Bad Staffelstein

Schatz wird zu wenig geschätzt

Bad Staffelstein — Zu einem interessanten Vortrag über Kloster Banz konnte Winfried Butz, der Zweite Vorsitzende der Kolpingsfamilie Bad Staffelstein, zahlreiche Gäste im katholisc...
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Blick auf Kloster Banz Foto: Hartmut Klamm
Blick auf Kloster Banz Foto: Hartmut Klamm
Bad Staffelstein — Zu einem interessanten Vortrag über Kloster Banz konnte Winfried Butz, der Zweite Vorsitzende der Kolpingsfamilie Bad Staffelstein, zahlreiche Gäste im katholischen Jugendheim begrüßen. "Wir sehen es tagtäglich, deshalb schätzen wir das Bauwerk zu wenig", war die Einschätzung des Referenten Professor Günter Dippold. Kloster Banz sei ein Schatz, so Dippold.
"1070 stifteten Markgräfin Alberada und ihr Gemahl Hermann von Habsberg-Kastel ihre Burg auf dem Banzberg zur Errichtung eines Benediktinerklosters", begann der Geschichtsexperte seine Ausführungen. Banz sei eine Burg gewesen, in die ein Kloster hineingestiftet worden sei. "Alternativen zu den Benediktiner-Mönchen gab es nicht, denn erst ab dem 12. Jahrhundert gab es neue Orden."

Als Heilige verehrt

Unter Bischoff Otto von Bamberg wurde das Klostergebäude Dippold zufolge saniert, 1114 wurde die Klosterkirche eingeweiht. "Alberada wurde hier als Heilige verehrt, denn die Geschichte erzählt, dass Alberada in der Lichtenfelser Flur auf Hirten stieß, die in der Hitze großen Durst hatte. Alberada stieß ihren Wanderstab in den Boden und eine Quelle sprudelte aus dem Erdreich." Alberada habe dann zu Lebzeiten verfügt, dass das Kloster zum Bistum Bamberg kommen sollte.
Das Kloster hatte laut Redner anfangs nur adlige Ordensmänner, die durch ihr Selbstwertgefühl auch in den Klostermauern ihre eigenen Regeln hatten. So mussten sie nur im Kreuzgang und in der Kirche Ordenskleidung tragen, sie durften das Kloster verlassen, wann immer sie wollten, ohne dass der Abt zustimmen musste. Die Mönche hatten auch Anteile am Vermögen des Klosters.
1525 wurde das Kloster im Bauernkrieg durch Brandschatzung verwüstet und von Alexander von Rothenhan (1529 bis 1554) wieder aufgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 wurde das Kloster geplündert. Abt Michael Stürzel vergrößerte die Klostergemeinschaft wieder und ließ die Schäden an Kloster und Kirche beheben.

Mit Otto kam die Blütezeit

Abt Otto de la Bourde (1665 bis 1677) führte das Kloster zur geistigen Hochblüte. Die Brüder Dientzenhofer entwarfen die Pläne für die Klosterkirche, die 1719 eingeweiht wurde. Den barocken Ausbau führten Dippold zufolge die Staffelsteiner Baumeistern Sebastian Weber und Johann Nißler durch, und so sei Banz auch ein Teil von Staffelstein, so der Professor. "In der Säkularisation wurde das Kloster 1803 aufgelöst und die Bibliothek und die Ländereien aufgeteilt. Der bayerische König verkaufte die Anlage 1813 an seinen Schwager Herzog Wilhelm von Bayern, und der gab ihr den Namen "Kloster Banz". Er siedelte die Bewohner, die nicht auf seiner Lohnliste standen, aus - so entstand der Ort "Neubanz".
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts genoss das Kloster wegen seiner gelehrten Mönche großes Ansehen. 1933 erwarb die Gemeinschaft der heiligen Engel die Anlage, die sie bis 1978, am Ende nur noch mit einem Mönch, bewohnten.
Die CSU-nahe Hanns-Seidel- Stiftung erwarb das Kloster als Bildungsstätte.
Hier endete der Vortrag von Günter Dippold, der mit detaillierten Jahreszahlen und sehr viel Hintergrundwissen die Zuhörer in seinen Bann gezogen hatte. Entsprechend groß war der Beifall. Hartmut Klamm



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