine Baufirma ausgewählt, Material bestellt und werden Baugenehmigungen eingeholt. Zudem müssen die Grundstücksbesitzer Verträge mit der Telekom für die Anbindung unterschreiben.
Es ist inzwischen das dritte Förderprogramm, das in Altenkunstadt umgesetzt wird: "2012 ging es los, da war das Ausbauziel 1 MBit/s. Daran sieht man, wie rasant sich die Zeiten verändert haben", sagt Pfaff. Denn dank Glasfaser können die abseits vom Zentrum Altenkunstadt gelegenen Gebäude, die jetzt angeschlossen werden, sogar gleichzeitig Surfen, Telefonieren und Fernsehen.
Mit 123 000 Euro war das jüngst abgeschlossene Aufrüstungsprojekt noch vergleichsweise günstig. Da der Fördersatz bei 80 Prozent liegt, musste die Gemeinde Altenkunstadt nur rund 25 000 Euro übernehmen.
Der hohe Aufwand, der nun für den Anschluss der letzten Haushalte betrieben wird, schlägt sich im Preis nieder. Das jetzt anlaufende Vorhaben kostet insgesamt 658 000 Euro, immerhin trägt auch hier der Freistaat weiter 80 Prozent, trotzdem muss die Gemeinde 132 000 Euro dazugeben - mehr, als das gerade abgeschlossene Projekt insgesamt kostete. Doch das trifft die Eigentümer nicht: Für die Hausbesitzer ist der Anschluss kostenlos.
Den Vertrag unterschrieben der Altenkunstadter Bürgermeister Robert Hümmer und Marion Thüngen, Regionalmanagerin der Telekom, im Rathaus.


Chance für weitere Interessenten

Doch nicht nur die 83 Haushalte können von dem neuen Glasfasernetz profitieren. "Es ist auch vorgesehen, dass Gebäudebesitzer entlang der Ausbaustrecke ihr Haus anschließen lassen können", sagt Alexander Pfaff.
Das ist aber nicht kostenlos. Wieviel Interessenten dafür zahlen müssen, stehe noch nicht fest, sagt Pfaff. Im Gespräch sei aber ein mittlerer dreistelliger Euro-Betrag.
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