Laden...
Schlüsselfeld

Schlüsselfeld zahlt einen Obolus für die Inklusion

Auch in seinem zehnten Anlauf war Kuno Eichner von der Lebenshilfe Bamberg erfolgreich: Wie die neun vorhergehenden Gemeinden im Landkreis stimmten auch die...
Artikel drucken Artikel einbetten
Auch in seinem zehnten Anlauf war Kuno Eichner von der Lebenshilfe Bamberg erfolgreich: Wie die neun vorhergehenden Gemeinden im Landkreis stimmten auch die Schlüsselfelder Stadträte seinem neuen Projekt zu, das auf Unterstützung von Familien mit behinderten Angehörigen abzielt.
Eichner baut dabei auf die 36 Gemeinden im Landkreis Bamberg. Sie sollen das Projekt mit einem Euro pro Einwohner und Jahr finanziell tragen. Die Stadt Schlüsselfeld zählt nach dem aktuellen Haushalt knapp 5900 Einwohner. Mit der gleichen Summe jährlich sollte sich die Stadt an dem Integra-Mensch-Projekt beteiligen.
Steigen alle Landkreisgemeinden mit insgesamt 146 000 Einwohnern ein, hätte Eichner die nötige Summe zusammen. Mit 150 000 Euro würde er drei Mitarbeiter einstellen und ein Fahrzeug anschaffen. Jeder Mitarbeiter hätte damit zwölf Gemeinden zu betreuen.
Mit seiner Idee, behinderte Menschen im normalen Alltag zu integrieren, ist Eichner "seit zehn Jahren unterwegs". Zwischen dem beschützenden Werkstättenbereich und einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz müsse es doch noch etwas geben, hatte er sich gedacht. Angefangen habe er ohne jegliche gesetzliche Grundlagen. Inzwischen sei es gelungen, 138 behinderte Menschen in Arbeitsplätze außerhalb der Lebenshilfewerkstätten zu vermitteln.
"Das System für den Bereich Arbeitsleben haben wir im Landkreis mittlerweile im Griff!" Ähnlich möchte Eichner jetzt die behinderten Menschen im Freizeitbereich integrieren.


"Parallelbereiche"

Nach seinen Worten haben sich "Parallelbereiche" entwickelt. Behinderte und nichtbehinderte Menschen würden sich nicht kennen und hätten kaum Berührungspunkte. Zielgruppe sind für ihn Gruppen, Vereine und Kirchen, in die Menschen mit Behinderung eingebunden werden können. Die künftigen Mitarbeiter sollen das Ganze vernetzen, betreuen und die Familien unterstützen.
Im Schlüsselfelder Rathaussaal musste nicht lange nachgedacht oder diskutiert werden. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst. "Ich sehe das durchaus nicht als selbstverständlich an", bedankte sich Eichner. Denn schließlich handle es sich um eine freiwillige Leistung der Gemeinden. Das Projekt soll am 1. Januar 2018 starten. Bis dahin will Eichner in allen Gemeinden vorstellig geworden sein.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren