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Zeil

SPD im Landkreis fordert eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium

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Zeil / Kreis Haßberge — Über den aktuellen Gesetzentwurf der SPD im bayerischen Landtag zur Reform des bayerischen Gymnasiums informierte die hiesige SPD-Landtagsabgeordnete Kathi Petersen den Vorstand der Kreispartei im SPD- Bürgerbüro in Zeil. Im Unterschied zu dem Vorschlag der Freien Wähler sei das Ziel des SPD-Entwurfs, das neunjährige Gymnasium als Regelform im Unterrichtsgesetz zu verankern, sagte Petersen, wie aus einem Bericht der SPD hervorgeht.
Petersen ist Mitglied des Bildungsausschusses im Landtag und wirft der Staatsregierung vor, seit der Einführung der G8-Regelung vor zehn Jahren kein pädagogisch sinnvolles Konzept für das verkürzte Gymnasium entwickelt zu haben: "So wie das Gymnasium jetzt gestaltet ist, tun sich die Schüler außerordentlich schwer."

Begabte Schüler schneller fertig

SPD-Kreisvorsitzender Wolfgang Brühl (Eltmann) und Stellvertreter Paul Hümmer (Sand) berichteten aus Gesprächen mit Schülern und Eltern, dass die schulische Belastung zunehme. "Wir haben vor diesem Hintergrund einen eigenen Gesetzentwurf eingebracht", informierte Petersen. Der SPD-Gesetzentwurf sehe nicht mehr als 30-Wochen-Stunden an Pflichtunterricht vor. Zu diesem Zweck müssten die Lehrpläne modernisiert, die Unterrichtsmethoden angepasst und die Verteilung der Stunden auf die einzelnen Fächer überdacht werden.
Insbesondere Jungen sollen von einer Entschleunigung des Gymnasiums profitieren, denn sie seien die Verlierer des G8, so Petersen. Das Konzept der SPD decke sich weitgehend mit den Vorstellungen des bayerischen Philologenverbandes, der ebenfalls die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums fordere. Genau wie die Philologen ist auch die SPD-Fraktion der Meinung, dass begabte Schüler nach wie vor die Möglichkeit haben sollten, das Abitur bereits nach acht Jahren abzulegen. Dabei sollen die betreffenden Schüler stärker als bisher von der Schule unterstützt werden, wenn sie beispielsweise eine Jahrgangsstufe überspringen wollen, erläuterte Petersen.

Inhaltliche Neukonzeption

Grundsätzlich festhalten will die SPD-Landtagsfraktion auch an einer verkürzten Laufzeit in einem Ganztagesgymnasium mit einem entsprechenden pädagogischen Konzept. "Mehr noch als auf die Laufzeit des Gymnasiums wird es auf die inhaltliche Neukonzeption ankommen", betonte Petersen. Diese inhaltlichen Details der künftigen G9-Regelung sollten fraktionsübergreifend erarbeitet werden.
Wolfgang Brühl und Paul Hümmer bedauerten die Verweigerungshaltung der Freien Wähler für ein gemeinsames Konzept zur Neuausrichtung des Gymnasiums. Das Konzept der Freien Wähler, das dem aktuellen Volksbegehren zugrunde liegt, stoße in allen anderen Landtagsparteien auf Ablehnung, ergänzte Petersen. red

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